Beverly Hills Cop: Axel F (2024)

Ich geb’s zu: Als ich den Film startete, war ich ein wenig aufgeregt. Ich bin mit den „Beverly Hills Cop“-Filmen groß geworden. Der erste Teil gehört zu meinen absoluten Lieblingsfilmen. Den zweiten mag ich immer noch sehr gerne. Und den dritten … gut, über den breiten wir lieber den Mantel des Schweigens aus. Meine Güte, ist der schlecht. Keine Ahnung, was die Macher sich dabei gedacht haben. Fast exakt 40 Jahre nach dem Kinostart des Originals hat Netflix nun den vierten Teil mit dem Titel „Beverly Hills Cop: Axel F“ veröffentlicht. Und die Frage, die ich mir stellte, lautete: Wird diese reichlich verspätete Fortsetzung an die Qualität der ersten beiden Teile anknüpfen oder die Reihe endgültig ruinieren?

Worum geht’s

Schon seit Jahren hat Axel Foley (Eddie Murphy) keinen Kontakt zu seiner in Beverly Hills als Staatsanwalt arbeitenden Tochter Jane (Taylour Paige). Dies ändert sich, als er einen Anruf seines Freundes Billy Rosewood (Judge Reinhold) erhält. Von Billy erfährt Axel, dass Jane sich mit ihrem aktuellen Fall mächtige Feinde gemacht hat und in Lebensgefahr schwebt. Klar, dass Axel sich sofort auf den Weg nach Beverly Hills macht …

Meine Meinung

Wenige Minuten reichten aus und ich wusste: Das hier ist wieder mein Beverly Hills Cop. Der alberne Ton des dritten Teils ist glücklicherweise komplett verschwunden, stattdessen wirkt der Film von Minute eins an wie ein Best-of der ersten beiden Teile – nur halt in der heutigen Zeit spielend. Die Dialoge sind flott wie eh und je, verleugnen aber auch nicht, dass die Figuren allesamt älter und reifer geworden sind. Die Action ist wohl dosiert und erfreulich geerdet. Und sowohl der Score als auch die Musik wurden gleich komplett übernommen (und um ein paar neue Tracks ergänzt). Das Ergebnis mag nicht besonders originell sein und im Endeffekt auch keine echten Überraschungen bieten, hat mir aber genau das gegeben, was ich mir erhofft hatte. Es ist wahrlich verdammt lange her, dass ich mich in einem Film so schnell so heimisch gefühlt habe.

„Ich bin nicht das erste Mal in Beverly Hills.“

„Das konnte ich sehen. Haben Sie mal Ihre Akte gelesen? Da steht viel drin: Ruhestörung, diverse Schießereien, Fluch vor der Polizei, das war ’84. Dann kommt ’87. Und dann ’94. Nicht Ihre Sternstunde.“

Sehr gefreut habe ich mich auch über die zahlreichen Anspielungen, die im Film versteckt wurden. Nicht nur auf die Vorgänger, auch auf andere Filme, in denen Eddie Murphy mitgewirkt hat. So bekommt nicht nur der (zu Recht) geschmähte dritte Teil einen Seitenhieb ab, auch Murphys beliebte Rolle in „Shrek“ wird in einer Szene zitiert. Und den einen oder anderen Cameo gibt es auch zu entdecken, ohne dabei allzu aufdringlich zu sein. Ich liebe gut gemachten Fan-Service.

Was der Film hingegen nicht bietet, ist eine ausgefeilte Story. Wer der eigentliche Drahtzieher ist, steht so ziemlich von Anfang an fest. Und auch worum es letztlich geht, ist im Grunde recht früh klar. Aber das war bereits in den Vorgängern so, ist also im Grunde nur konsequent. Ein bisschen kreativer hätten die Drehbuchschreiber dennoch gerne sein dürfen. Dasselbe gilt auch für die Vater-Tochter-Beziehung, die nicht über die üblichen Probleme und Reibereien hinauskommt. Aber gut, das hier ist auch immer noch ein „Beverly Hills Cop“-Film und kein Charakterdrama.

