Würdet ihr mich fragen, welche Horrorfilme mich am stärksten geprägt haben, kämen als Antwort bekannte Klassiker wie „Tanz der Teufel“, „Hellraiser“, „A Nightmare On Elm Street“, „Halloween“, „Poltergeist“ – also all jene Genrebeiträge, über die Jugendliche heute nur noch kichern oder den Kopf schütteln. Ich hingegen liebe diese Filme nach wie vor und freue mich über jeden aktuellen Film, der auch nur ansatzweise den Geist dieser Ära atmet. Dementsprechend gespannt war ich auf den ab morgen erhältlichen „The Void“, dessen Trailer all das zu vereinen schien, was mir an den alten Filmen gefiel. Ob ich mich zu recht gefreut habe oder am Ende enttäuscht wurde, erfahrt ihr wie immer … jetzt.
Worum geht’s
Sheriff Carter (Aaron Poole) will seine nächtliche Streife gerade beenden, als ihm ein Unbekannter direkt vors Auto stolpert. Da der Mann schwere Verletzungen aufweist, bringt Carter ihn in das nächstgelegene Krankenhaus, welches nach einem Brand kurz vor der Schließung steht und deshalb nur noch notdürftig besetzt ist. Kaum ist Carter mit dem Fremden angekommen, bricht im Krankenhaus die Hölle los. Eine Krankenschwester tötet einen der Patienten, schneidet sich selbst die Haut von dem Gesicht und verwandelt sich in ein schleimiges Tentakelmonster. Vor dem Krankenhaus versammeln sich vermummte Gestalten, die die Eingeschlossenen äußerst brutal daran hindern, das Krankenhaus zu verlassen. Und dann ist da noch der Keller …
Meine Meinung
In praktisch jeder Meinung zu „The Void“ fallen die Namen John Carpenter und Clive Barker. Und jetzt, nachdem ich den Film gesehen habe, verstehe ich auch, wieso. Ein zusammengewürfelter Haufen, der sich in einer Extremsituation dem Bösen entgegenstellen muss – praktisch die komplette erste Hälfte des Films ist typischer John-Carpenter-Stoff. In der zweiten Hälfte wird „The Void“ dann blutiger, abartiger, surrealer – und ähnelt immer mehr einer Geschichte von Clive Barker. Und das ist bitte absolut positiv zu verstehen. Zwar lassen sich die Regisseure Jeremy Gillespie und Steven Kostanski eindeutig von den großen Vorbildern inspirieren, folgen gleichzeitig aber auch eigenen Pfaden, so dass „The Void“ niemals zum reinen Abklatsch gerät. Der Film erzählt vielleicht keine gänzlich neue, aber auch keine allzu ausgelutschte Geschichte. Und das ohne unnötigen Humor, mit erfrischender Härte und in ebenso abstoßenden wie ästhetischen Bildern.
Passend dazu fallen auch die Effekte herrlich altmodisch aus. Hier gibt es keine CGI, sondern echte Masken, echtes Kunstblut – oder anders formuliert: echte Handarbeit. Und bei allem Respekt, den ich modernen CGI-Künslern durchaus entgegenbringe: Die handgemachten Effekte aus „The Void“ übertreffen die üblichen CGI-Effekte moderner Horrorfilme um Längen. Weil sie einfach natürlicher wirken. Echter. Und ekliger. Trotz des vermutlich recht überschaubaren Budgets.
Ist „The Void“ also ein modernes Meisterwerk? So weit würde ich dann doch nicht gehen, denn der Film leistet sich auch seine Schwächen. Zum Beispiel bei der Geschichte, die zum Ende hin immer abstruser wird und dem Zuschauer einiges an Phantasie und Toleranz abverlangt. Auch wenn die Handlung durchaus einem roten Faden folgt, wirft das Geschehen mit der Zeit mehr Fragen auf, als es beantwortet – und lässt somit reichlich Platz für eine eigene Interpretation. Gut, Horrorfans, die wie ich mit Filmen aus den Achtzigern groß geworden sind, sind so was gewohnt. Das heutige Publikum hingegen, welches gefühlt für jede Kleinigkeit eine Erklärung benötigt, dürfte sich damit vermutlich eher schwer tun.
