Seit November 2016 gehe ich nun nicht mehr ins Kino. Sechs Monate der (bislang) geplanten 12 sind vorbei. Und ich schlage mich guuut. Selbst „Star Wars: Rogue One“ konnte mich nicht zu einem Kinobesuch verführen – und das, obwohl ich mich durchaus als Star-Wars-Fan bezeichnen würde. Nun habe ich das Verpasste nachgeholt. Ob ich bereue, den Film nicht auf der großen Leinwand gesehen zu haben und wie er mir gefallen hat, erfahrt ihr wie immer … jetzt.
Worum geht’s
Als Kind musste Jyn (Felicity Jones) mitansehen, wie Orson Krennic (Ben Mendelsohn) ihre Mutter tötete und ihren Vater Galen (Mads Mikkelsen) verschleppte. 15 Jahre später führt Jyn, die Auseinandersetzungen zwischen dem Imperium und der Rebellion weitestgehend ignorierend, ein Leben als Rumtreiberin. Als die Rebellion von einer ultimativen Waffe erfährt, die mit Hilfe von Galen gebaut wurde, benötigt Mon Mothma (Genevieve O’Reilly) Jyns Hilfe. Gemeinsam mit dem zwielichtigen Rebellen Cassian Andor (Diego Luna) soll Jyn ihren Vater finden, in der Hoffnung, eine Schwachstelle in dem so genannten Todesstern ausfindig machen zu können …
Meine Meinung
Das ist er also, der erste „Star Wars“-Film außerhalb der üblichen Zählweise (die Ewok-Filme klammere ich mal bewusst aus). Und was soll ich sagen, mir hat er gefallen. Nicht zuletzt, weil „Rogue One“ sich letztlich dann doch nicht so stark von den übrigen Filmen unterscheidet, wie viele vermutet hatten. Ja, der Film ist im Grundton etwas düsterer, von der Figurenzeichnung nicht ganz so schwarzweiß und insbesondere beim Finale konsequenter als die „echten“ Episoden, doch sooo groß sind die Unterschiede dann auch wieder nicht. Man mag von Lucas‘ Prequel-Trilogie halten was man will, aber ignoriert man die knallbunte Inszenierung und die kitschige Romanze, ist die Geschichte bereits dort überraschend erwachsen. Und auch dort sind extrem düstere Momente zu finden (denkt nur an die Order 66 und insbesondere an die Tötung der Jünglinge).
Sieht man von der fehlenden Laufschrift zu Beginn ab, unterscheidet sich „Rogue One“ letztlich nur in zwei Punkten von den anderen Filmen: Die Inszenierung ist insgesamt schmutziger. Und die Jedi fehlen (von Darth Vaders Kurzauftritt mal abgesehen). Ansonsten bleibt alles wie gehabt. Und das ist auch gut so, denn mal ehrlich: Wo „Star Wars“ drauf steht, soll auch „Star Wars“ drin sein. Auch wenn es kleiner als sonst drauf steht.
Und so haben wir auch in „Rogue One“ eine kleine Gruppe von Helden, die einer scheinbar unbesiegbaren Übermacht gegenüber steht. Wieder gibt es einige kleine Scharmützel und als Finale eine riesige Schlacht, welche zugleich auf dem Boden als auch im All ausgefochten wird. Und diese Schlacht hat es wahrlich in sich. Während es die Bodentruppe mit zahlreichen Sturmtrupplern und AT-AT-Kampfläufern aufnehmen muss, bekämpfen sich im All so ziemlich alle Schiffe, die wir aus den bisherigen Filmen kennen. Vom X-Wing bis zum Sternenzerstörer ist hier alles vertreten und ihr dürft mir glauben, wenn ich sage, dass beide Kämpfe fantastisch inszeniert wurden und genau das bieten, was man von einem Krieg der Sterne erwartet.
Leider schwächelt „Rogue One“ an anderer Stelle. So ist nicht nur die Einführungsphase deutlich zu lang geraten, auch bleiben so ziemlich alle Figuren erschreckend blass und sind teilweise sogar unsympathisch. Dies wiederum führt dazu, dass einerseits die Motivation einzelner Figuren nicht wirklich nachvollziehbar ist und sich andererseits die Tragik des Geschehens nie so recht entfalten mag. Das Schicksal der Helden ließ mich leider völlig kalt, was angesichts der durchaus guten Darsteller natürlich auch irgendwie eine Leistung ist.