Auch die Actionszenen wirken auf den ersten Blick eher unspektakulär. Allerdings auch nur auf den ersten Blick, denn im Gegensatz zu anderen aktuellen Filmen kommt „Beverly Hills Cop: Axel F“ fast komplett ohne CGI aus. Dadurch wirkt alles ein paar Nummern kleiner, aber halt auch ein paar Nummern echter. Die Flucht mit dem Hubschrauber zum Beispiel ist nur halb so bombastisch wie in „Terminator: Genisys“, macht aber doppelt so viel Spaß, schlicht weil sie echt und nicht am Computer entstanden ist. Ich möchte künftig wieder mehr Stunts und Action wie in diesem Film sehen! Bitte!

Mein Fazit

Axel Foley ist zurück! Ein wenig älter, ein wenig ruhiger, aber tief im Inneren immer noch ganz der Alte. Genau so wollte ich ihn sehen, genau so habe ich ihn bekommen. Auch wenn der Film nicht besonders originell ist und definitiv keine Filmgeschichte schreiben wird, bin ich komplett zufrieden. Wenn’s nach mir geht, darf ein fünfter Teil gerne kommen!

Medienrückblick KW 28/2024

Und schon ist er da, der Sonntag. Und damit auch mein Medienrückblick, der allerdings nicht sonderlich umfangreich ausfällt. Ich hab’s diese Woche noch mal ruhig angehen lassen und meine letzten freien Tage genossen. Vielleicht sogar ein bisschen verschwendet. Aber hey, auch so was darf mal sein. Immerhin habe ich meine Filmsammlung neu sortiert und sogar ein paar Porträts bearbeitet und veröffentlicht. Sooo faul war ich also gar nicht. Und nun genug geschwafelt. Los geht’s mit meinem Medienrückblick:

Lego hat ein Set zu einem meiner absoluten Lieblingsfilme vorgestellt: Der weiße Hai. Und als kleines Appetithäppchen gibt’s eine Zusammenfassung des Films im typischen Lego-Stil. Herrlich. Da bekomme ich direkt Lust, mir „Der weiße Hai“ mal wieder anzuschauen. Ach, und was das Lego-Set angeht: Shut up and take my money!

Ein Problem, das uns alle betrifft: Populismus und Polarisierung im Netz. Hierzu hat der SPIEGEL ein Interview mit Ingrid Brodnig geführt. Wirklich Neues bietet dieses Interview zwar nicht, aber vielleicht bringt es ja dennoch den einen oder anderen dazu, den eigenen Umgang mit den sozialen Medien zu überdenken.

Weiter geht’s mit den ernsten Themen: Das Medienmagazin ZAPP hat einen sehenswerten Beitrag zu Gigi D’Agostinos „L’amour toujours“ und dem Sylt-Video veröffentlicht. Darin wird unter anderem angemerkt, dass sich viele Texte für dieses Lied eignen. Mein Vorschlag: Arschlöcher raus! Arschlöcher raus! Deutschland den Netten, Arschlöcher raus!

Julian Aé hat für den SPIEGEL an einem Fachtag zum Thema „Nachhaltige Männlichkeit fördern – toxische Männlichkeit überwinden“ teilgenommen und darüber berichtet. Bei dem Thema mögen sich bei einigen die Fußnägel aufrollen (bei mir übrigens auch), aber der Beitrag ist erfreulich neutral und empathisch geschrieben. Für die ersten 10 unter euch, die kein Spiegel+-Abo haben, habe ich hier einen entsprechenden Link.

Und zu guter Letzt hat SPACE FROGS ein Video zum Untergang von X aka Twitter veröffentlicht. Fazit: Schlecht war Twitter schon immer, als X ist es nun nicht mehr nur schlecht, sondern richtig schlecht. Ich bin geneigt dem zuzustimmen, auch wenn ich in der Anfangszeit (so bis 2015) extrem viel Spaß auf der Plattform hatte. Lang ist’s her.