Auch bei den Charakteren, die leider recht blass bleiben, wäre mehr drin gewesen. Menschliche Hintergründe werden zwar angedeutet, aber leider nur oberflächlich betrachtet. Mit der Konsequenz, dass echte Anteilnahme am Schicksal der einzelnen Figuren eher ausbleibt.
Nichtsdestoweniger kann ich „The Void“ jedem Horrorfan wärmstens ans Herz legen. Und mal ganz ehrlich: Schwächen hatten und haben auch unsere geliebten Klassiker von damals. Das macht sie aber nicht zu schlechteren Filmen.
Mein Fazit
Herrlich altmodischer Horrorfilm im Stil der Achtziger, der zwar keine neuen Maßstäbe setzt, Fans des Genres (und des Jahrzehnts) aber in Verzückung versetzen dürfte.
Meine Wertung: 8/10
[youtube https://www.youtube.com/watch?v=RKVoLKg6nf0]
Angeschaut: The Void (2016)
Würdet ihr mich fragen, welche Horrorfilme mich am stärksten geprägt haben, kämen als Antwort bekannte Klassiker wie „Tanz der Teufel“, „Hellraiser“, „A Nightmare On Elm Street“, „Halloween“, „Poltergeist“ – also all jene Genrebeiträge, über die Jugendliche heute nur noch kichern oder den Kopf schütteln. Ich hingegen liebe diese Filme nach wie vor und freue mich über jeden aktuellen Film, der auch nur ansatzweise den Geist dieser Ära atmet. Dementsprechend gespannt war ich auf den ab morgen erhältlichen „The Void“, dessen Trailer all das zu vereinen schien, was mir an den alten Filmen gefiel. Ob ich mich zu recht gefreut habe oder am Ende enttäuscht wurde, erfahrt ihr wie immer … jetzt.
Worum geht’s
Sheriff Carter (Aaron Poole) will seine nächtliche Streife gerade beenden, als ihm ein Unbekannter direkt vors Auto stolpert. Da der Mann schwere Verletzungen aufweist, bringt Carter ihn in das nächstgelegene Krankenhaus, welches nach einem Brand kurz vor der Schließung steht und deshalb nur noch notdürftig besetzt ist. Kaum ist Carter mit dem Fremden angekommen, bricht im Krankenhaus die Hölle los. Eine Krankenschwester tötet einen der Patienten, schneidet sich selbst die Haut von dem Gesicht und verwandelt sich in ein schleimiges Tentakelmonster. Vor dem Krankenhaus versammeln sich vermummte Gestalten, die die Eingeschlossenen äußerst brutal daran hindern, das Krankenhaus zu verlassen. Und dann ist da noch der Keller …
Meine Meinung
In praktisch jeder Meinung zu „The Void“ fallen die Namen John Carpenter und Clive Barker. Und jetzt, nachdem ich den Film gesehen habe, verstehe ich auch, wieso. Ein zusammengewürfelter Haufen, der sich in einer Extremsituation dem Bösen entgegenstellen muss – praktisch die komplette erste Hälfte des Films ist typischer John-Carpenter-Stoff. In der zweiten Hälfte wird „The Void“ dann blutiger, abartiger, surrealer – und ähnelt immer mehr einer Geschichte von Clive Barker. Und das ist bitte absolut positiv zu verstehen. Zwar lassen sich die Regisseure Jeremy Gillespie und Steven Kostanski eindeutig von den großen Vorbildern inspirieren, folgen gleichzeitig aber auch eigenen Pfaden, so dass „The Void“ niemals zum reinen Abklatsch gerät. Der Film erzählt vielleicht keine gänzlich neue, aber auch keine allzu ausgelutschte Geschichte. Und das ohne unnötigen Humor, mit erfrischender Härte und in ebenso abstoßenden wie ästhetischen Bildern.
