Immer öfter höre oder lese ich, dass Horrorfilme heutzutage gar nicht mehr richtig gruselig wären. Gleichzeitig erlebe ich, dass besagte Horrorfilme bei Tageslicht auf einem kleinen Notebook-Bildschirm geschaut werden, während sich nebenbei unterhalten oder mit dem Smartphone gespielt wird (ja, das ist ein Extrembeispiel). Mal ehrlich, Leute: So kann ja auch keine unheimliche Atmosphäre aufkommen!
Es gibt gewisse Regeln, die man beachten muss, um einen Horrorfilm zu genießen:
1. Enthalte dich jeder Form von Licht, Licht ist ungleich Atmosphäre.
2. Nicht reden und keine Smartphones. Das alles fällt unter Ablenkung, Ablenkung ist die Erweiterung von Nummer 1.
3. Du darfst nie, niemals, unter keinen Umständen denken „Es ist nur ein Film!“ – denn es ist nicht nur ein Film!
Ich zum Beispiel schaue Horrorfilme am liebsten alleine. Komplett im Dunkeln. Mit (guten) Kopfhörern, um nichts von der Außenwelt wahrzunehmen und wirklich komplett im Film zu versinken. Ihr würdet euch wundern, wie oft ich dadurch selbst bei durchschnittlichen Filmen zusammenzucke. Probiert es ruhig selbst mal so aus – oder habt ihr etwa … Angst?
Worum geht’s
Seit dem Tod ihres Mannes hält sich Alice Zander (Elizabeth Reaser) mit gefälschten Séancen mehr schlecht als recht als Medium über Wasser. Wackelnde Tische, ausgepustete Kerzen, unheimliche Schatten – gemeinsam mit ihren beiden Töchtern Lina (Annalise Basso) und Doris (Lulu Wilson) stellt Alice scheinbar Kontakt zu Verstorbenen her, um den zahlenden Kunden das zu sagen, was sie hören möchten. Um ihre Darstellung ein wenig abwechslungsreicher zu gestalten, nimmt Alice eines Tages ein Ouija-Brett hinzu. Mit überraschenden Folgen, denn plötzlich kann Doris tatsächlich mit der Geisterwelt kommunizieren. Während Alice recht sorglos mit der neuen Gabe ihrer Tochter umgeht, bemerkt Lina, dass die scheinbar friedlichen Geister immer mehr Besitz von ihrer Schwester zu ergreifen scheinen – und wendet sich hilfesuchend an Pater Hogan (Henry Thomas) …
Meine Meinung
Wenn schon, denn schon: Zur Vorbereitung auf „Ouija: Ursprung des Bösen“ habe ich mir auch noch mal dessen Vorgänger (bzw. eigentlich ja Fortsetzung) „Ouija – Spiel nicht mit dem Teufel“ angeschaut. Und entgegen der allgemeinen Meinung bleibe ich bei dem, was ich bereits 2015 in wenigen Sätzen geschrieben habe: Definitiv alles andere als ein Meisterwerk, aber absolut guckbar. Insofern war ich einem weiteren Ouija-Film gegenüber generell ohnehin nicht abgeneigt. Als dann auch noch die Info kam, dass Mike Flanagan, der mit „Oculus“ und „Still“ zwei extrem stimmige Genrebeiträge abgeliefert hat, die Regie übernehmen würde, stellte sich sogar eine gewisse Vorfreude bei mir ein. Zu recht (so viel sei direkt verraten): „Ouija: Ursprung des Bösen“ legt qualitativ nämlich eine ordentliche Schippe drauf und ist somit nicht nur guckbar, sondern eine echte Empfehlung!
Blasse Charaktere, eine gehetzte Geschichte und der kaum vorhandene Spannungsbogen waren die Hauptkritikpunkte des ersten Ouija-Films. Mike Flanagan hat sich allen drei vorbildlich angenommen und zwar keinen besonders innovativen, aber einen im Rahmen seiner begrenzten Möglichkeiten schon beinahe perfekten Gruselfilm der alten Schule abgeliefert. Die sich behutsam entwickelnde Geschichte gibt den Figuren genügend Zeit, während gleichzeitig die Bedrohung von Anfang an spürbar ist und wie ein dunkler Schatten über dem nur scheinbar harmlosen Treiben liegt. Die Spannung wird dabei durch Kleinigkeiten stetig steigert, bis sie sich (im schon beinahe zu actionreichen) Finale entlädt. Ein besonderes Lob gebührt Mike Flanagan außerdem für die gelungene 60er-Jahre-Atmosphäre, die er sogar beim alten Universal-Logo, bei der Titeleinblendung und durch das Einblenden von Filmrollenwechsel-Löchern im Bild berücksichtigt hat. Ich liebe solche Kleinigkeiten!