So, das war’s für diese Woche, mit der dann auch mein Urlaub endet. Morgen beginnt wieder der Ernst des Lebens. Möge Gott meinen Kollegen beistehen.

Fenja – März 2024

Seit knapp zwei Wochen befinden wir uns in der zweiten Jahreshälfte – wenn das mal kein guter Zeitpunkt ist, um die im März entstandenen Fotos von Fenja zu zeigen. Was das eine mit dem anderen zu tun hat? Gar nichts. Aber mir fiel schlicht keine bessere Einleitung ein. Sorry.

Wie dem auch sei: Im März waren Fenja und ich im beschaulichen Plön unterwegs. In der prallen Mittagssonne. Rückblickend betrachtet nicht die klügste Idee, aber wer kann denn auch ahnen, dass in Norddeutschland die Sonne scheint? Und dann auch noch im März? Aber gut, schattige Plätzchen lassen sich ja zum Glück überall finden. Und so sind dann unter anderem die folgenden Fotos entstanden. Ein paar in der Sonne. Ein paar im Schatten. Wäre ja auch irgendwie langweilig, wenn das Wetter es einem zu einfach machen würde.

Btw. war es trotz der Sonne arschkalt. Keine Ahnung, wie Fenja das ausgehalten hat. Frauen sind halt doch härter als Männer.

Falls dir meine Porträts gefallen und du Lust hast, auch mal vor meiner Kamera zu stehen: Hier gibt’s weitere Informationen.

Serienmittwoch 443

Eigentlich sollte ich endlich mal meine Review zu „Beverly Hills Cop: Axel F“ fertigstellen, aber irgendwie habe ich bei dem Text seit Tagen eine Schreibblockade. Da kommt mir der aktuelle Serienmittwoch von Corlys Lesewelt gerade recht, um auf andere Gedanken zu kommen. Die heutige Frage lautet:

Welcher Film baut dich auf, wenn es dir schlecht geht?

Für jemanden wie mich, der einen Großteil seiner Kraft aus Filmen zieht, genau die richtige Frage. Die folgende Liste ist alphabetisch sortiert und stellt somit keine Wertung dar. Auf ihre eigene Art sind alle diese Filme großartig.

2 Millionen Dollar Trinkgeld (1994)

Du verlierst deine Hoffnung in die Menschheit? Dann schau dir diesen Film an, danach geht’s dir besser. Erst recht, wenn du dir klarmachst, dass der Film auf einer wahren Begebenheit beruht. Schön. Einfach nur schön.

Clerks II (2006)

Nerdgequatsche. Jede Menge Gute-Laune-Musik. Nerdgequatsche. Absurder Humor. Nerdgequatsche. Rosario Dawson. Ach ja, und ganz viel Nerdgequatsche. Ich liebe diesen Film.

Plötzlich Familie (2018)

Noch ein Film, der auf einer wahren Begebenheit beruht, und der zeigt, dass Menschen richtig richtig toll sein können. Stellenweise urkomisch, stellenweise extrem rührend. Alleine beim Gedanken daran bekomme ich feuchte Augen. Im positiven Sinn.

Shrek – Der tollkühne Held (2001)

Ein menschenfeindlicher Oger und eine coole Prinzessin dekonstruieren die heile Disney-Welt – und sind dabei so liebenswürdig, dass man gar nicht anders kann, als beim Schauen gute Laune zu bekommen.

Vielleicht, vielleicht auch nicht (2008)

Ein noch nicht völlig überdrehter Ryan Reynolds. Eine einfach nur bezaubernde Isla Fisher. Und eine Story irgendwo zwischen „Harry und Sally“ und „How I Met Your Mother“. Genau der richtige Film für Menschen, die tief im Inneren hoffnungslose Romantiker sind.

