Geschaut: „Carrie“ (2026)

Die 16-jährige Carrie White (Summer H. Howell) wird von ihren tiefreligiösen Eltern ohne Kontakt zur Außenwelt aufgezogen. Als Carries Vater bei einem Unfall ums Leben kommt, wird ihrer Mutter Margaret (Samantha Sloyan) auferlegt, sich einen Job zu suchen und Carrie auf eine staatliche Schule zu schicken. Durch ihre weltfremde Art gerät Carrie schnell ins Visier der dauermobbenden Chris Hargensen (Alison Thornton). Doch je mehr Carrie von ihren Mitschülern schikaniert wird, desto stärker werden die telekinetischen Fähigkeiten, die unerkannt in ihr schlummern …

Ein junges Mädchen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten, mobbende Mitschüler und ein Abschlussball, bei dem es zur blutigen Tragödie kommt. Die Geschichte von Stephen Kings Debütroman „Carrie“ ist so bekannt wie zeitlos und wurde bislang drei Mal verfilmt. Beziehungsweise vier Mal, wenn man die Fortsetzung „Carrie 2 – Die Rache“ mitzählt. Da stellt sich schon die Frage, ob es eine weitere Verfilmung wirklich gebraucht hat. Nachdem ich die neue Serie von Mastermind Mike Flanagan heute durchgebingt habe, kann ich sagen: ja, hat es.

Flanagan hat die Geschichte nicht nur in die moderne Zeit verlegt, sondern sie auch um diverse Handlungsstränge erweitert und schlägt insbesondere beim Ende völlig neue Wege ein. Stephen-King-Puristen werden sich darüber vermutlich ärgern, doch mir haben die Änderungen ausnahmslos ganz hervorragend gefallen. Eine große Rolle spielt zum Beispiel das Thema Cybermobbing, das sich nicht auf Carrie White beschränkt, sondern so gut wie jeden trifft und sich nicht nur auf die Schule, sondern auf die gesamte Stadt auswirkt. Neu ist auch eine geheime Organisation, die auf der Suche nach Carrie ist – und die jede Menge Raum für eine Fortsetzung lässt. Mike Flanagan hat bereits bestätigt, dass er genug Ideen für drei Staffeln hat. Hoffentlich bekommt er die Chance, diese auch umzusetzen.

Dass die Serie so gut funktioniert, liegt nicht nur an der zeitlosen Grundidee, sondern insbesondere an den hervorragend geschriebenen Figuren. Den Machern gelingt das Kunststück, selbst den unsympathischsten von ihnen genug Ambivalenz zuzugestehen, dass man als Zuschauer nicht umhin kommt, vielleicht kein Mitgefühl, aber zumindest Verständnis zu entwickeln. Tief im Inneren hätte ich mich gefreut, wenn sich am Ende einfach alle aussprechen und Freunde werden – wohl wissend, dass dies nicht passieren wird. Witzigerweise ist es ausgerechnet Carrie, die sich trotz ihres Alters und ihrer schwierigen Kindheit stets vorbildlich und deeskalierend verhält. Wir sollten alle mehr wie diese Carrie sein.

Apropos Carrie: Summer H. Howell ist als Carrie White ’ne Wucht und spielt die Rolle mit einer nahezu perfekten Mischung aus Naivität, Neugierde und Optimismus – bis daraus zwangsläufig Wut und Verzweiflung werden. Fast genauso gut: Samantha Sloyan als herrschsüchtige und religiös verblendete Mutter, die im Grunde nur das Beste für ihre Tochter im Sinn hat, dabei aber nicht merkt, wie sie beim Versuch, ihre Tochter zu beschützen, alles nur noch schlimmer macht. Großartig gespielt. Von beiden.

Wenn es etwas zu kritisieren gibt, dann dass der Horroranteil zu gering ausfällt bzw. kaum vorhanden ist. „Carrie“ mag eine hervorragende Coming-of-Age-Geschichte mit übersinnlichem Touch sein, wirklich gruselig ist die Serie aber zu keiner Zeit. Aber hey, das ist wirklich Jammern auf verdammt hohem Niveau.