Dafür freute ich mich über die zahlreichen Anspielungen auf die bisherigen Filme und über viele, sehr viele bekannte Gesichter. Wobei ich sagen muss, dass die beiden CGI-Charaktere mich nach wie vor nicht davon überzeugen können, dass die Technik für so was schon weit genug ist. Ja, die Gesichter sehen beeindruckend aus. Aber ja, sie sehen auch immer noch künstlich aus. Was vielleicht auch ganz gut so ist, sonst sehen wir bald gar keine echten Schauspieler mehr.
Um abschließend noch die Frage aus meiner Einleitung zu beantworten: Ich bin mir zwar ziemlich sicher, dass insbesondere die finale Schlacht auf der großen Leinwand noch imposanter gewirkt hätte, bereue es jedoch nicht, den Film „nur“ im Heimkino gesehen zu haben. Einen kleineren Fernseher hätte ich aber auch nicht haben dürfen … 😉
Mein Fazit
„Rogue One“ ist ein durchaus gelungenes Bindeglied zwischen Episode III und IV und überzeugt mit einem famosen Finale, versagt aber leider, trotz guter Darsteller, bei den Figuren. Für Science-Fiction- und insbesondere Star-Wars-Fans ist der Film aber natürlich dennoch ein Muss!
Meine Wertung: 7
Angeschaut: Star Wars: Rogue One (2016)
Seit November 2016 gehe ich nun nicht mehr ins Kino. Sechs Monate der (bislang) geplanten 12 sind vorbei. Und ich schlage mich guuut. Selbst „Star Wars: Rogue One“ konnte mich nicht zu einem Kinobesuch verführen – und das, obwohl ich mich durchaus als Star-Wars-Fan bezeichnen würde. Nun habe ich das Verpasste nachgeholt. Ob ich bereue, den Film nicht auf der großen Leinwand gesehen zu haben und wie er mir gefallen hat, erfahrt ihr wie immer … jetzt.
Worum geht’s
Als Kind musste Jyn (Felicity Jones) mitansehen, wie Orson Krennic (Ben Mendelsohn) ihre Mutter tötete und ihren Vater Galen (Mads Mikkelsen) verschleppte. 15 Jahre später führt Jyn, die Auseinandersetzungen zwischen dem Imperium und der Rebellion weitestgehend ignorierend, ein Leben als Rumtreiberin. Als die Rebellion von einer ultimativen Waffe erfährt, die mit Hilfe von Galen gebaut wurde, benötigt Mon Mothma (Genevieve O’Reilly) Jyns Hilfe. Gemeinsam mit dem zwielichtigen Rebellen Cassian Andor (Diego Luna) soll Jyn ihren Vater finden, in der Hoffnung, eine Schwachstelle in dem so genannten Todesstern ausfindig machen zu können …
Meine Meinung
Das ist er also, der erste „Star Wars“-Film außerhalb der üblichen Zählweise (die Ewok-Filme klammere ich mal bewusst aus). Und was soll ich sagen, mir hat er gefallen. Nicht zuletzt, weil „Rogue One“ sich letztlich dann doch nicht so stark von den übrigen Filmen unterscheidet, wie viele vermutet hatten. Ja, der Film ist im Grundton etwas düsterer, von der Figurenzeichnung nicht ganz so schwarzweiß und insbesondere beim Finale konsequenter als die „echten“ Episoden, doch sooo groß sind die Unterschiede dann auch wieder nicht. Man mag von Lucas‘ Prequel-Trilogie halten was man will, aber ignoriert man die knallbunte Inszenierung und die kitschige Romanze, ist die Geschichte bereits dort überraschend erwachsen. Und auch dort sind extrem düstere Momente zu finden (denkt nur an die Order 66 und insbesondere an die Tötung der Jünglinge).
Sieht man von der fehlenden Laufschrift zu Beginn ab, unterscheidet sich „Rogue One“ letztlich nur in zwei Punkten von den anderen Filmen: Die Inszenierung ist insgesamt schmutziger. Und die Jedi fehlen (von Darth Vaders Kurzauftritt mal abgesehen). Ansonsten bleibt alles wie gehabt. Und das ist auch gut so, denn mal ehrlich: Wo „Star Wars“ drauf steht, soll auch „Star Wars“ drin sein. Auch wenn es kleiner als sonst drauf steht.
Und so haben wir auch in „Rogue One“ eine kleine Gruppe von Helden, die einer scheinbar unbesiegbaren Übermacht gegenüber steht. Wieder gibt es einige kleine Scharmützel und als Finale eine riesige Schlacht, welche zugleich auf dem Boden als auch im All ausgefochten wird. Und diese Schlacht hat es wahrlich in sich. Während es die Bodentruppe mit zahlreichen Sturmtrupplern und AT-AT-Kampfläufern aufnehmen muss, bekämpfen sich im All so ziemlich alle Schiffe, die wir aus den bisherigen Filmen kennen. Vom X-Wing bis zum Sternenzerstörer ist hier alles vertreten und ihr dürft mir glauben, wenn ich sage, dass beide Kämpfe fantastisch inszeniert wurden und genau das bieten, was man von einem Krieg der Sterne erwartet.
Leider schwächelt „Rogue One“ an anderer Stelle. So ist nicht nur die Einführungsphase deutlich zu lang geraten, auch bleiben so ziemlich alle Figuren erschreckend blass und sind teilweise sogar unsympathisch. Dies wiederum führt dazu, dass einerseits die Motivation einzelner Figuren nicht wirklich nachvollziehbar ist und sich andererseits die Tragik des Geschehens nie so recht entfalten mag. Das Schicksal der Helden ließ mich leider völlig kalt, was angesichts der durchaus guten Darsteller natürlich auch irgendwie eine Leistung ist.
Dafür freute ich mich über die zahlreichen Anspielungen auf die bisherigen Filme und über viele, sehr viele bekannte Gesichter. Wobei ich sagen muss, dass die beiden CGI-Charaktere mich nach wie vor nicht davon überzeugen können, dass die Technik für so was schon weit genug ist. Ja, die Gesichter sehen beeindruckend aus. Aber ja, sie sehen auch immer noch künstlich aus. Was vielleicht auch ganz gut so ist, sonst sehen wir bald gar keine echten Schauspieler mehr.
Um abschließend noch die Frage aus meiner Einleitung zu beantworten: Ich bin mir zwar ziemlich sicher, dass insbesondere die finale Schlacht auf der großen Leinwand noch imposanter gewirkt hätte, bereue es jedoch nicht, den Film „nur“ im Heimkino gesehen zu haben. Einen kleineren Fernseher hätte ich aber auch nicht haben dürfen … 😉
Mein Fazit
„Rogue One“ ist ein durchaus gelungenes Bindeglied zwischen Episode III und IV und überzeugt mit einem famosen Finale, versagt aber leider, trotz guter Darsteller, bei den Figuren. Für Science-Fiction- und insbesondere Star-Wars-Fans ist der Film aber natürlich dennoch ein Muss!
Meine Wertung: 7
Ich geb’s zu: Der deutsche Film und ich, wir sind nicht so richtig kompatibel. Dementsprechend gibt es nur wenige deutsche Filme, die mir wirklich gut gefallen. Aaaaber, es gibt sie. „Das Experiment“, „Die Welle“, „Wir sind die Nacht“ oder auch „Die Nacht der lebenden Loser“ und „Fack ju Göhte“, um mal zwei weit weniger düstere Beispiele zu nennen. Nichtsdestoweniger langweilen mich die meisten deutschen Filme einfach nur. Ob dies nun daran liegt, dass die meisten Filme tatsächlich langweilig sind, oder meine Sehgewohnheiten schlicht zu sehr von amerikanischen Produktionen geprägt wurden, lasse ich mal dahingestellt. Viel wichtiger ist an dieser Stelle doch: Wo reiht sich Fatih Akins „Tschick“ ein?
Worum geht’s
Der 14-jährige Maik (Tristan Göbel) hat es alles andere als leicht. Seine Mutter ist Alkoholikerin, sein Vater ein gewaltbereiter Blender mit einer Vorliebe für jüngere Frauen. In der Schule gilt Maik als Außenseiter und seine heimliche Liebe Tatjana (Aniya Wendel), das beliebteste Mädchen der Schule, nimmt ihn gar nicht erst zur Kenntnis. So kommt es auch, dass Maik nicht zu Tatjanas Geburtstagsparty eingeladen wird, obwohl er ihr extra ein Porträt gemalt hatte und ihr dieses als Geschenk überreichen wollte. Maiks neuer Klassenkamerad Andrej „Tschick“ Tschichatschow (Anand Batbileg), der ebenso ein Außenseiter ist, überredet ihn, Tatjana das Bild dennoch zu überreichen. In einem gestohlenen Lada fahren die beiden erst zu Tatjanas Party und danach in Richtung Walachei, um dort Tschicks Großvater zu besuchen …
Meine Meinung
Wie ich oben bereits schrieb, haben es deutsche Filme bei mir traditionell schwer. Was bei mir hingegen immer zieht, sind Filme über Außenseiter. Nicht zuletzt, weil auch ich in meiner Jugend ein Außenseiter war. Und es, wenn ich ehrlich bin, wohl auch immer noch bin. Folglich dürfte es niemanden verwundern, dass ich für entsprechende Figuren grundsätzlich Sympathien hege. Wenn Klassenschwarm Tatjana alle Mitschüler, bis auf Maik, zur Geburtstagsparty einlädt und dieser Tschicks Frage, wieso nicht auch er eingeladen ist, mit „Weil ich nun mal langweilig bin und scheiße aussehe.“ beantwortet, weiß ich recht genau, was in dieser Figur vorgeht. Denn auch wenn es objektiv betrachtet nicht stimmt, ändert es doch nichts daran, wie man sich in solchen Momenten fühlt. Umso wichtiger ist es, zu lernen, mit solchen Situationen umzugehen und zu erkennen, worauf es im Leben wirklich ankommt. Und sei es auf dem Beifahrersitz eines gestohlenen Ladas.
Und so ist Fatih Akins „Tschick“ einerseits ein typischer Coming-of-Age-Film in Form eines Roadmovies, in dem Jugendliche durch ein gemeinsames Abenteuer die Werte des Lebens lernen, andererseits aber auch ein Feel-Good-Movie voller Hoffnung und spaßiger Dialoge, die mich nicht nur schmunzeln, sondern teilweise auch laut lachen ließen. Witzig-absurde Szenen gehen Hand in Hand mit wehmütigen beziehungsweise nachdenklich stimmenden Szenen – und auch wenn der Film letztlich ein wenig oberflächlich bleibt, sorgt doch eben dieses Unbeschwerte dafür, dass man sich als Zuschauer stets wohl fühlt.
Besonders viel Freude hat mir Hauptdarsteller Tristan Göbel bereitet, der die Entwicklung seiner Figur Maik sehr nuanciert spielt und in nahezu allen Szenen eine tolle Leistung abliefert. Anand Batbileg geht als Tschick auch in Ordnung, während Mercedes Müller als Isa, die im Lauf der Fahrt hinzustößt, leider zu wenig Zeit hat, um dauerhaft in Erinnerung zu bleiben. Wirklich schade, da die Figur durchaus interessant ist, aber schlicht viel zu kurz in Erscheinung tritt.
Abschließend noch ein Wort zur DVD: Ich habe keine Ahnung, ob es an meiner Scheibe liegt, aber stellenweise zeigt das Bild bei mir starkes Flimmern und extrem heftige Muster. Insbesondere zu Beginn dachte ich, mein Fernseher sei kaputt. Falls ihr den Film ebenfalls auf DVD gesehen habt, könnt ihr mir ja mal verraten, ob euch so was auch aufgefallen ist. Würde mich wirklich interessieren …
Mein Fazit
So sympathischer wie kurzweiliger Jugendfilm mit tollen Darstellern, der genau das bietet, was man sich von einem gelungenen Coming-of-Age-Feel-Good-Roadmovie (jetzt gehen mir die Bindestriche aus) erhofft.
Meine Wertung: 8/10
Immer öfter höre oder lese ich, dass Horrorfilme heutzutage gar nicht mehr richtig gruselig wären. Gleichzeitig erlebe ich, dass besagte Horrorfilme bei Tageslicht auf einem kleinen Notebook-Bildschirm geschaut werden, während sich nebenbei unterhalten oder mit dem Smartphone gespielt wird (ja, das ist ein Extrembeispiel). Mal ehrlich, Leute: So kann ja auch keine unheimliche Atmosphäre aufkommen!