So, das soll für heute reichen. Vielleicht führe ich die Liste irgendwann noch mal in einem separaten Beitrag fort.

Medienrückblick KW 27/2024

Es ist Sonntag. In meinem Magen kämpfen ein Big Mac, ein Quarterpounder mit Käse und 20 Chicken McNuggets um die Vorherrschaft, während im Hintergrund Formel-1-Boliden überraschend spannend ihre Runden drehen. Eine gute Gelegenheit, um meinen Medienrückblick für diese Woche fertigzustellen.

Da ich nach wie vor Urlaub habe, habe ich erneut viel (zu viel) Zeit in Sanktuario verbracht. Dennoch habe ich mich wie angekündigt auch wieder dem Mediengeschehen gewidmet. Zumindest ein bisschen.

Zum Beispiel habe ich endlich einen Beitrag von Simplicissimus zum Absturz der deutschen Filmindustrie nachgeholt. Kurz und knackig zusammengefasst und mit vielen historischen Informationen gewürzt – hat mir gut gefallen.

Am Mittwoch wurde „Beverly Hills Cop: Axel F“ bei Netflix veröffentlicht. Passend dazu gibt’s derzeit bei ARTE mit Eddie Murphy, Hollywoods schwarzer König eine zwar etwas oberflächliche, aber dennoch sehenswerte Doku über Eddie Murphy.

Bei YouTube hat Fancy Reviews sich Alien 3 vorgenommen und den Film sowie die Produktionsgeschichte gewohnt witzig kommentiert. Unter uns: Ich mag diesen Kanal. So sehr, dass ich sogar eine kostenpflichtige Kanalmitgliedschaft abgeschlossen habe. Und das heißt wirklich was.

Nicht neu, aber derzeit wieder online verfügbar und immer wieder einen Blick wert: Die Dopamin-Falle – Der Botenstoff und die sozialen Medien. Es ist gleichermaßen faszinierend wie erschreckend, was soziale Medien mit unserem Gehirn machen.

Wer sich für Politik und Gesellschaft interessiert, dem möchte ich die Bundestagsdebatte zum Thema Meinungsfreiheit schützen – Boykott von wissenschaftlichen und demokratischen Veranstaltungen an deutschen Hochschulen verhindern ans Herz legen. Für euch zusammengefasst: Alle sind sich einig, dass das Niederbrüllen anderer Meinungen komplett daneben ist, aber so richtig interessiert das die Beteiligten nur dann, wenn es Menschen trifft, deren Meinung sie selbst teilen. Und das beschreibt die aktuelle Gesellschaft im Grunde sehr gut.

Zum Abschluss gibt’s noch einen Artikel der Psychotherapeutin Franca Cerutti zum Thema toxische Positivität mit dem Titel Immer positiv denken? Warum man sich dadurch oft schlechter fühlt. Hierbei handelt es sich um einen SPIEGEL+-Artikel. Wer kein entsprechendes Abo hat, für den habe ich hier einen gesonderten Link. Allerdings kann dieser nur zehnmal geöffnet werden. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

So, das war es für diese Woche. Mal schauen, was die nächste bringt.

Generation V – Staffel 1 (2023)

Oft ist Timing alles im Leben. Hier ein aktuelles Beispiel:

Gestern habe ich als Vorbereitung auf die vierte Staffel von „The Boys“ endlich die erste Staffel des Spin-offs „Generation V“ nachgeholt. Mein ursprünglicher Plan sah vor, direkt nach dem Schauen ein paar Sätze darüber zu schreiben. Als ich um 18 Uhr mit der Staffel durch war, war ich allerdings so im Universum drin, dass ich auch direkt die fünf bislang veröffentlichten Folgen der aktuellen „The Boys“-Staffel gucken „musste“. Schwupps war es 22 Uhr – und ich zu müde, um noch etwas zu Papier bzw. auf den Bildschirm zu bringen.