Meine Wertung: 9/10

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Geschaut: „Below“ (2026)

Als Kind musste der Fischer Calvin Penney (Josh Hartnett) mitansehen, wie sein Vater auf offener See unter ungeklärten Umständen ums Leben kam. Als es 40 Jahre später erneut zu seltsamen Todesfällen kommt und Calvin auf einer seiner Touren seltsam riechendes Eis entdeckt, vermutet die Meeresbiologin Dr. Fonda Howander (Mackenzie Davis), dass ein bislang unentdeckter Kopffüßer die Ursache sein könnte …

Es gibt Themen, die kriegen mich einfach immer. Zum Beispiel Creature Horror, der im oder auf dem Wasser spielt. Dementsprechend neugierig war ich, als Netflix die Miniserie „Below“ ankündigte. Zumal auch noch Josh Hartnett die Hauptrolle spielt, dem ich es wirklich mehr als nur gönne, dass er derzeit schauspielerisch seinen zweiten Frühling erlebt. Also habe ich die sechs Folgen gestern Abend durchgebingt. Und wurde trotz kleiner Abzüge in der B-Note gut unterhalten.

Es ist schwer, über „Below“ zu schreiben, ohne inhaltlich zu viel zu verraten. Daher nur so viel: „Below“ ist kein klassischer Mensch-gegen-Tier-Kampf, sondern greift auch Themen auf, die ich in dieser Serie nicht unbedingt erwartet hätte. Speziell in einer Folge spielt der Riesenkalmar sogar so gut wie gar keine Rolle. Einerseits ist dies natürlich eine Stärke, da man als Zuschauer nie so recht weiß, was als nächstes passiert. Andererseits wirkte es auf mich zeitweise so, als hätten die Macher schlicht zu viel gewollt. So viel, dass es teilweise schon absurd-trashig wird. Das muss man schon mögen.

Was vermutlich jeder mögen wird, sind die Figuren. Sowohl der von Josh Hartnett gespielte Calvin als auch seine gesamte Familie sowie deren Freunde sind einfach verdammt sympathisch. Nicht besonders gut ausgearbeitet, aber sympathisch. Und dann ist da noch diese filmisch herrlich unverbrauchte Umgebung. Neufundland ist wahrlich eine Schönheit. Wäre ich der Typ für kleine Gemeinden, ich würde dort definitiv leben wollen.

Des Weiteren hat es mich sehr gefreut, auf so viele bekannte Namen und Gesichter zu treffen. Neben Josh Hartnett (mag ich unter anderem für „The Faculty“ und „Halloween H20“) und Mackenzie Davis (mag ich unter anderem für „The F-Word“ und „Freaks of Nature“) gibt es auch ein Wiedersehen mit David Wenham (mag ich für „Van Helsing“ – ihr habt jetzt doch wohl nicht mit „Der Herr der Ringe“ gerechnet?) und Natasha Henstridge (mag ich für alles). Ach ja, und Rohan Campbell (mag ich für „Halloween Ends“, auch wenn ich den Film nicht mag) und Charlie Heaton (hat wie in „Stranger Things“ wieder kein Glück bei den Frauen) sind auch dabei. Außerdem hat Helen Shaver bei zwei Folgen Regie geführt. Falls ihr euch jetzt fragt, wer zum Teufel Helen Shaver ist: Helen Shaver hat die weibliche Hauptrolle in „Tremors 2“ gespielt. Und falls ihr euch jetzt fragt, was zum Teufel „Tremors 2“ ist … tja, dann kann ich euch auch nicht mehr helfen.

Abschließend bleibt mir nur zu schreiben, dass ich sehr viel Spaß mit „Below“ hatte. Eine zweite Staffel scheint derzeit zwar nicht geplant zu sein, aber ich würde mich sehr darüber freuen. Genug Potenzial ist definitiv vorhanden.

Meine Wertung: 7/10

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Von Geschäftsaufgaben und Steuernachzahlungen

Ich erinnere mich, als wäre es gestern gewesen. Wie ich erste zaghafte Versuche in der Porträtfotografie unternahm. Wie die Shooting-Anfragen immer zahlreicher wurden. Und wie ich dachte, es sei eine gute Idee, ein Gewerbe anzumelden. Jetzt, exakt 10 Jahre später, habe ich mein Gewerbe wieder abgemeldet. Weil die Shootings immer seltener wurden. Und weil noch weniger Menschen bereit waren, für Fotos zu bezahlen. Wirklich schade.

Mein Plan war, mit der Fotografie genug Geld zu verdienen, um meine Arbeitszeit reduzieren zu können. Tatsächlich bin ich mit der Fotografie nie aus den roten Zahlen herausgekommen. Fühle ich mich deswegen wie ein Versager? Sicherlich. Aber wie es sich für einen echten, von Natur aus unfehlbaren Mann gehört, würde ich das niemals öffentlich zugeben. Allerdings frage ich mich schon, ob die ausbleibenden Shootings mit der Qualität meiner Fotos zusammenhängen. Oder gar mit mir als Mensch. Ich habe keine Ahnung. Und werde es wohl auch nie erfahren.