Von den Hauptdarstellern kann insbesondere die kleine Lulu Wilson punkten. Wenn sie dem Freund ihrer großen Schwester ein ganz bestimmtes Erlebnis detailliert beschreibt und dem Romeo danach grinsend eine gute Nacht wünscht, läuft es einem als Zuschauer eiskalt den Rücken herunter. Sehr gefreut habe ich mich außerdem über den kurzen Gastauftritt von „Still“-Hautdarstellerin Kate Siegel. Und nach dem Abspann gibt es dann sogar noch ein Wiedersehen mit Lin Shaye, welches direkt eine Brücke zum Vorgänger schlägt. Nett!
Mein Fazit
Atmosphärisch mehr als gelungener Gruselfilm mit sympathischen Figuren, der das Rad zwar nicht neu erfindet, dem Vorgänger jedoch in allen Punkten deutlich überlegen ist.
Meine Wertung: 8/10
Ihr möchtet noch andere Meinungen zu „Ouija: Ursprung des Bösen“ lesen? Dann mal los:
Kino7.de
myofb.de
We Want Media
Ouija: Ursprung des Bösen (2016)
Immer öfter höre oder lese ich, dass Horrorfilme heutzutage gar nicht mehr richtig gruselig wären. Gleichzeitig erlebe ich, dass besagte Horrorfilme bei Tageslicht auf einem kleinen Notebook-Bildschirm geschaut werden, während sich nebenbei unterhalten oder mit dem Smartphone gespielt wird (ja, das ist ein Extrembeispiel). Mal ehrlich, Leute: So kann ja auch keine unheimliche Atmosphäre aufkommen!
Es gibt gewisse Regeln, die man beachten muss, um einen Horrorfilm zu genießen:
1. Enthalte dich jeder Form von Licht, Licht ist ungleich Atmosphäre.
2. Nicht reden und keine Smartphones. Das alles fällt unter Ablenkung, Ablenkung ist die Erweiterung von Nummer 1.
3. Du darfst nie, niemals, unter keinen Umständen denken „Es ist nur ein Film!“ – denn es ist nicht nur ein Film!
Ich zum Beispiel schaue Horrorfilme am liebsten alleine. Komplett im Dunkeln. Mit (guten) Kopfhörern, um nichts von der Außenwelt wahrzunehmen und wirklich komplett im Film zu versinken. Ihr würdet euch wundern, wie oft ich dadurch selbst bei durchschnittlichen Filmen zusammenzucke. Probiert es ruhig selbst mal so aus – oder habt ihr etwa … Angst?
Worum geht’s
Seit dem Tod ihres Mannes hält sich Alice Zander (Elizabeth Reaser) mit gefälschten Séancen mehr schlecht als recht als Medium über Wasser. Wackelnde Tische, ausgepustete Kerzen, unheimliche Schatten – gemeinsam mit ihren beiden Töchtern Lina (Annalise Basso) und Doris (Lulu Wilson) stellt Alice scheinbar Kontakt zu Verstorbenen her, um den zahlenden Kunden das zu sagen, was sie hören möchten. Um ihre Darstellung ein wenig abwechslungsreicher zu gestalten, nimmt Alice eines Tages ein Ouija-Brett hinzu. Mit überraschenden Folgen, denn plötzlich kann Doris tatsächlich mit der Geisterwelt kommunizieren. Während Alice recht sorglos mit der neuen Gabe ihrer Tochter umgeht, bemerkt Lina, dass die scheinbar friedlichen Geister immer mehr Besitz von ihrer Schwester zu ergreifen scheinen – und wendet sich hilfesuchend an Pater Hogan (Henry Thomas) …
Meine Meinung
Wenn schon, denn schon: Zur Vorbereitung auf „Ouija: Ursprung des Bösen“ habe ich mir auch noch mal dessen Vorgänger (bzw. eigentlich ja Fortsetzung) „Ouija – Spiel nicht mit dem Teufel“ angeschaut. Und entgegen der allgemeinen Meinung bleibe ich bei dem, was ich bereits 2015 in wenigen Sätzen geschrieben habe: Definitiv alles andere als ein Meisterwerk, aber absolut guckbar. Insofern war ich einem weiteren Ouija-Film gegenüber generell ohnehin nicht abgeneigt. Als dann auch noch die Info kam, dass Mike Flanagan, der mit „Oculus“ und „Still“ zwei extrem stimmige Genrebeiträge abgeliefert hat, die Regie übernehmen würde, stellte sich sogar eine gewisse Vorfreude bei mir ein. Zu recht (so viel sei direkt verraten): „Ouija: Ursprung des Bösen“ legt qualitativ nämlich eine ordentliche Schippe drauf und ist somit nicht nur guckbar, sondern eine echte Empfehlung!