Heute bin ich dann in „Diablo IV“ versumpft. Und würde vermutlich immer noch spielen, wären nicht die Xbox-Server vor rund einer Stunde ausgefallen. Wenn das mal kein Zeichen war. Da ich eh nicht mehr spielen konnte, öffnete ich mein Notebook, warf einen Blick in meinen RSS-Reader – und musste laut lachen, denn der gute Bullion hat das getan, was ich mir eigentlich für gestern vorgenommen hatte: eine Review zur ersten Staffel von „Generation V“ geschrieben. Und das Beste daran: Sein Eindruck entspricht fast exakt meiner Meinung. Ich kann mir meinen Text also sparen und faul auf ihn verweisen. Wie oben geschrieben: Timing ist alles.

Für euch kurz zusammengefasst: Die Figuren sind erfreulich menschlich und sympathisch, die Story ist überraschend spannend, und generell ist die Serie deutlich besser (und brutaler), als ich erwartet hatte. Sie ist sogar so gut, dass sie mir besser gefallen hat als die aktuelle Staffel der Hauptserie (die sich zumindest in den bislang veröffentlichten Folgen doch ziemlich zieht). Für mehr hüpft einfach rüber zu moviescape.blog.

Nur einen Punkt sehe ich kritischer als Bullion: Man merkt der Serie recht stark an, dass Amazon mal wieder krampfhaft dem aktuellen Zeitgeist entsprechen möchte. Das klappt bei manchen Themen erstaunlich gut, wirkt bei anderen aber einfach nur aufgesetzt. Speziell die Fähigkeiten der nichtbinären Figur wirken auf mich, als wären sie nur da, um dieses Thema irgendwie in die Serie einfließen lassen zu können. Dass so etwas auch besser geht, zeigt aktuell die Serie „Chucky“. Aber hey, vielleicht fällt den Machern ja in der zweiten Staffel etwas Sinnvolles dazu ein.

So oder so ist „Generation V“ eine fantastische Serie – und für Fans von „The Boys“ ohnehin Pflicht, da die Handlung sich direkt auf die Hauptserie auswirkt. Hach, ich freue mich schon auf Staffel 2!

Catch the Killer (2023)

Sonntagabend. 19 Uhr. Ich sitze mit viel zu viel Essen im Magen auf der Couch und denke darüber nach, was ich mit den letzten Stunden des Tages anfangen möchte. Noch ein bisschen zocken? Puh, zu anstrengend. Ein Buch lesen? Ach nee, so vollgefressen wie ich bin, schlafe ich dabei nur ein. Schlussendlich fällt meine Wahl auf den Thriller „Catch the Killer“. Eine gute Wahl, wie sich sehr schnell herausstellt.

Worum geht’s

Baltimore. Silvester. Während überall in der Stadt die Feuerwerke beginnen, erschießt ein Scharfschütze wahllos 29 Menschen. Das FBI beginnt unter der Leitung des erfahrenen Special Agent Lammark (stark: Ben Mendelsohn) zu ermitteln. Schnell wird dieser auf die junge Streifenpolizistin Eleanor Falco (noch stärker: Shailene Woodley) aufmerksam, die als eine der Ersten am Tatort war und geistesgegenwärtig Videoaufnahmen der anwesenden Menschen anfertigte, in der Hoffnung, so den Täter identifizieren zu können. Lammark holt Eleanor kurzerhand in sein Team, welches fieberhaft daran arbeitet, den Killer zu fassen, bevor er erneut zuschlägt. Doch der Killer hat nicht nur keine Spuren hinterlassen, er scheint auch keinem bekannten Muster zu entsprechen …

Meine Meinung

„Das Schweigen der Lämmer“. „Copykill“. „Sieben“. Was haben diese Filme gemeinsam? Richtig: einen Serienkiller. Psychisch angeknackste Ermittler. Und jede Menge Ermittlungsarbeit. Wer wie ich schon ein paar Jahre mehr auf dem Buckel hat, wird sich erinnern, dass solche Geschichten mal sehr beliebt waren. Während wir in den 90ern von entsprechenden Thrillern geradezu überschwemmt wurden, sind solche Filme heute so gut wie ausgestorben. Leider. Umso schöner, dass es mit „Catch the Killer“ nun endlich mal wieder einen neuen Vertreter dieses Genres gibt. Und einen ganz hervorragenden noch dazu.