Passend dazu fallen auch die Effekte herrlich altmodisch aus. Hier gibt es keine CGI, sondern echte Masken, echtes Kunstblut – oder anders formuliert: echte Handarbeit. Und bei allem Respekt, den ich modernen CGI-Künslern durchaus entgegenbringe: Die handgemachten Effekte aus „The Void“ übertreffen die üblichen CGI-Effekte moderner Horrorfilme um Längen. Weil sie einfach natürlicher wirken. Echter. Und ekliger. Trotz des vermutlich recht überschaubaren Budgets.
Ist „The Void“ also ein modernes Meisterwerk? So weit würde ich dann doch nicht gehen, denn der Film leistet sich auch seine Schwächen. Zum Beispiel bei der Geschichte, die zum Ende hin immer abstruser wird und dem Zuschauer einiges an Phantasie und Toleranz abverlangt. Auch wenn die Handlung durchaus einem roten Faden folgt, wirft das Geschehen mit der Zeit mehr Fragen auf, als es beantwortet – und lässt somit reichlich Platz für eine eigene Interpretation. Gut, Horrorfans, die wie ich mit Filmen aus den Achtzigern groß geworden sind, sind so was gewohnt. Das heutige Publikum hingegen, welches gefühlt für jede Kleinigkeit eine Erklärung benötigt, dürfte sich damit vermutlich eher schwer tun.
Auch bei den Charakteren, die leider recht blass bleiben, wäre mehr drin gewesen. Menschliche Hintergründe werden zwar angedeutet, aber leider nur oberflächlich betrachtet. Mit der Konsequenz, dass echte Anteilnahme am Schicksal der einzelnen Figuren eher ausbleibt.
Nichtsdestoweniger kann ich „The Void“ jedem Horrorfan wärmstens ans Herz legen. Und mal ganz ehrlich: Schwächen hatten und haben auch unsere geliebten Klassiker von damals. Das macht sie aber nicht zu schlechteren Filmen.
Mein Fazit
Herrlich altmodischer Horrorfilm im Stil der Achtziger, der zwar keine neuen Maßstäbe setzt, Fans des Genres (und des Jahrzehnts) aber in Verzückung versetzen dürfte.
Meine Wertung: 8/10
[youtube https://www.youtube.com/watch?v=RKVoLKg6nf0]
Seit die Menschheit von der Existenz von Vampiren und Lykanern weiß, macht die Regierung unerbittlich Jagd auf die beiden Rassen. Bei einer der zahlreichen Säuberungsaktionen wird Selene (Kate Beckinsale) von Michael (Scott Speedman) getrennt, gerät in Gefangenschaft und landet schließlich als Versuchsobjekt im Labor des Wissenschaftlers Dr. Jacob Lane (Stephen Rea). Erst 12 Jahre später gelingt Selene die Flucht und begibt sich sofort auf die Suche nach Michael. Dabei trifft sie auf das junge Mädchen Eve (India Eisley), das wie Michael ein Hybrid aus Vampir und Lykaner ist …
Nachdem das Prequel
Dagegen sehen Whitney Houston und Kevin Costner ganz schön alt aus: In Patrick Hughes‘ offensichtlich ziemlich durchgeknallter Actionkomödie „The Hitman’s Bodyguard“ muss Leibwächter Ryan Reynolds den Auftragskiller Samuel L. Jackson beschützen – was auch hier nicht ohne Reibereien verläuft.
Ehrlich gesagt hatte ich von dem Film bislang noch gar nichts mitbekommen, musste dafür beim Trailer aber eben Tränen lachen. Ganz ehrlich, „The Hitman’s Bodyguard“ scheint genau meinen Nerv zu treffen! Hoffentlich funktioniert die Chose auch als kompletter Film …
Übrig bleiben am Ende zwei Fragen:
1. Wieso heißt der Film bei uns „Killer’s Bodyguard (sind wir hier in Deutschland wirklich zu blöd für das Wort „Hitman“)?