Blasse Charaktere, eine gehetzte Geschichte und der kaum vorhandene Spannungsbogen waren die Hauptkritikpunkte des ersten Ouija-Films. Mike Flanagan hat sich allen drei vorbildlich angenommen und zwar keinen besonders innovativen, aber einen im Rahmen seiner begrenzten Möglichkeiten schon beinahe perfekten Gruselfilm der alten Schule abgeliefert. Die sich behutsam entwickelnde Geschichte gibt den Figuren genügend Zeit, während gleichzeitig die Bedrohung von Anfang an spürbar ist und wie ein dunkler Schatten über dem nur scheinbar harmlosen Treiben liegt. Die Spannung wird dabei durch Kleinigkeiten stetig steigert, bis sie sich (im schon beinahe zu actionreichen) Finale entlädt. Ein besonderes Lob gebührt Mike Flanagan außerdem für die gelungene 60er-Jahre-Atmosphäre, die er sogar beim alten Universal-Logo, bei der Titeleinblendung und durch das Einblenden von Filmrollenwechsel-Löchern im Bild berücksichtigt hat. Ich liebe solche Kleinigkeiten!
Von den Hauptdarstellern kann insbesondere die kleine Lulu Wilson punkten. Wenn sie dem Freund ihrer großen Schwester ein ganz bestimmtes Erlebnis detailliert beschreibt und dem Romeo danach grinsend eine gute Nacht wünscht, läuft es einem als Zuschauer eiskalt den Rücken herunter. Sehr gefreut habe ich mich außerdem über den kurzen Gastauftritt von „Still“-Hautdarstellerin Kate Siegel. Und nach dem Abspann gibt es dann sogar noch ein Wiedersehen mit Lin Shaye, welches direkt eine Brücke zum Vorgänger schlägt. Nett!
Mein Fazit
Atmosphärisch mehr als gelungener Gruselfilm mit sympathischen Figuren, der das Rad zwar nicht neu erfindet, dem Vorgänger jedoch in allen Punkten deutlich überlegen ist.
Meine Wertung: 8/10
Ihr möchtet noch andere Meinungen zu „Ouija: Ursprung des Bösen“ lesen? Dann mal los:
Kino7.de
myofb.de
We Want Media
Ich kann mich noch gut an die Zeiten erinnern, in denen ich (so wie Millionen andere Menschen) nur für Mel Gibson ins Kino gegangen bin. Heute hingegen muss man als Zuschauer froh sein, den Mann überhaupt noch in irgendwelchen Filmen zu sehen. Es ist schade. So verdammt schade. Statt hier nun etwas zur Person Mel Gibson zu schreiben, empfehle ich euch lieber Duoscopes
John Cusack und Samuel L. Jackson in der Verfilmung eines Romans von Stephen King – von welchem Film ist hier die Rede? Nein, nicht von „
Zwei Jahre lang hat Will (Logan Marshall-Green) nichts von seiner Ex-Frau gehört, nun erhalten er und seine neue Lebensgefährtin Kira (Emayatzy Corinealdi) eine Einladung zu einer Dinnerparty. Gemeinsam mit all ihren wichtigsten Freunden möchten Eden (Tammy Blanchard) und ihr neuer Mann David (Michiel Huisman) einen schönen Abend verbringen. Während die offensichtlich zutiefst glücklichen Eden und David teuren Wein servieren und von ihrer Zeit in Mexiko schwärmen, entwickelt Will ob des doch sehr eigenwilligen Verhaltens zunehmend Zweifel an den Absichten der Gastgeber. Doch sind es wirklich Eden und David, die sich merkwürdig benehmen? Oder ist Wills immer paranoider wirkendes Verhalten nur das Ergebnis des von ihm nicht verarbeiteten Unfalltods des gemeinsamen Sohnes?
Hui, was für ein toller Film! Dass „The Invitation“ ein kleiner Geheimtipp sein soll, hatte ich ja schon öfter gelesen – aber dass er mir so gut gefallen würde, das habe ich dann doch nicht erwartet. Dabei passiert in dieser kleinen Thrillerperle eine lange Zeit augenscheinlich nur wenig. Menschen bzw. Freunde sitzen an einem Tisch und unterhalten sich. Das war’s. Doch in jedem dieser scheinbar banalen Gespräche, in jedem freundlichen Lächeln, in jeder noch so kleinen Geste steckt etwas Unheilvolles, das mich von Anfang an packte. Viele Kleinigkeiten, die einzeln betrachtet unbedeutend erscheinen, wirken in ihrer Gesamtheit plötzlich bedrohlich. Wieso sind die Fenster vergittert? Wieso schließt David die Haustür ab und steckt den Schlüssel ein? Und wo bleibt eigentlich der letzte Gast? Dass Will die Party mit Skepsis beobachtet, kann man als Zuschauer nur allzu gut nachvollziehen. Ob diese Skepsis gerechtfertigt ist, lässt der Film lange Zeit offen – und soll an dieser Stelle auch nicht verraten werden.
Fast noch spannender als die Auflösung ist die Frage, wie wir selbst in solch einer Situation handeln würden. Würden wir nett lächelnd über das merkwürdige Verhalten gewisser Personen hinwegsehen? Würden wir unsere Freunde offen darauf ansprechen? Oder würden wir einfach gehen? Wo würden wir, bei aller Toleranz, die Grenze ziehen? Alleine für diese Fragen lohnt es sich, den Film ein zweites Mal zu schauen – und dabei ruhig auch mal unsere Gesellschaft und insbesondere sich selbst zu hinterfragen.
Dass „The Invitation“ so gut funktioniert, verdankt der Film nicht nur dem so langsamen wie effektiven Spannungsaufbau, sondern auch der tollen Kameraarbeit, dem bedrohlichen Score und insbesondere Hauptdarsteller Logan Marshall-Green („Devil“, „Prometheus“). Dieser ist mit Vollbart und Zottelmähne zwar fast nicht wiederzuerkennen, zeigt unter all den Haaren aber ein enormes Spektrum an menschlichen Gefühlen. Toll!
Falls ihr es noch nicht bemerkt habt: Ich bin wirklich begeistert von diesem Film! Alleine dafür hat sich das Netflix-Abo diesen Monat schon wieder gelohnt. Die Blu-ray habe ich für meine Sammlung trotzdem zusätzlich bestellt. Einen Platz in meinem Filmregal hat sich „The Invitation“ definitiv verdient!
Meine Wertung: 9/10
Das Aufeinandertreffen der beiden legendären DC-Ikonen war für mich eine der größten Enttäuschungen des aktuellen Jahres. Ich kann mich nur wiederholen: Hier stimmte einfach nichts. Wer möchte, darf sich
An dieser Stelle sollte eigentlich eine raffiniert formulierte Einleitung stehen, die meine Vergangenheit als Kampfsportler (man sieht es mir heute nicht mehr an, aber ich war tatsächlich jahrelang aktiver Karateka), mein Alter (den 89er „Kickboxer“ habe ich damals sogar im Kino gesehen) und das ab morgen erhältliche Remake „Kickboxer: Die Vergeltung“ miteinander in Verbindung bringt. Sollte. Doch nach 3 1/2 Tagen Betreuung eines Messestandes bin ich zu der hierfür notwendigen verbalen Genialität einfach nicht mehr in der Lage. Also müsst ihr euch mit dem zufrieden geben, was ihr eben gelesen habt. Tut mir leid …
Worum geht’s
Von der Promoterin Marcia (Gina Carano) wird Karate-Weltmeister Eric Sloane (Darren Shahlavi) nach Thailand gelockt, um dort gegen den ungeschlagenen Champion Tong Po (Dave Bautista) anzutreten. Erics jüngerer Bruder Kurt (Alain Moussi) ist zwar gegen diesen Kampf, reist Eric aber hinterher, um ihm am Ring beizustehen. Dort kann Kurt jedoch nur hilflos mitansehen, wie Tong Po seinen Bruder brutal tötet. Vom Gedanken an Rache getrieben, versucht Kurt Tong Po zu erschießen, scheitert jedoch und muss bei dem zurückgezogen lebenden Meister Durand (Jean-Claude Van Damme) untertauchen. Nach anfänglichem Zögern erklärt Durand sich bereit, Kurt zu trainieren und auf den alles entscheidenden Kampf gegen Tong Po vorzubereiten …
Meine Meinung
Ja, sie sind irgendwie dämlich. Und ja, sie sind definitiv nicht mehr zeitgemäß. Aber das ist mir egal. Ich vermisse einfach diese sinnlosen Martial-Arts-Filme, in denen der hoffnungslos unterlegene Held erst ordentlich auf die Omme bekommt, dann ein paar Wochen trainiert, erneut auf seinen Erzfeind trifft, auch dieses Mal zu verlieren droht, den Kampf dann aber zu heroischer Musik dreht und als Sieger den Ring verlässt. „Karate Kid“, „Karate Tiger“, „Kickboxer“ – diese Filme haben meine Jugend geprägt. Und ich finde es sehr bedauerlich, dass solche Filme heute so gut wie nicht mehr gedreht werden.
Umso euphorischer war ich, als ich erstmalig las, dass es ein Remake von „Kickboxer“ geben würde – und das sogar mit Jean-Claude Van Damme in einer (größeren) Nebenrolle. Nachdem ich den Film nun gesehen habe, stellt sich jedoch eine gewisse Ernüchterung ein. Versteht mich dabei bitte nicht falsch: „Kickboxer: Die Vergeltung“ ist kein schlechter Film. Sofern ihr, wie ich, ein Fan anspruchsloser Martial-Arts-Filme seid.
Die Handlung *räusper* wird flott erzählt und die überraschend zahlreichen Kämpfe sind abwechslungsreich, auf eine positive Art und Weise altmodisch und dabei erfreulich übersichtlich choreografiert. Außerdem … nein, das war’s eigentlich auch schon. Mehr zeichnet Filme wie diesen ohnehin nicht aus, also verzichte ich auch darauf, diesen Text künstlich aufzublähen.
Was dem Film leider fehlt, ist der naive Charme des Originals. Die heroische Musik im finalen Kampf (das kann doch so schwer nicht sein). Und, jetzt bitte nicht lachen, ein Hauptdarsteller wie Jean-Claude Van Damme. Denn auch wenn Alain Moussi ein begnadeter Kämpfer und absolut nicht unsympathisch ist, so fehlt ihm dann doch das Charisma des berühmten Belgiers. Dieser darf übrigens gleich mehrere Kämpfe bestreiten und beweisen, wie fit er mit Mitte 50 noch immer ist. Ich bin ehrlich beeindruckt.
Mein Fazit
Solider Martial-Arts-Streifen mit schick gefilmten Kämpfen, aber einem viel zu blassen Hauptdarsteller. Jean-Claude Van Damme reißt’s aber definitiv raus!
Meine Wertung: 6/10
Weil ihre Familie während einer Purge getötet wurde, kämpft die Senatorin und aussichtsreiche Präsidentschaftskandidatin Charlie Roan (Elizabeth Mitchell) für die Abschaffung dieser barbarischen Nacht. Um die herrschenden Machtverhältnisse zu sichern, beauftragen die neuen Gründungsväter ein Killerkommando mit dem Mord an Roan. Zum Glück hat diese mit Leo Barnes (Frank Grillo) einen kampferprobten Beschützer an ihrer Seite …
Was als düsterer Home-Invasion-Thriller begann, ist nun endgültig im Action-Genre angekommen. Und das ist keinesfalls negativ gemeint. Die Action ist hart, kompromisslos und sauber inszeniert, die Story bietet weiterhin eine gewisse Gesellschaftskritik, trotz der düsteren Atmosphäre schwingt stets ein bisschen Hoffnung mit und Frank Grillo ist schlicht und einfach eine coole Sau. Kurz: Fans von Action härterer Gangart kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten.