Jüngere (oder ungeduldige) Menschen seien aber gewarnt: „Catch the Killer“ widersetzt sich fast komplett den aktuellen Sehgewohnheiten und wirkt wie eine Zeitreise. Keine schnellen Schnitte. Keine knalligen Actionszenen. Kein ausuferndes Finale. Der Film setzt voll und ganz auf die Ermittlungsarbeit und seine Figuren – und gehört trotzdem (oder gerade deswegen) zu den spannendsten Thrillern, die ich in letzter Zeit gesehen habe. Außerdem hat der Film neben geschickt platzierter Gesellschaftskritik ein paar wahrlich bedrückende Szenen zu bieten. Als Beispiel sei hier jene genannt, in der Eleanor nach einem Massaker den Tatort betritt und an zahlreichen Leichen vorbeigeht, während die Smartphones der Ermordeten beinahe panisch klingeln. Unangenehm.

Generell ist der Film sehr gut darin, von Anfang an eine unfassbar trübselige und bedrückende Stimmung zu vermitteln. Seien es die wahllosen Opfer, die klar machen, dass niemand sicher ist. Die Beweggründe des Killers, über die ich selbstverständlich nichts verraten werde. Oder auch die konkurrierenden Behörden, die sich bei den Ermittlungen immer wieder selbst im Weg stehen und Machtspielchen über Menschenleben stellen. Hier kann man schon mal seinen Glauben an die Menschheit verlieren. Es ist sicherlich kein Zufall, dass der Film im Original „Misanthrope“ heißt.

Nicht unerwähnt bleiben darf auch Shailene Woodley, der ich, ich bin ehrlich, solch eine Leistung nicht zugetraut hätte. Hochintelligent und selbstbewusst auf der einen, selbstzerstörerisch und verletzlich auf der anderen Seite – die von ihr perfekt gespielte Eleanor ist genau so widersprüchlich, wie es die meisten von uns sind. Und gerade das macht diese Figur so greifbar. Stark. Richtig richtig stark.

Mein Fazit

Na bitte, es geht doch: „Catch the Killer“ ist ein erfreulich ruhiger und gradliniger Thriller alter Schule, der auf modernen Schnickschnack verzichtet und damit Erinnerungen an Klassiker wie „Das Schweigen der Lämmer“ weckt. An seine großen Vorbilder reicht er zwar nicht ganz heran, ist aber auch nicht weit davon entfernt.

(kein) Medienrückblick KW 26/2024. Und KW 25. Und KW 24.

Na, das läuft ja super mit meinem sonntäglichen Medienrückblick. Zu meiner Entschuldigung: Ich habe seit einer Woche Urlaub. Okay okay okay, ich weiß, was ihr jetzt denkt: Wenn der Kerl momentan Urlaub hat, sollte er dann nicht erst recht Zeit für sein Blog haben? Die Antwort auf diese Frage lautet: Ja, aber auch nein.

Bedauerlicherweise fielen die beiden Wochen vor meinem Urlaub noch mal überraschend stressig aus. So stressig, dass ich mich nach Feierabend eher berieseln ließ, und mein Hirn nur selten mit neuen Texten oder Dokumentationen fütterte. Tja, und wenn ich nichts lese oder schaue, kann ich auch über nichts schreiben bzw. euch nichts empfehlen. Ihr kennt ja den Spruch mit dem nackten Mann und den Taschen.