Was ich jedoch weiß, ist, dass das Finanzamt es gar nicht gerne sieht, wenn man ein Gewerbe anmeldet, aber keinen Gewinn damit erzielt. Dementsprechend groß waren meine Befürchtungen, dass es nach der Geschäftsaufgabe und der finalen Steuererklärung zu einer entsprechenden Nachzahlung kommen würde. Und ich sollte Recht behalten. Der aktuelle Steuerbescheid ist inzwischen eingetrudelt. Vier Wochen habe ich nun Zeit, den offenen Betrag zu begleichen. Zum Glück fiel die Nachzahlung niedriger aus, als ich erwartet hatte. Um genau zu sein, muss ich einen (in Zahlen: 1) Euro nachzahlen. Ich bin optimistisch, den Betrag ohne Aufnahme eines Kredits zusammenzubekommen.

Dass ich mein Gewerbe abgemeldet habe, bedeutet übrigens nicht, dass ich die Fotografie an den Nagel hänge. Meine Kamera wird mich auch weiterhin täglich begleiten. Und wenn es sich ergibt, werde ich auch weiterhin Porträts fotografieren. Ich werde Menschen aber nicht mehr hinterherrennen. Die Fotografie wird für mich künftig also ein reines Hobby aus Spaß an der Freude sein. Aber hey, das muss ja nichts Schlechtes sein.

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Aus der Kategorie „News, die ich nicht habe kommen sehen“: Die Horrorkomödie „Black Sheep“ bekommt eine Fortsetzung. Und ich liebe alles daran!

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Die zweite Staffel von „Dexter: Wiedererwachen“ startet am 30. Oktober. Hach, ick freu mir!

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Geschaut: „Protector“ (2025)

An ihrem Geburtstag wird die 16-jährige Chloe (Isabel Myers) von skrupellosen Menschenhändlern entführt. Allerdings haben die Menschenhändler ihre Rechnung ohne Chloes Mutter Nikki (Milla Jovovich) gemacht. Die ehemalige Elite-Soldatin setzt all ihre Fähigkeiten ein, um ihre Tochter zurückzubekommen – und tötet gnadenlos jeden, der sich ihr in den Weg stellt …

Puh. Was ich damit sagen will: Puh, also nee. Grundsätzlich bin ich für Selbstjustiz-Reißer wirklich leicht zu begeistern, aber „Protector“ ist ’ne ganz schwierige Nummer. Mal ganz abgesehen davon, dass der Film viel, und ich meine VIEL zu dunkel ist und optisch generell einen alles andere als schönen DTV-Charme versprüht, hat er mich auch inhaltlich nur wenig bis gar nicht fesseln können. Im Grunde ist „Protector“ eine schon fast dreiste Mischung aus „Rambo“ und „96 Hours“, wobei es ihm leider nicht gelingt, aus den verschiedenen Teilen ein spannendes oder zumindest interessantes Ganzes zu formen. Und dann besitzt der Film auch noch die Frechheit, am Ende einen Twist aus dem Hut zu zaubern, der so hanebüchen ist, dass ich nicht wusste, ob ich lachen oder weinen soll. Immerhin ist die Action ganz passabel und mit angemessener Härte inszeniert – so man in der Dunkelheit denn etwas davon sieht. Und Milla Jovovich ist auch mit ihren inzwischen 50 Jahren immer noch badass as fuck und eine durchaus glaubhafte Kampfmaschine. Eine komplette Zeitverschwendung ist „Protector“ also nicht. Mehr als unterer Durchschnitt aber auch nicht. Schade.

Meine Wertung: 4/10

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Geschaut: „Primate“ (2025)

Lucy (Johnny Sequoyah) besucht mit zwei Freundinnen ihren Vater Adam (Troy Kotsur) und ihre kleine Schwester Erin (Gia Hunter), die gemeinsam mit dem Schimpansen Ben auf Hawaii leben. Was niemand ahnt: Ben hat sich vor kurzem mit Tollwut infiziert – und macht schon bald Jagd auf seine menschliche Familie …

Der Film ist gerade mal wenige Minuten alt, da werden einem Tierarzt auch schon Haut und Fleisch vom Gesicht gerissen. Und die Kamera hält voll drauf, was mir ein freudiges „WTF!?!“ entlockte. Danach werden rund 20 Minuten lang die Figuren und das Setting etabliert, nur um dann endgültig ans Eingemachte zu gehen. Und auch hier geizt Regisseur Johannes Roberts nicht mit Blut und Gewalt. Der an sich herzensgute Schimpanse macht in seinem Wahn wahrlich keine Gefangenen und auch vor Sympathieträgern nicht halt, was in Verbindung mit den größtenteils handgemachten Effekten und einer Nettolaufzeit von gerade mal knapp über 80 Minuten keine Langeweile aufkommen lässt. Zugegeben, originell ist hier nichts. Und die Figuren sind zwar nicht unsympathisch, insgesamt aber recht blass. Das stört aber nicht, denn als überraschend grimmiger Tierhorrorfilm für zwischendurch macht „Primate“ dennoch eine gute Figur. Ich zumindest hatte meinen Spaß mit dem tierischen Treiben. Und habe mich mehr als nur einmal gefragt, wie dieser Film eine 16er-Freigabe bekommen konnte. Aber hey, ich will mich gar nicht beschweren. Ganz im Gegenteil. Ich wünschte, die FSK hätte schon in den 80ern und 90ern so entspannt bewertet.

Meine Wertung: 7/10

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Gespielt: „Wolfenstein: The New Order“

Unglaublich, aber wahr: Ich habe in den letzten nunmehr fast vier Wochen nicht einen einzigen Film geschaut. Klar, ich habe ab und an mal einen Film nebenbei laufen lassen, aber so richtig geschaut? Nope. Dafür habe ich mal wieder die Xbox glühen lassen und gespielt. Viel gespielt. Sehr viel gespielt. Insgesamt habe ich vier Spiele beendet. Und bin momentan so richtig im Flow, wie man so schön sagt. Ich hatte schon fast vergessen, wie viel Spaß es macht, sich so richtig auf ein Spiel einzulassen und stundenlang darin zu versinken.

Los ging’s mit „Wolfenstein: The New Order“. In diesem übernimmt man als Spieler die Rolle des Soldaten B.J. Blazkowicz, der 1946 den Auftrag erhält, den skrupellosen Nazi-Wissenschaftler Wilhelm „Deathshead“ Strasse zu töten und dessen grausame Experimente zu beenden. Doch die Mission schlägt fehl. Zwar kann B. J. entkommen, endet aufgrund einer schweren Kopfverletzung jedoch bewegungsunfähig in einem polnischen Sanatorium, wo er von der Krankenschwester Anya hingebungsvoll gepflegt wird. Erst 14 Jahre später kommt B. J. wieder zu sich. Gerade rechtzeitig, um Anya vor einem NS-Trupp zu retten, der den Befehl hat, das gesamte Sanatorium auszulöschen. Von Anya erfährt B. J., dass die Nazis nicht nur den Krieg gewonnen haben, sondern inzwischen über die komplette Welt herrschen …

Ich geb’s zu: Vor ein paar Jahren hatte ich schon einmal mit „Wolfenstein: The New Order“ angefangen, bin damals aber über den Prolog nicht hinausgekommen. Weil mir das Spiel zu schwer war. Und ich zu stolz, um den Schwierigkeitsgrad auf „Can I play, Daddy?“ zu stellen. Inzwischen bin ich älter. Weiser. Und von meinem ehemaligen Stolz ist nichts mehr übrig. Was gut ist, denn ansonsten hätte ich eine wunderbare Spielerfahrung verpasst. Eine Spielerfahrung, mit der ich nie gerechnet hätte. Im Grunde habe ich das Spiel an jenem Tage nur angeschmissen, weil ich Lust auf brutales Geballer ohne Sinn und Verstand hatte. Zu meiner eigenen Überraschung sorgte dann aber nicht (ausschließlich) das Gameplay dafür, dass ich den Controller nicht mehr aus der Hand legen wollte, sondern ausgerechnet die Story. Mal ganz abgesehen davon, dass das Szenario einer von den Nazis beherrschten Welt herrlich düster ist, waren insbesondere die Charaktere so sympathisch, dass ich unbedingt wissen wollte, wie es mit ihnen weitergeht.

