Nachdem ich die ersten beiden Wochen meines Urlaubs extrem entspannt angegangen bin, ist nun die Zeit gekommen, langsam wieder ein wenig produktiver zu werden. Nicht nur, weil mein Blog sonst auszusterben droht, sondern insbesondere, um sich nicht zu sehr ans Faulenzen zu gewöhnen und den Schock kleiner zu halten, wenn es nächste Woche wieder ins Büro geht. Also hinfort mit dir, innerer Schweinehund – und los!
Worum geht’s
Detective Nick Cassidy (Dolph Lundgren) ist einem international agierenden Mädchenhändler-Ring auf der Spur. Als er bei einem Einsatz dessen Sohn erschießt, zieht Nick den Zorn des mächtigen Gangsterbosses Viktor Dragovic (Ron Perlman) auf sich. Nach einem brutalen Anschlag auf sein Haus wacht Nick schwer verletzt im Krankenhaus auf. Von seinem Vorgesetzen Costello (Peter Weller) und dem FBI-Agenten Reed (Michael Jai White) wird Nick darüber informiert, dass sowohl seine Frau als auch seine Tochter bei dem Anschlag ums Leben gekommen sind und Viktor sich nach Bangkok abgesetzt hat. Nichts mehr zu verlieren, begibt sich Nick nach Bangkok um Viktors Netz auf eigene Faust zu zerschlagen und Rache für seine getötete Familie zu nehmen. Dabei trifft Nick auf den gnadenlosen Cop Tony Vitayakul (Tony Jaa), der ebenfalls Jagd auf Viktor und dessen Schergen macht …
Meine Meinung
Seit heute ist der Direct-to-Video-Actioner „Skin Trade“ im Handel erhältlich – und hat mich durchaus positiv überrascht. „Skin Trade“ hebt sich nicht nur wohltuend von den billigen Ostblock-Produktionen eines Steven Seagal ab, sondern weckt sogar Erinnerungen an die guten alten 90er und günstig produzierte B-Actionfilme wie „Excessive Force“, „Showdown in Little Tokyo“ und den (wenn auch unerreichbaren) „Rapid Fire“. Dabei ist mir selbstverständlich bewusst, dass es sich bei diesen Filmen mitnichten um Meisterwerke handelt. Aber sie sind solide inszeniert und geben dem Genre-Fan das, was er sehen möchte: kurzweilige Action ohne Schnörkel. Und genau in diese Kerbe schlägt auch „Skin Trade“.
Dass ich dem Film pünktlich zum Release überhaupt eine Chance gegeben und nicht gewartet habe, bis er im Grabbeltisch zu finden ist, liegt nicht zuletzt an der Besetzung neben Dolph Lundgren, die mich hoffen ließ, hier mehr geboten zu bekommen als den üblichen Direct-to-Video-Bodensatz. Zugegeben, Tony Jaa („Ong-bak“, „Revenge of the Warrior“, „Fast & Furious 7“) und Michael Jai White („Spawn“, „Undisputed II: Last Man Standing“, „Black Dynamite“) sind derzeit keine zukünftigen Oscar-Anwärter, doch in Actionszenen wissen sie schon heute nicht nur zu überzeugen, sondern durchaus auch zu beeindrucken. Mit Ron Perlman („Hellboy“, „Drive“, „Pacific Rim“) als Gegenspieler und Peter Weller („RoboCop“, „Screamers“, „Star Trek: Into Darkness“) sowie Cary-Hiroyuki Tagawa („Showdown in Little Tokyo“, „Mortal Kombat“, „Planet der Affen“) in kleineren Nebenrollen darf der Film (für solch eine Produktion) durchaus als hochwertig besetzt bezeichnet werden.
Namen können bekanntlich mehr versprechen als letztlich gehalten wird, doch glücklicherweise kann auch der Rest des Films grundsätzlich überzeugen. Die gradlinige Geschichte wird ohne Längen vorangetrieben, die Dialoge kommen ohne peinliche Aussetzer aus und optisch sieht „Skin Trade“ sowohl in den ruhigen als auch in den Actionszenen überraschend hochwertig und keineswegs wie eine Billigproduktion aus. Die Actionszenen selbst bieten zwar keine echten Höhepunkte, wurden aber durchaus solide und abwechslungsreich inszeniert. Von Verfolgungsjagden über Schießereien bis hin zu waffenlosen Kämpfen wird alles geboten, was der Actionfan sehen möchte. Insbesondere die Kämpfe Lundgren vs. Jaa und Jaa vs. White sind erstaunlich lang, gut choreografiert und überraschend übersichtlich gefilmt, so dass es eine wahre Freude ist, den Beteiligten beim Demonstrieren ihres Könnens zuzuschauen.
Selbstverständlich lassen sich auch Kritikpunkte finden. Ehrlich gesagt muss man nach diesen nicht mal suchen, sie springen einem direkt ins Auge. Zum Beispiel, dass die übersichtliche Geschichte lediglich als Rechtfertigung für die zahlreichen Actionszenen dient, auch wenn uns ein überraschend offenes Ende und eine Texttafel vor dem Abspann mehr weismachen wollen. Auch kommt der Film nicht ohne die typischen Klischees und mehrere Logiklöcher sowie vermeidbare Anschlussfehler aus. Und dass sich die Beteiligten nicht so recht zwischen einer simplen Selbstjustiz-Geschichte und einem düsterem Film über den Menschenhandel entscheiden konnten, sorgt ebenfalls für Abzüge in der B-Note.
Nichtsdestoweniger ist „Skin Trade“ eine unterhaltsame Angelegenheit und mit all seinen Schwächen letztlich genau das geworden, was man von diesem Film erwarten durfte. Aufgabe erfüllt!
Mein Fazit
Kurzweiliger und überraschend hochwertig inszenierter B-Actioner mit toller Besetzung und soliden Actionszenen, der das Rad zwar nicht neu erfindet, aber mehr als solide unterhält.
Meine Wertung: 7/10
Lest auch weitere Stimmen aus der deutschen Film-Blogosphäre:
Cellurizon
Filmfraß
Als „Jurassic Park“ 1993 in unseren Kinos startete, war ich 16 Jahre alt. Und von dem Film, wie so ziemlich jeder Junge meines Alters, absolut begeistert. Heute bin ich
Worum geht’s
Die grausamen Ereignisse gehören der Vergangenheit an, John Hammonds Traum ist wahr geworden: Seit zehn Jahren strömen täglich Zehntausende in den beliebten Dinosaurier-Themenpark Jurassic World und erfreuen sich an den ehemals ausgestorbenen Tieren. Um den schwindenden Gästezahlen entgegenzuwirken, kreieren die Forscher eine neue Attraktion, den Indominus Rex. Dieser entpuppt sich jedoch nicht nur als äußerst aggressiv, sondern auch als außergewöhnlich intelligent. Als dem Tier die Flucht aus seinem Gehege gelingt, bricht im Park das Chaos aus. Während Parkleiterin Claire (Bryce Dallas Howard) und Velociraptoren-Trainer Owen (Chris Pratt) versuchen, die Gäste in Sicherheit zu bringen, sieht der zwielichtige Hoskins (Vincent D’Onofrio) den richtigen Moment gekommen, um zu beweisen, dass Velociraptoren nicht bloß tödliche Tiere sind, sondern in den richtigen Händen auch eine perfekte Waffe darstellen können …
Meine Meinung
Ich mach’s kurz: „Jurassic World“ ist eine mehr als würdige Fortsetzung, die den dritten Teil spielend hinter sich lässt und sich zwar deutlich hinter (dem vermutlich unerreichbaren) „Jurassic Park“, aber knapp vor dessen unmittelbarer Fortsetzung „Vergessene Welt“ einordnet. Regisseur Colin Trevorrow verlässt sich auf die Stärken des Originals und bietet dem Publikum eine packende Hetzjagd mit größtenteils famosen Actionszenen und Effekten, begeht dabei aber glücklicherweise nicht den Fehler, sich in monotoner Daueraction zu verlieren. Wie schon in „Jurassic Park“ gibt es auch in „Jurassic World“ immer wieder Zeit zum Durchatmen, in der die Geschichte dezent vorangetrieben wird und neue, wenn auch meist vorhersehbare Erkenntnisse ans Licht kommen. Wer den ersten Teil gut kennt, darf sich zusätzlich auf zahlreiche Anspielungen freuen, die überall im Film darauf warten, vom aufmerksamen Zuschauer entdeckt zu werden. Und natürlich darf auch John Williams‘ tolles „Jurassic Park“-Theme nicht fehlen. Alleine für den Moment, in dem dieses Musikstück zum ersten Mal gespielt wird, lohnt sich das Eintrittsgeld.
Was „Jurassic World“ hingegen leider komplett fehlt, sind markante Figuren wie ein Dr. Alan Grant oder ein Dr. Ian Malcolm. Versteht mich bitte nicht falsch, Bryce Dallas Howard und Chris Pratt sind wie immer sympathisch und machen ihre Sache durchaus ordentlich, doch bleiben ihre Charaktere erschreckend blass, letztlich austauschbar und dementsprechend auch nicht lange in Erinnerung. Dasselbe gilt für die Filmmusik, die, vom Original-Theme abgesehen, keinerlei Wiedererkennungswert besitzt. Außerdem, und damit komme ich zu meinem letzten Kritikpunkt, wirkt das Finale dann doch etwas zu dick aufgetragen. Selbst für einen Film mit genetisch manipulierten Dinosauriern.
Mein Fazit
Spannender Abenteuerfilm mit tollen Effekten und packender Action, aber auch mit blassen Figuren und dadurch verschenkten Darstellern. Andererseits sind die wahren Stars ohnehin die Dinosaurier – und diese sind über alle Zweifel erhaben.
Meine Wertung: 8/10
STOPP! Bevor ihr aufhört zu lesen, möchte ich euch noch den Text „
Neues Haus, neues Glück. Oder auch nicht. Kaum sind die Bowens in ihrem neuen Zuhause eingezogen, sehen sich Eric (Sam Rockwell), Amy (Rosemarie DeWitt) und ihre Kinder Kendra (Saxon Sharbino), Griffin (Kyle Catlett) sowie Nesthäkchen Madison (Kennedi Clements) mit übernatürlichen Phänomenen konfrontiert. Erst stehen nur Haare zu Berge, dann bewegen sich Gegenstände wie von Geisterhand selbst und schließlich wird Griffin von einem Baum angegriffen, während Madison in ihren Kleiderschrank gezogen wird und im Störbild des Fernsehers wieder auftaucht. Jetzt können nur noch das Team rund um die Wissenschaftlerin Dr. Brooke Powell (Jane Adams) und der paranormale TV-Moderator Carrigan Burke (Jared Harris) helfen …
Hach, „Poltergeist“. Das Original war nicht nur mein erster Gruselfilm, sondern zählt für mich auch heute noch zu den besten Werken dieses Genres. Und jetzt kommt’s: Obwohl ich das Original verehre und ein Remake als eher unnötig empfand, hat sich die 2015er-Version gestern ebenso in mein Herz gespielt wie das Original. Nicht zuletzt, weil Regisseur Gil Kenan („Monster House“) mich daran erinnert hat, dass Horrorfilme nicht zwingend düster und bierernst oder albern und überzogen sein müssen, sondern durchaus auch unbekümmert und einfach unterhaltsam sein dürfen. Am ehesten lässt sich der 2015er „Poltergeist“ mit der Fahrt in einer Gruselachterbahn vergleichen: Man weiß von Anfang an, dass niemandem etwas Böses geschieht, wird schnell ins Geschehen geworfen, erschreckt sich regelmäßig, zwischendurch wird’s kurzzeitig schnell, laut und bunt – und ehe man es sich versieht, ist die Fahrt auch schon vorbei.
Von einigen kleinen Abweichungen und Modernisierungen abgesehen, erzählt der Film dabei die Geschichte des Originals nach, strafft diese aber auf kurzweilige 93 Minuten. Da bleibt zwar kein großer Platz für etwaige Charakterentwicklungen, doch sind sämtliche Figuren ohnehin von Anfang an greifbar und äußerst sympathisch, so dass dies nicht negativ auffällt. Positiv fallen dafür der lockere Ton, die unbeschwerte Atmosphäre und die äußerst gelungenen Kamerafahrten auf, die Gil Kenan und sein Team auf die Leinwand gezaubert haben.
Was ich letztlich sagen möchte: Ich habe breit grinsend im Kino gesessen und mich dabei wieder wie ein Kind gefühlt, das zum ersten Mal einen harmlosen Gruselfilm wie z.B. „Gate – Die Unterirdischen“ sieht. Und für dieses Gefühl des unbekümmerten Grusels bekommt der 2015er „Poltergeist“ hiermit meine offizielle und ganz ganz dicke Empfehlung!
Auf der Suche nach schrägen Geschichten für seinen Podcast trifft der überhebliche Wallace (Justin Long) in Kanada auf den kauzigen Einsiedler Howard Howe (Michael Parks). Nach einem anfänglich netten Plausch entpuppt sich der charismatische Seebär jedoch als Serienkiller, der Menschen in sein Haus lockt, um sie dort zu betäuben und aus ihnen in seinem Keller ein menschliches Walross zu erschaffen. Während Howe mit seiner Operation an Wallace beginnt, machen sich Ally (Genesis Rodriguez) und Teddy (Haley Joel Osment) auf die Suche nach ihrem Freund. Unterstützt werden sie dabei von dem ehemaligen Polizisten Guy Lapointe (Johnny Depp), der Howe schon seit einer halben Ewigkeit auf der Spur ist …
Seine zahlreichen Kritiker können Kevin Smith („Clerks – Die Ladenhüter“, „Dogma“, „Red State“) vieles vorwerfen, nur eines nicht: Dass seine Filme gewöhnlich seien. Dies alleine ist allerdings noch lange kein Qualitätsmerkmal. Und so reiht sich auch die schwarzhumorige Horrorgroteske „Tusk“ in die lange Liste von Smith-Filmen ein, die das Publikum gewaltig spalten. Mit „Tusk“ macht Kevin Smith es selbst seinen Fans wahrlich nicht leicht. Die Figuren sind gewohnt schräg, dabei jedoch ungewöhnlich nervig und unsympathisch. Die Dialoge wirken aufgeblasen und unnötig in die Länge gezogen. Ehrlich gesagt hinterlässt die gesamte Inszenierung einen zuweilen arg holprigen Eindruck und lässt in ihrer Gänze kein echtes Konzept erkennen. Und doch fand ich den Film in all seiner Absurdität auf seine ganz spezielle Art unterhaltsam und faszinierend – auch wenn ich, spätestens beim Anblick des skurrilen Geschöpfes, nicht wusste, ob ich nun lachen oder mich kopfschüttelnd abwenden soll.
Fest steht, dass Kevin Smith sein Ding gnadenlos durchzieht und sich, zumindest Stand heute, nicht verbiegen lässt, nur um das Massenpublikum besser erreichen zu können. Dafür, und für das bitterböse Ende von „Tusk“, hat der Mann meinen Respekt.
Ach, John Cusack, was ist bloß aus dir geworden. Es gab Zeiten, da spieltest du in tollen Filmen wie „Grosse Pointe Blank – Ein Mann, ein Mord“, „Being John Malkovich“ und „High Fidelity“ mit. Auch in „Weil es Dich gibt“, „Das Urteil – Jeder ist käuflich“ und „Zimmer 1408“ hast du mir richtig gut gefallen. Und mit „Con Air“ und „2012 – Das Ende der Welt“ hast du sogar zwei echte Blockbuster vorzuweisen. Und heute? Spielst du in Direct-to-Video-Premieren mal die Haupt- und immer öfter sogar nur eine Nebenrolle. Gut, das muss nicht zwangsläufig schlecht sein, schließlich gibt es durchaus DTV-Premieren, die sich als kleiner Geheimtipp entpuppen. Der ab sofort erhältliche Entführungsthriller „Reclaim – Auf eigenes Risiko“ gehört jedoch leider nicht dazu …
Worum geht’s
Da sie als Folgen eines tragischen Autounfalls keine eigenen Kinder bekommen können, beschließt das junge Paar Steven (Ryan Phillippe) und Shannon (Rachelle Lefevre), das haitianische Waisenmädchen Nina (Briana Roy) zu adoptieren. Um Nina abzuholen und die Adoption abzuschließen, reisen Steven und Shannon nach Puerto Rico. Leider befinden sich die für die Ausreise notwendigen Dokumente noch auf dem Postweg, weswegen die frischgebackene Familie von Büroleiterin Reigert (Jacki Weaver) vorerst in einem Hotel untergebracht wird. Als eines Morgens sowohl Nina als auch das Adoptionsbüro spurlos verschwunden sind, wird Steven und Shannon klar, dass sie einer professionellen Bande von Adoptionsbetrügern aufgesessen sind. Der für den Fall verantwortliche Detective (Luis Guzmán) macht dem Paar keine große Hoffnung, doch Steven und Shannon sind bereit, auf eigene Faust nach Nina zu suchen. Und wecken damit das Interesse des scheinbar unbeteiligten Benjamin (John Cusack) …
Meine Meinung
Skrupellose Menschenhändler, die verwaiste Kinder für ihre Zwecke missbrauchen. Verzweifelte Eltern, die bereit sind alles zu opfern. Was sich durchaus interessant und spannend liest, entpuppt sich als unspektakulärer und vorhersehbarer Thriller, der trotz seiner ernsten und durchaus wichtigen Thematik erschreckend oberflächlich und anspruchslos bleibt. Da die Zuschauer offenbar nicht zu stark gefordert oder gar belastet werden sollen, werden die interessantesten Fragen nur angerissen, aber niemals ernsthaft aufgegriffen. Dass so viele Paare in ihrer Verzweiflung auf dubiose Adoptionsangebote eingehen, ließe sich zum Beispiel hervorragend für eine Kritik am Adoptionssystem nutzen. Ebenso werden die psychologischen Folgen für das Waisenkind Nina beinahe komplett vernachlässigt. Dabei hätten insbesondere diese den Film deutlich aufwerten können, denn wie traumatisch es für ein Kind sein muss, unfreiwillig Teil solch einer Betrugsmasche zu sein und von Familie zu Familie gereicht zu werden, mag ich mir nicht ausmalen.
Statt sich mit solchen Fragen zu beschäftigen und der Geschichte die Tiefe zu verleihen, die der Thematik gerecht wird, konzentriert sich „Reclaim“ lieber auf die üblichen 08/15-Thriller-Momente. Da von Anfang an klar ist, wer hier seine Finger im Spiel hat, bleibt die Spannung dabei zwar größtenteils auf der Strecke, wirklich langweilig ist das Geschehen jedoch glücklicherweise auch nicht. Am Ende kommt gar ein wenig Action in Form einer längeren Verfolgungsjagd ins Spiel, die allerdings nicht nur unspektakulär inszeniert, sondern auch noch miserabel getrickst ist. Wie heißt es so schön: Der Wille war da.