Ja, „The Purge: Election Year“ bietet letztlich keine Überraschungen. Und ja, die Möglichkeiten, die die Geschichte bietet, werden wieder einmal nicht voll ausgenutzt. Packend ist der Film aber dennoch. Und hey, so bleibt weiterhin Luft nach oben. Das ist doch auch was Schönes.
Meine Wertung: 7/10
Ja, es ist ruhig geworden in meinem Blog. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass ich letztes Jahr mit der Fotografie begonnen habe. Mit der Porträtfotografie, um genau zu sein. Und in dieses neue Hobby investiere ich derzeit unheimlich viel Zeit und Energie. Selbstverständlich schaue ich immer noch Filme, nur zum Schreiben komme ich derzeit eher selten. Umso schöner, dass mit dem dänischen Drama „The Model“ nun (bzw. bereits letzten Monat) ein Film erschienen ist, der meine zwei Hobbys miteinander vereint und mich dazu gebracht hat, mal wieder die Tastatur zu entstauben. Ob mir der Film gefallen hat und ob er auch für Menschen interessant ist, die mit der Fotografie oder dem Modelgeschäft nichts am Hut haben, erfahrt ihr … jetzt.
Worum geht’s
Die junge Dänin Emma (Maria Palm) träumt davon, einmal für Chanel auf der Pariser Fashion Week zu laufen. Um sich ihren Traum zu erfüllen, zieht Emma nach Paris, wo sie über eine Modelagentur die Chance erhält, mit dem angesagten und charismatischen Fotografen Shane White (Ed Skrein) zusammenzuarbeiten. Das Shooting gerät zwar zu einer mittleren Katastrophe, doch als Emma und Shane sich kurz darauf in einem Club wiedersehen, ist dies der Anfang einer Beziehung, die Emma alle Türen in Paris zu öffnen scheint. Doch die Fashion-Szene spielt nach ihren eigenen Regeln, an denen die ehrgeizige Emma mehr und mehr zugrunde geht …
Meine Meinung
Vermutlich kennt jeder von uns mindestens ein Mädchen bzw. eine junge Frau, die davon träumt, als Topmodel Karriere zu machen. Dass nicht mal Heidi Klum ihr Germany’s Next Topmodel (ja, ich tue das absichtlich so formulieren) als abschreckendes Beispiel genügt, zeigt, wie tief verwurzelt dieser Wunsch sein muss. Und wer kann es den jungen Mädchen verübeln? Ständig gibt’s neue schicke Kleidung, man ziert die Titelseiten der schönsten Magazine und verbringt jede Nacht in einem anderen Luxushotel. Die Abende bestehen durchweg aus fantastischen Feiern, die Männer (oder Frauen) liegen einem zu Füßen – wer bei solch tollen Aussichten andere berufliche Ambitionen hegt, dem ist nun wirklich nicht mehr zu helfen.
Mads Matthiesens Drama „The Model“ zeichnet allerdings ein gänzlich anderes und zutiefst deprimierendes Bild der Modebranche. In Paris angekommen, muss Emma sich ihr winziges Zimmer mit einem zweiten Model teilen, während der schmierige Vermieter nur einen Raum weiter wohnt. Die Freundlichkeit und Anteilnahme aller Personen, die Emma im Lauf ihrer Karriere kennenlernt, wirken von Anfang an aufgesetzt – und erweisen sich letzten Endes auch als solches. Alle Beteiligten sind von Oberflächlichkeit und grenzenlosem Egoismus geprägt. Um die eigenen Ziele zu erreichen oder die Auftraggeber zufriedenzustellen, sind alle Mittel erlaubt. Rücksichtslos wird getan, was vermeintlich notwendig ist oder schlicht gefällt. Die eigene Karriere oder das eigene Vergnügen rechtfertigen alles. Und wo alle gleich ticken, sind echte Konsequenzen kaum zu befürchten. Dass an dieser Haltung Menschen zugrunde gehen, wird billigend in Kauf genommen, da sich letztendlich jeder freiwillig für diese Art zu leben entschieden hat.
Hauptdarstellerin Maria Palm, die im echten Leben tatsächlich ein Supermodel ist, spielt die anfangs naive, später labile Emma erstaunlich stark und facettenreich. Schüttelt man anfangs nach einigen ihrer Entscheidungen noch den Kopf, werden diese später durch einen kleinen Kniff des Drehbuchs in ein anderes Licht gerückt. Spätestens ab diesem Moment wird klar, wie unreif Emma ist und dass sie Unterstützung braucht, die ihr in dieser egoistischen Welt jedoch verwehrt bleibt. Dass Maria Palm es schafft, all dies glaubhaft rüberzubringen, ist mir durchaus ein Kompliment wert.
Manch einer mag vielleicht bemängeln, dass „The Model“ keine echte Spannungskurve zu bieten hat. Da der Film ein Drama und kein Thriller ist, hat mich dies jedoch absolut nicht gestört. Ganz im Gegenteil. Die ruhige, kühle Inszenierung sorgte bei mir vielmehr dafür, dass ich den Film durchweg glaubwürdig fand – und seitdem hoffe, dass das Treiben stark überspitzt dargestellt wurde und die Fashion-Szene in der Realität nicht ganz so verkommen ist.
Mein Fazit
Inhaltlich durchweg interessant, ruhig inszeniert und gut gespielt, ist „The Model“ ein Drama, das zeigt, wohin Oberflächlichkeit und purer Egoismus führen. Auch wer sich nicht für die Modewelt interessiert, darf gerne einen Blick riskieren. Und sei es nur, um vorgeführt zu bekommen, wie man selbst (hoffentlich) nie sein oder werden möchte.
Meine Wertung: 8/10
Die drei Kleinkriminellen Money (Daniel Zovatto), Rocky (Jane Levy) und Alex (Dylan Minnette) haben sich auf unauffällige Einbrüche spezialisiert. Als das Trio von einem blinden Mann (Stephen Lang) erfährt, der seit dem Unfalltod seiner Tochter eine Menge Geld in seinem Haus lagern soll, sieht es seinen ersten großen und zugleich letzten Coup gekommen. Im heruntergekommenen Haus eingebrochen, erwartet die drei jedoch eine Überraschung, denn der Blinde ist nicht das wehrlose Opfer, für das sie ihn gehalten haben. Von nun an kann jeder verräterische Atemzug ihr letzter sein …
Nach dem grandiosen „Evil Dead“-Remake schickt Regisseur Fede Alvarez Hauptdarstellerin Jane Levy erneut durch eine brutale Tour de Force, die sich gewaschen hat. Nach einer kurzen Einführung geht „Don’t Breathe“ unverzüglich in einen gnadenlosen Überlebenskampf über, der keine Zeit zum Durchatmen lässt und zudem mit der einen oder anderen Überraschung aufwartet. Das hohe Tempo zieht der Film bis zum Ende durch, die Figuren handeln größtenteils glaubwürdig und die Gewalt ist wohl dosiert. Ich persönlich hätte mir zwar gewünscht, dass „Don’t Breathe“ an ein oder zwei Stellen etwas konsequenter ist, aber das sind wirklich nur minimale Abzüge in der B-Note. Und wir wollen ja auch das Massenpublikum nicht verschrecken. 😉
So oder so ist „Don’t Breathe“ ein extrem düsterer und unfassbar spannender Film. Wer harte Thriller mag, kommt hier voll auf seine Kosten!
Meine Wertung: 8/10
Wisst ihr noch, damals? Als ihr Kinder wart, im Dunkeln Geister saht, diese jedoch verschwanden, sobald das Licht angeschaltet wurde? Genau diese Prämisse macht sich „Lights Out“ zunutze und hetzt ein im Licht zwar verschwindendes, im Dunkeln jedoch absolut tödliches Wesen auf Rebecca (Teresa Palmer) und deren kleinen Bruder Martin (Gabriel Bateman).
Regisseur David F. Sandberg spult das unheimliche Geschehen extrem flott in gerade mal 81 Minuten runter. Das lässt zwar keine Zeit für eine komplexe Geschichte oder große Charakterstudien, erstickt aber auch jegliche unnötige Länge im Keim. Und ganz ehrlich: Was ist es doch erfrischend, endlich mal wieder einen Film zu sehen, der nicht krampfhaft versucht mehr zu sein, als er ist. Einführung – kurze Recherche – Überlebenskampf – Finale – fertig! Was für eine Wohltat.
Zugegeben, inhaltlich ist „Lights Out“ nicht besonders originell. Aber da schaue ich bei dem Tempo, den vielen gelungenen Kleinigkeiten (ich sag nur „Mündungsfeuer“) und Teresa Palmer gerne drüber hinweg.
Meine Wertung: 7/10