Es gibt gewisse Regeln, die man beachten muss, um einen Horrorfilm zu genießen:
1. Enthalte dich jeder Form von Licht, Licht ist ungleich Atmosphäre.
2. Nicht reden und keine Smartphones. Das alles fällt unter Ablenkung, Ablenkung ist die Erweiterung von Nummer 1.
3. Du darfst nie, niemals, unter keinen Umständen denken „Es ist nur ein Film!“ – denn es ist nicht nur ein Film!
Ich zum Beispiel schaue Horrorfilme am liebsten alleine. Komplett im Dunkeln. Mit (guten) Kopfhörern, um nichts von der Außenwelt wahrzunehmen und wirklich komplett im Film zu versinken. Ihr würdet euch wundern, wie oft ich dadurch selbst bei durchschnittlichen Filmen zusammenzucke. Probiert es ruhig selbst mal so aus – oder habt ihr etwa … Angst?
Worum geht’s
Seit dem Tod ihres Mannes hält sich Alice Zander (Elizabeth Reaser) mit gefälschten Séancen mehr schlecht als recht als Medium über Wasser. Wackelnde Tische, ausgepustete Kerzen, unheimliche Schatten – gemeinsam mit ihren beiden Töchtern Lina (Annalise Basso) und Doris (Lulu Wilson) stellt Alice scheinbar Kontakt zu Verstorbenen her, um den zahlenden Kunden das zu sagen, was sie hören möchten. Um ihre Darstellung ein wenig abwechslungsreicher zu gestalten, nimmt Alice eines Tages ein Ouija-Brett hinzu. Mit überraschenden Folgen, denn plötzlich kann Doris tatsächlich mit der Geisterwelt kommunizieren. Während Alice recht sorglos mit der neuen Gabe ihrer Tochter umgeht, bemerkt Lina, dass die scheinbar friedlichen Geister immer mehr Besitz von ihrer Schwester zu ergreifen scheinen – und wendet sich hilfesuchend an Pater Hogan (Henry Thomas) …
Meine Meinung
Wenn schon, denn schon: Zur Vorbereitung auf „Ouija: Ursprung des Bösen“ habe ich mir auch noch mal dessen Vorgänger (bzw. eigentlich ja Fortsetzung) „Ouija – Spiel nicht mit dem Teufel“ angeschaut. Und entgegen der allgemeinen Meinung bleibe ich bei dem, was ich bereits 2015
Ich kann mich noch gut an die Zeiten erinnern, in denen ich (so wie Millionen andere Menschen) nur für Mel Gibson ins Kino gegangen bin. Heute hingegen muss man als Zuschauer froh sein, den Mann überhaupt noch in irgendwelchen Filmen zu sehen. Es ist schade. So verdammt schade. Statt hier nun etwas zur Person Mel Gibson zu schreiben, empfehle ich euch lieber Duoscopes
John Cusack und Samuel L. Jackson in der Verfilmung eines Romans von Stephen King – von welchem Film ist hier die Rede? Nein, nicht von „
Zwei Jahre lang hat Will (Logan Marshall-Green) nichts von seiner Ex-Frau gehört, nun erhalten er und seine neue Lebensgefährtin Kira (Emayatzy Corinealdi) eine Einladung zu einer Dinnerparty. Gemeinsam mit all ihren wichtigsten Freunden möchten Eden (Tammy Blanchard) und ihr neuer Mann David (Michiel Huisman) einen schönen Abend verbringen. Während die offensichtlich zutiefst glücklichen Eden und David teuren Wein servieren und von ihrer Zeit in Mexiko schwärmen, entwickelt Will ob des doch sehr eigenwilligen Verhaltens zunehmend Zweifel an den Absichten der Gastgeber. Doch sind es wirklich Eden und David, die sich merkwürdig benehmen? Oder ist Wills immer paranoider wirkendes Verhalten nur das Ergebnis des von ihm nicht verarbeiteten Unfalltods des gemeinsamen Sohnes?
Hui, was für ein toller Film! Dass „The Invitation“ ein kleiner Geheimtipp sein soll, hatte ich ja schon öfter gelesen – aber dass er mir so gut gefallen würde, das habe ich dann doch nicht erwartet. Dabei passiert in dieser kleinen Thrillerperle eine lange Zeit augenscheinlich nur wenig. Menschen bzw. Freunde sitzen an einem Tisch und unterhalten sich. Das war’s. Doch in jedem dieser scheinbar banalen Gespräche, in jedem freundlichen Lächeln, in jeder noch so kleinen Geste steckt etwas Unheilvolles, das mich von Anfang an packte. Viele Kleinigkeiten, die einzeln betrachtet unbedeutend erscheinen, wirken in ihrer Gesamtheit plötzlich bedrohlich. Wieso sind die Fenster vergittert? Wieso schließt David die Haustür ab und steckt den Schlüssel ein? Und wo bleibt eigentlich der letzte Gast? Dass Will die Party mit Skepsis beobachtet, kann man als Zuschauer nur allzu gut nachvollziehen. Ob diese Skepsis gerechtfertigt ist, lässt der Film lange Zeit offen – und soll an dieser Stelle auch nicht verraten werden.
