Seit knapp einer Woche verbringe ich meine Nächte nicht mehr alleine. Nein, nicht was ihr jetzt denkt. In meinem Schlafzimmer hat es sich eine Zitterspinne gemütlich gemacht. Einen Meter von meinem Bett entfernt. Exakt auf Kopfhöhe. Aber hey, sie tut mir nichts, also tu ich ihr auch nichts. Außerdem habe ich so endlich mal wieder jemanden, dem ich eine gute Nacht wünschen kann. Wieso ich das überhaupt erzähle? Weil ich heute den Spinnen-Horrorfilm „Crawlers“ geschaut habe. Und ich sag’s mal so: Diese Spinnen würde ich nicht bei mir übernachten lassen …
Worum geht’s
Serena (Matilda Lutz) arbeitet als Hausmeister in einem heruntergekommenen Wohngebäude, in dem sie gleichzeitig als Mieter lebt. Als ihr Nachbar George (Chris Rogers) unter mysteriösen Umständen ums Leben kommt, stellt das IDC das Gebäude vorsichtshalber unter Quarantäne. Allerdings ist kein Virus für den Tod verantwortlich, sondern eine extrem giftige Spinnenart, die George unbemerkt aus seinem letzten Urlaub mitgebracht hat. Und diese Spinnen breiten sich nun rasend schnell im gesamten Gebäude aus …
Meine Meinung
Ich bin positiv überrascht: Erwartet hatte ich ein billig getrickstes B-Movie, doch „Crawlers“ entpuppte sich recht schnell als überraschend kompetent gefilmter Genre-Vertreter, der das Rad zwar nicht neu erfindet, mir aber dennoch viel Spaß bereitet hat. Und ja, das liegt auch an der wunderschönen Matilda Lutz, die seit „Revenge“ einen festen Platz in meinem Herzen hat, und die hier das sympathische Mädchen von nebenan spielt. Es liegt aber eben nicht nur an Matilda Lutz. Neben der von ihr gespielten Serena gibt’s in „Crawlers“ genug sympathische Nebenfiguren, deren Schicksal mir nicht egal war. Und noch mehr unsympathische, deren Ableben ich kaum erwarten konnte, und an denen sich die Spinnen erfreulich fies austoben. Wirklich explizit wird’s zwar nur selten, aber die eine oder andere eklige Szene hat der Film durchaus zu bieten, etwa wenn die Spinnen aus den Körpern der Toten herauskrabbeln.
Dass die Effekte dabei fast ausschließlich aus dem Computer stammen, ist natürlich ein wenig schade, aber immerhin sind sowohl die Spinnen als auch die übrigen Effekte erfreulich brauchbar animiert. Ja, man sieht dem Film sein (vermutlich) geringes Budget an, als störend habe ich das aber nie empfunden. Nicht zuletzt, da der Film seine eigentliche Handlung zwar durchaus ernst nimmt, sich dabei aber auch stets ein sympathisches Augenzwinkern bewahrt.
Wirklich originell wird’s zwar nur selten, etwa wenn eine Paintball-Leinwand zum Leben erwacht, aber ehrlich gesagt wüsste ich auch nicht, wie man in diesem Subgenre neue Akzente setzen könnte. Vielleicht müssen aktuelle Genre-Vertreter dies aber auch gar nicht. Immerhin gibt’s mit „Arachnophobia“ bereits seit 1990 den nahezu perfekten Spinnen-Horrorfilm. Und unterhaltsam ist „Crawlers“ zweifellos. Damit bin ich bereits mehr als zufrieden.
Meine Wertung: 7/10
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