Ryan Phillippe („Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“, „Eiskalte Engel“) und Rachelle Lefevre („Twilight – Biss zum Morgengrauen“, „White House Down“) können als verzweifelte Adoptiveltern durchaus überzeugen, bleiben jedoch aufgrund des oberflächlichen Skripts eher unterfordert. Und ja, das gilt auch für Phillippe, den ich entgegen der allgemeinen Meinung durchaus für einen brauchbaren Darsteller halte. Wobei er mir in kleineren Rollen wie zum Beispiel in „Der Mandat“ doch deutlich besser gefällt. Und wie schlägt sich John Cusack? Nun, hat man die erste Szene mit ihm, in der er um Jahrzehnte gealtert und extrem heruntergekommen aussieht, erstmal verdaut, schlägt sich Cusack recht wacker, obgleich er schon ein wenig gelangweilt wirkt. Das Niveau eines Steven Seagal hat Cusack aber glücklicherweise noch längst nicht erreicht. Ich habe also durchaus noch Hoffnung für den Mann.
Mein Fazit
Unspektakulärer Thriller mit soliden Darstellern, der seiner durchaus interessanten Thematik nicht gerecht wird und nach dem Schauen schnell in Vergessenheit gerät.
Meine Wertung: 5/10
Die drei „Mad Max“-Filme gehören ohne Zweifel zu den Actionklassikern. Nicht nur, weil sie dem damals noch unbekannten Mel Gibson die Türen in Hollywood öffneten, sondern insbesondere aufgrund der packenden Actionszenen und des immer wieder durchschimmernden Wahnsinns. Was Regisseur George Miller aus seinem doch arg beschränkten Budget herauskitzelte, war einfach fantastisch. Und ist es auch heute noch, obgleich ich finde, dass insbesondere der erste Teil mehr schlecht als recht gealtert ist und jeder der drei Filme so seine Längen hat. Exakt 30 Jahre nach „Mad Max: Jenseits der Donnerkuppel“ lässt Miller den knallharten Ex-Cop Max Rockatansky nun wieder auf das Publikum los. Und eines verrate ich euch gleich jetzt: Bei „Mad Max: Fury Road“ handelt es sich nicht um den peinlichen Versuch eines alternden Regisseurs, noch ein Mal auf einer längst vergangenen Erfolgswelle zu reiten. Nein, „Mad Max: Fury Road“ ist ein Weckruf für das moderne Actionkino und eine schallende Ohrfeige für Filme wie „Transformers: Ära des Untergangs“ und „Fast & Furious 7“!
Worum geht’s
„Wir sind keine Sachen!“ Weil sie sich nicht ihrem Schicksal ergeben und dem Tyrannen Immortan Joe (Hugh Keays-Byrne) nicht länger als Sexsklavinnen und Gebärmaschinen dienen wollen, lassen sich fünf junge Frauen (u.a. Rosie Huntington-Whiteley und Zoë Kravitz) von der Killerin Imperator Furiosa (Charlize Theron) in einem bewaffneten Tanklaster aus dessen Enklave schmuggeln. Doch Immortan Joe bemerkt den Verrat und nimmt gemeinsam mit seiner Armee die Verfolgung auf. Unfreiwillig an der Jagd beteiligt: Max Rockatansky (Tom Hardy), der kurz zuvor gefangen genommen wurde und nun dem jungen War Boy Nux (Nicholas Hoult) auf dessen Kühlergrill als menschlicher Blutbeutel dient …
Meine Meinung
Immer wieder lese ich die Frage, was „Mad Max: Fury Road“ denn nun eigentlich sei. Ein Remake? Eine Fortsetzung? Fragt ihr mich, ist die Antwort auf diese Frage eindeutig: ein Best of! Schöpfer George Miller hat nicht weniger getan, als sich von unnötigem Ballast zu trennen und all das, was die Fans an der Mad-Max-Reihe lieben, in einen einzigen Film zu packen. Herausgekommen ist dabei ein audiovisueller Overkill, den ich in dieser Konzentration noch nicht gesehen habe. Zugegeben, nüchtern betrachtet ist der Film letztlich nichts anderes als eine fast zweistündige Verfolgungsjagd. Aber was für eine! Während die monotone und beliebig wirkende Action in modernen Blockbustern wie den oben bereits genannten „Transformers: Ära des Untergangs“ und „Fast & Furious 7“ nach kurzer Zeit ermüdet, zeigt „Mad Max: Fury Road“ eindrucksvoll, wie packend endlos lange und ausurfernde Actionszenen doch sein können. Wieso die Action in diesem Film so gut funktioniert, ist schnell erklärt: Miller und sein Team haben weitestgehend auf CGI verzichtet und setzen stattdessen auf echte Sets und echte Stunts, was den beeindruckend choreografierten Actionszenen in jeder Sekunde anzusehen ist und ihnen eine ganz besondere Wucht verleiht. Angetrieben von einem donnernden Score (der übrigens so fantastisch ist, dass ich ihn gerade höre, während ich diese Zeilen schreibe), vollbringen die Stuntleute wahrlich Beeindruckendes und zeigen dem CGI-verseuchten Hollywood völlig zu recht den staubig-blutigen Mittelfinger. Dass sich die Action trotz ihrer Dominanz nicht wiederholt, sondern stets abwechslungsreich und kreativ bleibt, ist dabei das berühmte i-Tüpfelchen.
Hinzu kommt, dass es in jeder Szene etwas zu entdecken gibt. Den in den vorangegangenen drei Filmen immer wieder durchblitzenden Wahnsinn treibt Miller hier rücksichtslos auf die Spitze und pfeift dabei auf die Sehgewohnheiten des Mainstream-Publikums, so dass ich trotz der durchaus düsteren und hoffnungslosen Atmosphäre mehrmals grinsen und kichern musste. Der mit einer zum Flammenwerfer umgebauten E-Gitarre bewaffnete Doof Warrior (gespielt vom australischen Musiker iOTA), der die Jagd auf einem Wagen voller Lautsprecher begleitet, ist dabei nur das offensichtlichste Beispiel.
Auch wenn „Mad Max: Fury Road“ von seiner Action und der mehr als gelungenen Optik im Zusammenspiel mit dem grandiosen Soundtrack lebt, soll nicht unerwähnt bleiben, dass der Film durchaus eine Geschichte zu erzählen hat. Wenn auch eine, die den titelgebenden Helden Max Rockatansky gar nicht gebraucht hätte. Nein, der eigentliche Star des Films ist Charlize Theron, die als nach Vergebung suchende Furiosa so gut wie jede Szene (insbesondere die seltenen ruhigen Momente) an sich reißt und den einsilbigen und oft nur Grunzlaute von sich gebenden Max zur Nebenfigur degradiert. Auf den Punkt gebracht, handelt „Mad Max: Fury Road“ von sechs starken Frauen, die sich in einer von Männern dominierten Welt ihre Selbstbestimmung zurück erkämpfen. Dass sie bei diesem Kampf zufällig auf einen Mann treffen, der die Frauen einen Stück ihres Weges begleitet und sie unterstützt, ohne sich zum Retter aufzuspielen, muss dabei ja kein Nachteil sein …
Mein Fazit
Selten war der Werbeslogan „Kino – dafür werden Filme gemacht!“ passender als hier: „Mad Max: Fury Road“ ist ein audiovisuelles Meisterwerk, ein Pflichtfilm für alle Actionfans und, steinigt mich ruhig, der bislang beste Teil der Reihe. Wenn eure Enkelkinder euch später fragen, wo ihr gewesen seid, als „Mad Max: Fury Road“ lief, sollte es nur eine Antwort geben: im Kino!
Meine Wertung: 9/10 (und einen Punkt Abzug gibt’s auch nur, weil ich mir sicher bin, dass der Film später im Heimkino längst nicht mehr so imposant wirken wird)