Im Kino gesehen: John Carter – Zwischen zwei Welten

Ich musste eben tatsächlich zweimal (und das sehr genau) hinschauen, um zu glauben, was ich da sehe: Meine letzte Review eines Kinofilms stammt tatsächlich vom 3. November 2011. November. 2011. Das ist selbst für meine Verhältnisse ein echtes Armutszeugnis, zumal ich in den vergangenen Monaten durchaus den einen oder anderen Film geschaut habe. Bevor sich mein Blog noch völlig von seinen Ursprüngen entfernt, schiebe ich hiermit mal lieber schnell eine Review zum Science-Fiction-Abenteuer “John Carter – Zwischen zwei Welten” nach …

Worum geht’s

Der mürrische Bürgerkriegsveteran John Carter (Taylor Kitsch) hat mit dem Krieg abgeschlossen. Sein Interesse gilt einzig und allein einer versteckten Goldmine. Als er in dieser von einem unbekannten Mann angegriffen wird, findet er sich plötzlich auf dem Planeten Barsoom wieder. Aufgrund der Schwerkraftbedingungen dieser ihm unbekannten Welt verfügt John über eine enorme Sprungkraft und übernatürliche Stärke. Kaum hat er sich an seine neuen Fähigkeiten gewöhnt, trifft John auf die Tharks, eine Kriegerrasse grüner Wesen mit vier Armen, von denen er kurzerhand versklavt wird. Doch es kommt noch schlimmer: Auf Barsoom tobt ein Bürgerkrieg zwischen den Zodangans und dem Volk Heliums, in dessen Verlauf John schon bald eine tragende Rolle spielt …

Meine Meinung

Zugegeben, ich hatte von “John Carter – Zwischen zwei Welten” bislang wenig bis gar nichts mitbekommen. Lediglich den Trailer hatte ich mir vor kurzem angeschaut und war von dem Gezeigten recht angetan, sah es doch stark nach einer Mischung aus “Star Wars” und “Flash Gordon” aus. Diese Mischung, zuzüglich einer Prise “Avatar”, bekam ich bei meinem gestrigen Kinobesuch dann auch serviert. Und zumindest aus technischer Sicht lässt sich an “John Carter” nur wenig aussetzen. Die Effekte bewegen sich allesamt auf hohem Niveau, ohne sich je in den Vordergrund zu drängen. Die Erschaffung einer fremden, in sich stimmigen Welt kann durchaus als gelungen bezeichnet werden. Besonders die Tharks wissen zu gefallen, obgleich sie und deren Gemeinschaft nicht an die Na’vi aus “Avatar” heranreichen.

Dass der Funke bei mir dennoch zu keiner Zeit überspringen wollte, ist zum einen der reichlich wirr erzählten Geschichte (wer gegen wen und warum spielt dann irgendwann auch eher eine untergeordnete Rolle) und zum anderen den fehlenden Identifikationsfiguren geschuldet. John-Carter-Darsteller Taylor Kitsch ist zwar ein gutaussehender, durchtrainierter Kerl (und aus Frauensicht sicherlich einen Blick wert), versteht es aber nicht, seine Figur mit Leben zu füllen. Dasselbe gilt für Lynn Collins, die als kampferprobte Prinzessin zwar verdammt sexy aussieht, deren Figur sonst aber wenig bis gar nichts zu bieten hat.

Mit einem ordentlichen Spannungsbogen kann "John Carter – Zwischen zwei Welten” leider auch nicht aufwarten. Die Geschichte plätschert vor sich hin, ohne jemals zu fesseln oder zumindest an Dramaturgie zu gewinnen. Lediglich das Ende weiß dank einer kleinen Finte zu gefallen.

Über die Dialoge, die sich zuweilen unter dem Niveau von “Star Wars: Episode II – Angriff der Klonkrieger” befinden, breiten wir lieber ganz schnell den Mantel des Schweigens aus …

Mein Fazit

“John Carter – Zwischen zwei Welten” bietet ordentliche Schauwerte in Form guter Effekte und eines knackig aussehenden Hauptdarstellerpaares, lässt ansonsten aber so ziemlich alles vermissen, was einen guten Film ausmacht.

Meine Wertung: 5/10

Im Kino gesehen: Der letzte Tempelritter

Dass das Fantasy-Abenteuer “Season Of The Witch” den deutschen Titel “Der letzte Tempelritter” verpasst bekommen hat, mag auf den ersten Blick unsinnig erscheinen, erweist sich im Nachhinein jedoch als äußerst passend. Mitnichten weil Nicolas Cage den letzten Tempelritter spielt, davon gibt es im Film hunderte, sondern weil der Inhalt des Films mindestens genauso unsinnig ist. Ein Ritter, der erst nach Jahren des Kampfes merkt, dass im Krieg auch Unschuldige getötet werden? Ein mächtiger Dämon, der sich als Hexe getarnt zu einem Kloster transportieren lassen muss, statt einfach flugs selbst hinzufliegen? Gut, dümmer geht’s natürlich immer. Aber nicht viel dümmer.

Wer hofft, dass zumindest die Umsetzung dieser auf Zelluloid gebannten Intelligenzbeleidung stimmt, wird bitter enttäuscht. Die Actionszenen erweisen sich als krachender Lärm, nerven nach kürzester Zeit und sind vieles, aber nicht packend. Auch die von den Machern anscheinend beabsichtigte düstere Atmosphäre mag nicht aufkommen. Unheimlich sind in diesem Film nur die mittelmäßigen bis schlechten Computereffekte. Unheimlich schlecht. Dass sich solche Effekte 2011 noch ins Kino trauen, bleibt dann auch die einzige Überraschung des Films.

Positiv bleiben mir höchstens die Szenen mit Ron Perlman als Nicolas Cages Weggefährte in Erinnerung. Für eine Laufzeit von 95 Minuten ist das aber zu wenig. Viel zu wenig.

Wertung: 3/10

Im Kino gesehen: Rapunzel – Neu verföhnt

Weihnachtszeit = Disney-Zeit. Nach dem wunderbar altmodischen “Küss den Frosch” dürfen wir uns dieses Jahr an einer Neuinterpretation des Klassikers “Rapunzel” erfreuen. Und auch wenn es sich bei “Rapunzel – Neu verföhnt” nicht um einen Zeichentrick-, sondern um einen Animationsfilm handelt (der sogar in 3D daher kommt), beweisen die Macher, dass sie die alten Disney-Tugenden nicht vergessen haben.

Worum geht’s

Seit beinahe 18 Jahren lebt Rapunzel in einem versteckten Turm. Um sie vor der unberechenbaren und gefährlichen Außenwelt zu schützen, wie ihre Mutter Gothel stets betont. Die einzige Abwechslung in Rapunzels Leben sind Hunderte von Laternen, die einmal im Jahr aufsteigen und den Himmel leuchten lassen. Um sich vor seinen Verfolgern zu verstecken, erklimmt eines Tages der charmante Dieb Flynn Ryder den Turm. