Gespielt: „Wolfenstein: The New Order“

5. September 2026 | Videospiele | 0 Kommentare

Unglaublich, aber wahr: Ich habe in den letzten nunmehr fast vier Wochen nicht einen einzigen Film geschaut. Klar, ich habe ab und an mal einen Film nebenbei laufen lassen, aber so richtig geschaut? Nope. Dafür habe ich mal wieder die Xbox glühen lassen und gespielt. Viel gespielt. Sehr viel gespielt. Insgesamt habe ich vier Spiele beendet. Und bin momentan so richtig im Flow, wie man so schön sagt. Ich hatte schon fast vergessen, wie viel Spaß es macht, sich so richtig auf ein Spiel einzulassen und stundenlang darin zu versinken.

Los ging’s mit „Wolfenstein: The New Order“. In diesem übernimmt man als Spieler die Rolle des Soldaten B.J. Blazkowicz, der 1946 den Auftrag erhält, den skrupellosen Nazi-Wissenschaftler Wilhelm „Deathshead“ Strasse zu töten und dessen grausame Experimente zu beenden. Doch die Mission schlägt fehl. Zwar kann B. J. entkommen, endet aufgrund einer schweren Kopfverletzung jedoch bewegungsunfähig in einem polnischen Sanatorium, wo er von der Krankenschwester Anya hingebungsvoll gepflegt wird. Erst 14 Jahre später kommt B. J. wieder zu sich. Gerade rechtzeitig, um Anya vor einem NS-Trupp zu retten, der den Befehl hat, das gesamte Sanatorium auszulöschen. Von Anya erfährt B. J., dass die Nazis nicht nur den Krieg gewonnen haben, sondern inzwischen über die komplette Welt herrschen …

Ich geb’s zu: Vor ein paar Jahren hatte ich schon einmal mit „Wolfenstein: The New Order“ angefangen, bin damals aber über den Prolog nicht hinausgekommen. Weil mir das Spiel zu schwer war. Und ich zu stolz, um den Schwierigkeitsgrad auf „Can I play, Daddy?“ zu stellen. Inzwischen bin ich älter. Weiser. Und von meinem ehemaligen Stolz ist nichts mehr übrig. Was gut ist, denn ansonsten hätte ich eine wunderbare Spielerfahrung verpasst. Eine Spielerfahrung, mit der ich nie gerechnet hätte. Im Grunde habe ich das Spiel an jenem Tage nur angeschmissen, weil ich Lust auf brutales Geballer ohne Sinn und Verstand hatte. Zu meiner eigenen Überraschung sorgte dann aber nicht (ausschließlich) das Gameplay dafür, dass ich den Controller nicht mehr aus der Hand legen wollte, sondern ausgerechnet die Story. Mal ganz abgesehen davon, dass das Szenario einer von den Nazis beherrschten Welt herrlich düster ist, waren insbesondere die Charaktere so sympathisch, dass ich unbedingt wissen wollte, wie es mit ihnen weitergeht.

Und so ballerte ich mich durch die überraschend abwechslungsreichen und ausgesprochen gut lesbaren Level, in der Hoffnung auf ein Happy End. Wobei, nicht ganz. Und damit komme ich zur zweiten Sache, mit der ich nie gerechnet hätte: Ich ballerte nicht nur, ich schlich auch. Freiwillig. Dazu muss ich erklärend sagen, dass ich Schleichen in Spielen hasse. Weil ich zu dumm zum Schleichen bin. Und zu ungeduldig. Hier aber nicht. Hier bereitete es mir immense Freude, mich an die Gegner heranzuschleichen und sie lautlos mit dem Messer hinzurichten. Oder Gegner zu umgehen, um zuerst den Commander zu finden und auszuschalten, damit dieser keinen Alarm auslösen kann. Wobei selbstverständlich auch die offenen Schusswechsel grandios waren. Egal ob mit einer einzelnen Waffe oder beidhändig, durch die Gegner zu mähen, machte einfach Spaß. Die Waffen fühlten sich wuchtig an, die Gegner verhielten sich nachvollziehbar und die gelegentlichen Bosse waren, trotz niedrigstem Schwierigkeitsgrad, immer noch eine ansprechende Herausforderung für mich. Bei den einfachen NS-Schergen hingegen war ich irgendwann in einem regelrechten John-Wick-Flow, sprich: eine Salve in den Körper, eine in den Kopf. Und weiter zum nächsten Gegner. Wie in einem Actionfilm zum Selberspielen. Herrlich!

Als dann nach rund neun Stunden der Abspann über meinen Fernseher lief, war ich regelrecht traurig, dass es vorbei war. Und gleichzeitig dankbar, dass das Spiel nicht unnötig in die Länge gezogen wurde. Zumal der Nachschub bereits in meiner Spielebibliothek auf mich wartete. Aber das ist eine Geschichte für einen anderen Blogbeitrag.

Abschließend bleibt mir nur zu sagen: Wer sich auch nur ansatzweise für Story-getriebene Ego-Shooter interessiert und „Wolfenstein: The New Order“ bislang nicht gespielt hat, sollte dies unbedingt nachholen. Es lohnt sich!

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