Fast noch spannender als die Auflösung ist die Frage, wie wir selbst in solch einer Situation handeln würden. Würden wir nett lächelnd über das merkwürdige Verhalten gewisser Personen hinwegsehen? Würden wir unsere Freunde offen darauf ansprechen? Oder würden wir einfach gehen? Wo würden wir, bei aller Toleranz, die Grenze ziehen? Alleine für diese Fragen lohnt es sich, den Film ein zweites Mal zu schauen – und dabei ruhig auch mal unsere Gesellschaft und insbesondere sich selbst zu hinterfragen.
Dass „The Invitation“ so gut funktioniert, verdankt der Film nicht nur dem so langsamen wie effektiven Spannungsaufbau, sondern auch der tollen Kameraarbeit, dem bedrohlichen Score und insbesondere Hauptdarsteller Logan Marshall-Green („Devil“, „Prometheus“). Dieser ist mit Vollbart und Zottelmähne zwar fast nicht wiederzuerkennen, zeigt unter all den Haaren aber ein enormes Spektrum an menschlichen Gefühlen. Toll!
Falls ihr es noch nicht bemerkt habt: Ich bin wirklich begeistert von diesem Film! Alleine dafür hat sich das Netflix-Abo diesen Monat schon wieder gelohnt. Die Blu-ray habe ich für meine Sammlung trotzdem zusätzlich bestellt. Einen Platz in meinem Filmregal hat sich „The Invitation“ definitiv verdient!
Meine Wertung: 9/10
Das Aufeinandertreffen der beiden legendären DC-Ikonen war für mich eine der größten Enttäuschungen des aktuellen Jahres. Ich kann mich nur wiederholen: Hier stimmte einfach nichts. Wer möchte, darf sich
An dieser Stelle sollte eigentlich eine raffiniert formulierte Einleitung stehen, die meine Vergangenheit als Kampfsportler (man sieht es mir heute nicht mehr an, aber ich war tatsächlich jahrelang aktiver Karateka), mein Alter (den 89er „Kickboxer“ habe ich damals sogar im Kino gesehen) und das ab morgen erhältliche Remake „Kickboxer: Die Vergeltung“ miteinander in Verbindung bringt. Sollte. Doch nach 3 1/2 Tagen Betreuung eines Messestandes bin ich zu der hierfür notwendigen verbalen Genialität einfach nicht mehr in der Lage. Also müsst ihr euch mit dem zufrieden geben, was ihr eben gelesen habt. Tut mir leid …
Worum geht’s
Von der Promoterin Marcia (Gina Carano) wird Karate-Weltmeister Eric Sloane (Darren Shahlavi) nach Thailand gelockt, um dort gegen den ungeschlagenen Champion Tong Po (Dave Bautista) anzutreten. Erics jüngerer Bruder Kurt (Alain Moussi) ist zwar gegen diesen Kampf, reist Eric aber hinterher, um ihm am Ring beizustehen. Dort kann Kurt jedoch nur hilflos mitansehen, wie Tong Po seinen Bruder brutal tötet. Vom Gedanken an Rache getrieben, versucht Kurt Tong Po zu erschießen, scheitert jedoch und muss bei dem zurückgezogen lebenden Meister Durand (Jean-Claude Van Damme) untertauchen. Nach anfänglichem Zögern erklärt Durand sich bereit, Kurt zu trainieren und auf den alles entscheidenden Kampf gegen Tong Po vorzubereiten …
Meine Meinung
Ja, sie sind irgendwie dämlich. Und ja, sie sind definitiv nicht mehr zeitgemäß. Aber das ist mir egal. Ich vermisse einfach diese sinnlosen Martial-Arts-Filme, in denen der hoffnungslos unterlegene Held erst ordentlich auf die Omme bekommt, dann ein paar Wochen trainiert, erneut auf seinen Erzfeind trifft, auch dieses Mal zu verlieren droht, den Kampf dann aber zu heroischer Musik dreht und als Sieger den Ring verlässt. „Karate Kid“, „Karate Tiger“, „Kickboxer“ – diese Filme haben meine Jugend geprägt. Und ich finde es sehr bedauerlich, dass solche Filme heute so gut wie nicht mehr gedreht werden.
Umso euphorischer war ich, als ich erstmalig las, dass es ein Remake von „Kickboxer“ geben würde – und das sogar mit Jean-Claude Van Damme in einer (größeren) Nebenrolle. Nachdem ich den Film nun gesehen habe, stellt sich jedoch eine gewisse Ernüchterung ein. Versteht mich dabei bitte nicht falsch: „Kickboxer: Die Vergeltung“ ist kein schlechter Film. Sofern ihr, wie ich, ein Fan anspruchsloser Martial-Arts-Filme seid.
Die Handlung *räusper* wird flott erzählt und die überraschend zahlreichen Kämpfe sind abwechslungsreich, auf eine positive Art und Weise altmodisch und dabei erfreulich übersichtlich choreografiert. Außerdem … nein, das war’s eigentlich auch schon. Mehr zeichnet Filme wie diesen ohnehin nicht aus, also verzichte ich auch darauf, diesen Text künstlich aufzublähen.
Was dem Film leider fehlt, ist der naive Charme des Originals. Die heroische Musik im finalen Kampf (das kann doch so schwer nicht sein). Und, jetzt bitte nicht lachen, ein Hauptdarsteller wie Jean-Claude Van Damme. Denn auch wenn Alain Moussi ein begnadeter Kämpfer und absolut nicht unsympathisch ist, so fehlt ihm dann doch das Charisma des berühmten Belgiers. Dieser darf übrigens gleich mehrere Kämpfe bestreiten und beweisen, wie fit er mit Mitte 50 noch immer ist. Ich bin ehrlich beeindruckt.
Mein Fazit
Solider Martial-Arts-Streifen mit schick gefilmten Kämpfen, aber einem viel zu blassen Hauptdarsteller. Jean-Claude Van Damme reißt’s aber definitiv raus!
Meine Wertung: 6/10
Weil ihre Familie während einer Purge getötet wurde, kämpft die Senatorin und aussichtsreiche Präsidentschaftskandidatin Charlie Roan (Elizabeth Mitchell) für die Abschaffung dieser barbarischen Nacht. Um die herrschenden Machtverhältnisse zu sichern, beauftragen die neuen Gründungsväter ein Killerkommando mit dem Mord an Roan. Zum Glück hat diese mit Leo Barnes (Frank Grillo) einen kampferprobten Beschützer an ihrer Seite …
Was als düsterer Home-Invasion-Thriller begann, ist nun endgültig im Action-Genre angekommen. Und das ist keinesfalls negativ gemeint. Die Action ist hart, kompromisslos und sauber inszeniert, die Story bietet weiterhin eine gewisse Gesellschaftskritik, trotz der düsteren Atmosphäre schwingt stets ein bisschen Hoffnung mit und Frank Grillo ist schlicht und einfach eine coole Sau. Kurz: Fans von Action härterer Gangart kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten.
Ja, „The Purge: Election Year“ bietet letztlich keine Überraschungen. Und ja, die Möglichkeiten, die die Geschichte bietet, werden wieder einmal nicht voll ausgenutzt. Packend ist der Film aber dennoch. Und hey, so bleibt weiterhin Luft nach oben. Das ist doch auch was Schönes.
Meine Wertung: 7/10
Ja, es ist ruhig geworden in meinem Blog. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass ich letztes Jahr mit der Fotografie begonnen habe. Mit der Porträtfotografie, um genau zu sein. Und in dieses neue Hobby investiere ich derzeit unheimlich viel Zeit und Energie. Selbstverständlich schaue ich immer noch Filme, nur zum Schreiben komme ich derzeit eher selten. Umso schöner, dass mit dem dänischen Drama „The Model“ nun (bzw. bereits letzten Monat) ein Film erschienen ist, der meine zwei Hobbys miteinander vereint und mich dazu gebracht hat, mal wieder die Tastatur zu entstauben. Ob mir der Film gefallen hat und ob er auch für Menschen interessant ist, die mit der Fotografie oder dem Modelgeschäft nichts am Hut haben, erfahrt ihr … jetzt.
Worum geht’s
Die junge Dänin Emma (Maria Palm) träumt davon, einmal für Chanel auf der Pariser Fashion Week zu laufen. Um sich ihren Traum zu erfüllen, zieht Emma nach Paris, wo sie über eine Modelagentur die Chance erhält, mit dem angesagten und charismatischen Fotografen Shane White (Ed Skrein) zusammenzuarbeiten. Das Shooting gerät zwar zu einer mittleren Katastrophe, doch als Emma und Shane sich kurz darauf in einem Club wiedersehen, ist dies der Anfang einer Beziehung, die Emma alle Türen in Paris zu öffnen scheint. Doch die Fashion-Szene spielt nach ihren eigenen Regeln, an denen die ehrgeizige Emma mehr und mehr zugrunde geht …
Meine Meinung
Vermutlich kennt jeder von uns mindestens ein Mädchen bzw. eine junge Frau, die davon träumt, als Topmodel Karriere zu machen. Dass nicht mal Heidi Klum ihr Germany’s Next Topmodel (ja, ich tue das absichtlich so formulieren) als abschreckendes Beispiel genügt, zeigt, wie tief verwurzelt dieser Wunsch sein muss. Und wer kann es den jungen Mädchen verübeln? Ständig gibt’s neue schicke Kleidung, man ziert die Titelseiten der schönsten Magazine und verbringt jede Nacht in einem anderen Luxushotel. Die Abende bestehen durchweg aus fantastischen Feiern, die Männer (oder Frauen) liegen einem zu Füßen – wer bei solch tollen Aussichten andere berufliche Ambitionen hegt, dem ist nun wirklich nicht mehr zu helfen.
Mads Matthiesens Drama „The Model“ zeichnet allerdings ein gänzlich anderes und zutiefst deprimierendes Bild der Modebranche. In Paris angekommen, muss Emma sich ihr winziges Zimmer mit einem zweiten Model teilen, während der schmierige Vermieter nur einen Raum weiter wohnt. Die Freundlichkeit und Anteilnahme aller Personen, die Emma im Lauf ihrer Karriere kennenlernt, wirken von Anfang an aufgesetzt – und erweisen sich letzten Endes auch als solches. Alle Beteiligten sind von Oberflächlichkeit und grenzenlosem Egoismus geprägt. Um die eigenen Ziele zu erreichen oder die Auftraggeber zufriedenzustellen, sind alle Mittel erlaubt. Rücksichtslos wird getan, was vermeintlich notwendig ist oder schlicht gefällt. Die eigene Karriere oder das eigene Vergnügen rechtfertigen alles. Und wo alle gleich ticken, sind echte Konsequenzen kaum zu befürchten. Dass an dieser Haltung Menschen zugrunde gehen, wird billigend in Kauf genommen, da sich letztendlich jeder freiwillig für diese Art zu leben entschieden hat.
Hauptdarstellerin Maria Palm, die im echten Leben tatsächlich ein Supermodel ist, spielt die anfangs naive, später labile Emma erstaunlich stark und facettenreich. Schüttelt man anfangs nach einigen ihrer Entscheidungen noch den Kopf, werden diese später durch einen kleinen Kniff des Drehbuchs in ein anderes Licht gerückt. Spätestens ab diesem Moment wird klar, wie unreif Emma ist und dass sie Unterstützung braucht, die ihr in dieser egoistischen Welt jedoch verwehrt bleibt. Dass Maria Palm es schafft, all dies glaubhaft rüberzubringen, ist mir durchaus ein Kompliment wert.
Manch einer mag vielleicht bemängeln, dass „The Model“ keine echte Spannungskurve zu bieten hat. Da der Film ein Drama und kein Thriller ist, hat mich dies jedoch absolut nicht gestört. Ganz im Gegenteil. Die ruhige, kühle Inszenierung sorgte bei mir vielmehr dafür, dass ich den Film durchweg glaubwürdig fand – und seitdem hoffe, dass das Treiben stark überspitzt dargestellt wurde und die Fashion-Szene in der Realität nicht ganz so verkommen ist.
Mein Fazit
Inhaltlich durchweg interessant, ruhig inszeniert und gut gespielt, ist „The Model“ ein Drama, das zeigt, wohin Oberflächlichkeit und purer Egoismus führen. Auch wer sich nicht für die Modewelt interessiert, darf gerne einen Blick riskieren. Und sei es nur, um vorgeführt zu bekommen, wie man selbst (hoffentlich) nie sein oder werden möchte.
Meine Wertung: 8/10