Ja gut, mögt ihr jetzt denken, und was ist mit der dritten Woche? Da hattest du doch frei und jede Menge Zeit!?! Ja, das hatte ich in der Tat. Aber wie ihr sicherlich wisst, hat Sonic the Hedgehog am 23.6. Geburtstag (bzw. ist an diesem Tag sein erstes Spiel erschienen). Und wichtige Geburtstage wollen nun mal gewürdigt werden. Also habe ich die letzte Woche traditionsgemäß mit Videospielen verbracht und mich ansonsten dem süßen Nichtstun hingegeben. Hach, was waren das schöne Tage. Okay, abgesehen von einer kurzen Phase, in der ich sehr viel Zeit auf dem Klo verbracht habe. Die war echt beschissen und zum Kotzen. Aber keine Sorge, ich erspare euch die Details.

Was ich eigentlich sagen möchte: Eine Woche Urlaub ist vorbei, zwei liegen noch vor mir. Und bevor ich geistig völlig abbaue, werde ich mir nun auch wieder Zeit für Nachrichten, Reportagen und den ganzen Rest nehmen. Mal schauen, was die Welt da draußen zu bieten hat …

Warchief: Angriff der Orks (2024)

Ich habe es wieder einmal getan und mir einen Film angeschaut, den die meisten Menschen nicht mal im Halbschlaf nebenbei zum endgültigen Wegdösen gucken würden: „Warchief: Angriff der Orks“. In diesem sollen die Wächter Orion (Stuart Brennan) und Griff (Rosanna Miles) einen Boten sicher zum König geleiten, was an sich gar nicht so schwer wäre, würden sie nicht ständig angriffslustigen Orks und tollwütigen Menschen über den Weg laufen.

Wer mich kennt, der weiß, dass ich durchaus ein Herz für Trash-Filme habe. Dass ein (nicht besonders originelles) Wortspiel von mir es auf das Cover von „Sharknado 2“ geschafft hat, macht mich selbst heute noch ein kleines bisschen stolz. Und ich kann sogar begründen, wieso ich ab und an gerne Trash-Filme schaue: Zum einen rücken sie andere Filme ins rechte Licht und sorgen dafür, dass ich selbst durchschnittliche Filme mehr zu schätzen weiß. Und zum anderen habe ich großen Respekt vor Menschen, die etwas tun, was ihnen Spaß macht, auch wenn ihnen dazu ganz offensichtlich das Geld und in vielen Fällen auch das Talent fehlt. Ich meine hey, ich kann nicht besonders gut schreiben und habe (filmwissenschaftlich) keine Ahnung von Filmen, blase aber trotzdem meine unbedeutende Meinung in die Welt hinaus. Man könnte sagen: Mein gesamtes Blog beruht auf dem Tu-was-dir-Spaß-macht-Prinzip!

Dass ich ein Herz für solche Filme und Respekt vor den Beteiligten habe, ändert jedoch nichts daran, dass es für Normalsterbliche im Grunde kaum Gründe gibt (im Grunde kaum Gründe – sehr schön formuliert, Sven), sich solche Filme anzuschauen. Manchmal gibt es kleine Perlen, die durch verrückte Ideen oder immerhin durch unfreiwilligen Humor punkten, aber oft sind sie einfach nur eine unfassbare Zeitverschwendung. So auch „Warchief: Angriff der Orks“, der ohne Zweifel zu den langweiligsten Filmen gehört, die ich je gesehen habe.

In „Clerks II“ gibt es eine wunderbare Szene, in der eine der Hauptfiguren sich über die „Der Herr der Ringe“-Trilogie lustig macht und behauptet, die drei Filme würden im Grunde nur daraus bestehen, dass irgendwer von A nach B geht. Was dort überspitzt und witzig dargestellt wird, trifft auf „Warchief: Angriff der Orks“ tatsächlich zu. 90 Minuten lang laufen die Wächter und der Bote durch den Wald und führen bedeutungsschwangere Gespräche, die auf rein gar nichts hinauslaufen. Unterbrochen wird das dröge Geschehen lediglich von noch langweiligeren Flashbacks und von gelegentlichen Kämpfen, die allerdings weder spannend noch in sonst irgendeiner Art und Weise sehenswert inszeniert sind. Nur der titelgebende Warchief sorgt ab und an für unfreiwillige Heiterkeit, wenn er in seinem billigen Kostüm alleine durch den Wald stapft, bedrohlich gemeinte Worte in die Leere brüllt und dabei wie seine eigene Parodie wirkt. Ein oder zwei Mal konnte ich darüber tatsächlich lachen. Das rettet den Film aber auch nicht.