2. Werden auch Ryan Reynolds und Samuel L. Jackson sich am Ende finden? Der Romantiker in mir hofft es natürlich …
Ich bin gespannt!
Als ich letzten Monat gefragt wurde, ob ich Lust hätte, eine Review zur Science-Fiction-Komödie „Lazer Team“ zu schreiben, wusste ich rein gar nichts über diesen Film. Erst durch die spätere Recherche erfuhr ich, dass es sich bei „Lazer Team“ um ein Projekt der YouTuber von Rooster Teeth handelt. Nun, spätestens seit Bibis Song wissen wir alle, dass es böse enden kann, wenn YouTuber die nächste Stufe erklimmen möchten. Sehr böse. Ob „Lazer Team“ für die Augen das ist, was „How it is (wap bap … )“ für die Ohren ist, erfahrt ihr in der folgenden Review …
Worum geht’s
Seit das Militär in den 60ern von der Existenz einer feindlich gesinnten außerirdischen Rasse erfahren hat, bereitet es sich intensiv auf den bevorstehenden Kampf vor. Damit die Menschheit überhaupt eine Chance hat, bekommt das Militär von freundlich gesinnte Aliens einen Superkampfanzug geschickt. Durch einen von einer übergroßen Feuerwerksrakete verursachten Unfall gelangt dieser Anzug jedoch in die Hände der vier Versager Hagan (Burnie Burns), Zach (Michael Jones), Herman (Colton Dunn) und Woody (Gavin Free). Da sich der Anzug genetisch an die Person bindet, die das jeweilige Teil als erstes benutzt, muss sich statt des Militärs nun das selbst ernannte Lazer Team in den Kampf um die Menschheit stürzen …
Meine Meinung
Puh, Entwarnung! „Lazer Team“ ist zwar alles andere als ein Meisterwerk, aber auch keine Gefahr für die Gesundheit. Und damit für mich schon mal eine positive Überraschung. Zugegeben, die Effekte sehen teilweise schon ein wenig dilettantisch bzw. die Optik des Films generell recht günstig aus, doch andererseits wirkt der Film optisch immer noch deutlich hochwertiger als die typische Asylum-Produktion. Und da sich der Film selbst absolut nicht ernst nimmt, passt auch der eine oder andere misslungene Effekt irgendwie ins Konzept. Oder anders formuliert: Wenn ich über schlechte Effekte belustigt schmunzle, statt mich darüber zu ärgern, haben die Macher wohl doch irgendwas richtig gemacht.
Leider lässt sich jedoch auch nicht abstreiten, dass der Film längst nicht so absurd ist, wie er hätte werden können. Nicht nur die Handlung, auch die Pointen bleiben größtenteils schon beinahe erschreckend gewöhnlich. Ein bisschen wirkt es so, als hätte den Machern der Mut gefehlt, komplett aus dem typischen Komödien-Einheitsbrei auszubrechen und dem Wahnsinn einfach freien Lauf zu lassen. Dabei hätte gerade dieser (zwischendurch immer mal wieder durchblitzende) Wahnsinn dem Film hervorragend zu Gesicht gestanden. So dümpelt „Lazer Team“ nach einem gelungenen Einstieg insbesondere im Mittelteil mit im Sande verlaufenden Pointen recht unspektakulär vor sich hin, bevor er sich dann im Finale wieder fängt. Da wäre deutlich mehr drin gewesen.
Nichtsdestoweniger wirken alle Beteiligten so, als hätten sie beim Dreh eine Menge Spaß gehabt. Und wer weiß, vielleicht bekommen wir in der für 2018 bereits angekündigten Fortsetzung ja die volle Ladung Gaga-Humor serviert. Lassen wir uns überraschen …
Mein Fazit
Sympathischer Science-Fiction-Trash, der trotz guter Ansätze leider nicht durchgeknallt genug ist und dadurch weit hinter seinen Möglichkeiten zurück bleibt.