Und so ballerte ich mich durch die überraschend abwechslungsreichen und ausgesprochen gut lesbaren Level, in der Hoffnung auf ein Happy End. Wobei, nicht ganz. Und damit komme ich zur zweiten Sache, mit der ich nie gerechnet hätte: Ich ballerte nicht nur, ich schlich auch. Freiwillig. Dazu muss ich erklärend sagen, dass ich Schleichen in Spielen hasse. Weil ich zu dumm zum Schleichen bin. Und zu ungeduldig. Hier aber nicht. Hier bereitete es mir immense Freude, mich an die Gegner heranzuschleichen und sie lautlos mit dem Messer hinzurichten. Oder Gegner zu umgehen, um zuerst den Commander zu finden und auszuschalten, damit dieser keinen Alarm auslösen kann. Wobei selbstverständlich auch die offenen Schusswechsel grandios waren. Egal ob mit einer einzelnen Waffe oder beidhändig, durch die Gegner zu mähen, machte einfach Spaß. Die Waffen fühlten sich wuchtig an, die Gegner verhielten sich nachvollziehbar und die gelegentlichen Bosse waren, trotz niedrigstem Schwierigkeitsgrad, immer noch eine ansprechende Herausforderung für mich. Bei den einfachen NS-Schergen hingegen war ich irgendwann in einem regelrechten John-Wick-Flow, sprich: eine Salve in den Körper, eine in den Kopf. Und weiter zum nächsten Gegner. Wie in einem Actionfilm zum Selberspielen. Herrlich!

Als dann nach rund neun Stunden der Abspann über meinen Fernseher lief, war ich regelrecht traurig, dass es vorbei war. Und gleichzeitig dankbar, dass das Spiel nicht unnötig in die Länge gezogen wurde. Zumal der Nachschub bereits in meiner Spielebibliothek auf mich wartete. Aber das ist eine Geschichte für einen anderen Blogbeitrag.

Abschließend bleibt mir nur zu sagen: Wer sich auch nur ansatzweise für Story-getriebene Ego-Shooter interessiert und „Wolfenstein: The New Order“ bislang nicht gespielt hat, sollte dies unbedingt nachholen. Es lohnt sich!

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Back to the roots (bitte nicht nach- oder gar hinterfragen, einfach nur zur Kenntnis nehmen): Mein Blog heißt nun wieder CineKie.blog und läuft auch wieder unter eben dieser URL. Sofern ich keinen Fehler gemacht habe, sollten die alten URLs entsprechend weitergeleitet werden.

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Geschaut: „Bone Lake“ (2024)

Ein paar entspannte Tage an einem idyllischen See – genau so haben sich die eher ruhig veranlagten Sage (Maddie Hasson) und Diego (Marco Pigossi) ihr Wochenende vorgestellt. Dummerweise tauchen kurz nach ihrer Ankunft die extrovertierten Cin (heißer als die derzeitigen Außentemperaturen: Andra Nechita) und Will (Alex Roe) auf, die das Haus aufgrund eines Fehlers im System ebenfalls gebucht haben. Da das Anwesen groß genug ist, beschließen die beiden Paare, aus der Not eine Tugend zu machen und sich die Unterkunft zu teilen. Doch je mehr Zeit sie miteinander verbringen, desto seltsamer verhalten sich Cin und Will …

„Bone Lake“ beginnt mit einem nackten Paar, das durch einen Wald gejagt und brutal ermordet wird. Dementsprechend ist von Anfang an klar, worauf die Chose hinausläuft. Das bedeutet aber keineswegs, dass „Bone Lake“ deswegen langweilig ist. Ganz im Gegenteil. Dass Cin und Will Psychopathen sind, einen perfiden Plan verfolgen und mit ihren Opfern spielen, ist mehr als offensichtlich. Dennoch bietet der Film auf dem Weg zum Finale zahlreiche kleinere Wendungen und Überraschungen, die die Spannung aufrechterhalten. Außerdem ist das Vorgehen von Cin und Will herrlich durchtrieben und auf eine böse Art verdammt unterhaltsam. Und wenn am Ende die Karten auf den Tisch gelegt werden und sich die Spannung entlädt, wird aus dem bislang eher ruhigen Thriller ein knallharter und überaus brutaler Überlebenskampf, der dank seiner handgemachten Effekte auch Gore-Freunde zufriedenstellt. Seine 18er-Freigabe hat sich der Film redlich verdient.

Was mich besonders gefreut hat: Die Protagonisten verhalten sich (im Rahmen der Genre-Grenzen) nicht nur erfreulich clever, sondern sind auch verdammt sympathisch. Ja, dieses Paar hat seine Probleme, aber wie Sage und Diego reagieren, wenn es darauf ankommt, davon können sich viele Paare mal ’ne Scheibe abschneiden. Nicht ohne Grund habe ich den beiden bis zum Ende die Daumen gedrückt und gehofft, dass sie doch noch irgendwie heil aus der Nummer rauskommen.

Das Rad erfindet „Bone Lake“ gewiss nicht neu, aber als eine sexy Variante von „Speak No Evil“ hat er für mich dennoch ausgesprochen gut funktioniert.

Meine Wertung: 7/10

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Chroniken eines fotografierenden Filmnerds

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