Abigail (2024)

Durch das heutige Überangebot kommt es nur noch sehr selten vor, dass ich einem Film so richtig entgegenfiebere und am Tag der Veröffentlichung wie auf Kohlen sitze, weil ich endlich mit ihm starten möchte. Dank des Horrorfilms „Abigail“ war es gestern mal wieder so weit. Und so saß ich nach einem viel zu langen Arbeitstag um Punkt 18 Uhr mit leuchtenden Augen und heruntergelassenen Hosen Vorhängen auf der Couch. Worum es in dem Film geht und ob die Vorfreude berechtigt war (Spoiler: ja!), erfahrt ihr, wenn ihr weiterlest …

Worum geht’s

Eine zusammengewürfelte Crew (u. a. Melissa Barrera, Dan Stevens und Kevin Durand) erhält den Auftrag, die 12-jährige Abigail zu entführen. Das Ziel: Lösegeld in Höhe von 50 Millionen Dollar. Der Coup gelingt, doch während die Entführer mit ihrem Opfer in einem abgelegenen Haus auf das Geld warten, wird ihnen klar, dass sie in eine Falle getappt sind …

Meine Meinung

Seit Wochen freue ich mich auf diesen Film. Ach, was schreibe ich: seit Monaten! Um genau zu sein, seit ich zum ersten Mal den dazugehörigen Trailer gesehen habe. Dieser verrät dann auch gleich den „Twist“ des Films. Und ich schreibe „Twist“ ganz bewusst in Anführungszeichen, denn meiner Meinung nach ist dies kein Twist, sondern die Prämisse des Films. Nach rund der Hälfte des Films wird nämlich klar: Das hier ist gar kein Entführungsthriller, sondern waschechter Vampirhorror. Und extrem blutiger noch dazu.

Völlig zu Recht werden da Erinnerungen an „From Dusk Till Dawn“ wach. Und auch wenn dieser noch mal in einer anderen Liga spielt, so macht „Abigail“ doch jede Menge Spaß. Das verwinkelte Haus ist eine tolle Location, der schwarze Humor lockert das Geschehen auf (ohne dabei ins Alberne abzugleiten) und das Blut spritzt und fließt, als gäbe es kein Morgen (was für die meisten Beteiligten auch zutrifft). Vom Stil her lässt sich „Abigail“ am ehesten mit „Ready or Not“ vergleichen, was auch kein Wunder ist, schließlich stecken mit Matt Bettinelli-Olpin und Tyler Gillett dieselben Regisseure dahinter.

Leichte Abzüge in der B-Note gibt es für die Figuren, die allesamt recht blass bleiben. Interessante Ansätze sind zwar vorhanden, viel gemacht wird daraus aber nicht. Glücklicherweise können insbesondere Dan Stevens, Kevin Durand und Kathryn Newton dies durch ihre Spielfreude locker ausgleichen – ganz zu schweigen von Alisha Weir, die ständig zwischen verängstigtem Mädchen und blutrünstigem Vampir hin- und herwechselt und damit den Erwachsenen komplett die Show stiehlt.

Mein Fazit

„Abigail“ erfindet das Rad nicht neu, ist aber eine ebenso spaßige wie blutige Mischung aus „From Dusk Till Dawn“ und „Ready or Not“. Für mich, der Horrorfilme und schwarzen Humor liebt, ein echter Volltreffer!

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