Meine Wertung: 5/10
Traurig ist’s, muss einer sterben, blutig wird’s, kann man was erben. In „Wrong Turn 6: Last Resort“ verschlägt es Danny (Anthony Ilott) und seine Freunde aufgrund einer mysteriösen Erbschaft in ein tief im Wald gelegenes Ferien-Resort. Dort wartet jedoch nicht nur die versprochene Erbschaft auf Danny, sondern auch ein Familientreffen der etwas anderen Art. Danny gehört nämlich einer ganz speziellen Blutlinie an – und ist für seine noch lebenden Verwandten von besonderer Bedeutung …
Rob Schmidts 2003 entstandener „Wrong Turn“ ist auch heute noch ein durchaus spannender Backwood-Slasher mit gelungener Atmosphäre und überraschend guter Besetzung. Was danach kam, ist dann allerdings kaum der Rede wert. Der nunmehr sechste Teil der Reihe hat außer jeder Menge Blut und (zugegeben schönen) Brüsten so gut wie gar nichts mehr zu bieten. Spannung? Fehlanzeige! Sympathische Charaktere! Guter Witz! Eine interessante Geschichte? Nun, zwar bietet der Film tatsächlich so etwas wie eine Handlung, doch ist diese so dermaßen an den Haaren herbeigezogen, dass sich einem die Nackenhaare kräuseln. Immerhin gibt es reichlich Gore – und Sex. Um genau zu sein so viel Sex, dass ich mich zeitweise fragte, ob ich hier noch einen Horrorfilm oder nicht doch schon einen Softporno schaue. Sehenswert ist der Film deswegen aber noch lange nicht.
Wirklich schade, wie sich diese Reihe entwickelt hat …
Meine Wertung: 3/10
1993 drehte John Woo mit „Harte Ziele“ nicht nur seinen ersten, sondern gleichzeitig auch seinen bis heute besten US-Film. Und ja, ich habe „Im Körper des Feindes: Face/Off“ gesehen. Dieser ist zwar nett inszeniert und insbesondere schön massentauglich, war aber schon damals stellenweise eher unfreiwillig komisch. Und mal ehrlich: Die Action in „Harte Ziele“ fällt vielleicht nicht so pompös, aber dennoch schlicht beeindruckender aus. Wenn ich alleine an die grandiose Musik im Finale denke, gerate ich schon wieder ins Schwärmen. Aber lassen wir das, denn darum geht es heute nicht. Heute geht es um
Seit
Ich geb’s zu: Der deutsche Film und ich, wir sind nicht so richtig kompatibel. Dementsprechend gibt es nur wenige deutsche Filme, die mir wirklich gut gefallen. Aaaaber, es gibt sie. „Das Experiment“, „Die Welle“, „Wir sind die Nacht“ oder auch „Die Nacht der lebenden Loser“ und „Fack ju Göhte“, um mal zwei weit weniger düstere Beispiele zu nennen. Nichtsdestoweniger langweilen mich die meisten deutschen Filme einfach nur. Ob dies nun daran liegt, dass die meisten Filme tatsächlich langweilig sind, oder meine Sehgewohnheiten schlicht zu sehr von amerikanischen Produktionen geprägt wurden, lasse ich mal dahingestellt. Viel wichtiger ist an dieser Stelle doch: Wo reiht sich Fatih Akins „Tschick“ ein?
Worum geht’s
Der 14-jährige Maik (Tristan Göbel) hat es alles andere als leicht. Seine Mutter ist Alkoholikerin, sein Vater ein gewaltbereiter Blender mit einer Vorliebe für jüngere Frauen. In der Schule gilt Maik als Außenseiter und seine heimliche Liebe Tatjana (Aniya Wendel), das beliebteste Mädchen der Schule, nimmt ihn gar nicht erst zur Kenntnis. So kommt es auch, dass Maik nicht zu Tatjanas Geburtstagsparty eingeladen wird, obwohl er ihr extra ein Porträt gemalt hatte und ihr dieses als Geschenk überreichen wollte. Maiks neuer Klassenkamerad Andrej „Tschick“ Tschichatschow (Anand Batbileg), der ebenso ein Außenseiter ist, überredet ihn, Tatjana das Bild dennoch zu überreichen. In einem gestohlenen Lada fahren die beiden erst zu Tatjanas Party und danach in Richtung Walachei, um dort Tschicks Großvater zu besuchen …
Meine Meinung
Wie ich oben bereits schrieb, haben es deutsche Filme bei mir traditionell schwer. Was bei mir hingegen immer zieht, sind Filme über Außenseiter. Nicht zuletzt, weil auch ich in meiner Jugend ein Außenseiter war. Und es, wenn ich ehrlich bin, wohl auch immer noch bin. Folglich dürfte es niemanden verwundern, dass ich für entsprechende Figuren grundsätzlich Sympathien hege. Wenn Klassenschwarm Tatjana alle Mitschüler, bis auf Maik, zur Geburtstagsparty einlädt und dieser Tschicks Frage, wieso nicht auch er eingeladen ist, mit „Weil ich nun mal langweilig bin und scheiße aussehe.“ beantwortet, weiß ich recht genau, was in dieser Figur vorgeht. Denn auch wenn es objektiv betrachtet nicht stimmt, ändert es doch nichts daran, wie man sich in solchen Momenten fühlt. Umso wichtiger ist es, zu lernen, mit solchen Situationen umzugehen und zu erkennen, worauf es im Leben wirklich ankommt. Und sei es auf dem Beifahrersitz eines gestohlenen Ladas.
Und so ist Fatih Akins „Tschick“ einerseits ein typischer Coming-of-Age-Film in Form eines Roadmovies, in dem Jugendliche durch ein gemeinsames Abenteuer die Werte des Lebens lernen, andererseits aber auch ein Feel-Good-Movie voller Hoffnung und spaßiger Dialoge, die mich nicht nur schmunzeln, sondern teilweise auch laut lachen ließen. Witzig-absurde Szenen gehen Hand in Hand mit wehmütigen beziehungsweise nachdenklich stimmenden Szenen – und auch wenn der Film letztlich ein wenig oberflächlich bleibt, sorgt doch eben dieses Unbeschwerte dafür, dass man sich als Zuschauer stets wohl fühlt.
Besonders viel Freude hat mir Hauptdarsteller Tristan Göbel bereitet, der die Entwicklung seiner Figur Maik sehr nuanciert spielt und in nahezu allen Szenen eine tolle Leistung abliefert. Anand Batbileg geht als Tschick auch in Ordnung, während Mercedes Müller als Isa, die im Lauf der Fahrt hinzustößt, leider zu wenig Zeit hat, um dauerhaft in Erinnerung zu bleiben. Wirklich schade, da die Figur durchaus interessant ist, aber schlicht viel zu kurz in Erscheinung tritt.
Abschließend noch ein Wort zur DVD: Ich habe keine Ahnung, ob es an meiner Scheibe liegt, aber stellenweise zeigt das Bild bei mir starkes Flimmern und extrem heftige Muster. Insbesondere zu Beginn dachte ich, mein Fernseher sei kaputt. Falls ihr den Film ebenfalls auf DVD gesehen habt, könnt ihr mir ja mal verraten, ob euch so was auch aufgefallen ist. Würde mich wirklich interessieren …
Mein Fazit
So sympathischer wie kurzweiliger Jugendfilm mit tollen Darstellern, der genau das bietet, was man sich von einem gelungenen Coming-of-Age-Feel-Good-Roadmovie (jetzt gehen mir die Bindestriche aus) erhofft.
Meine Wertung: 8/10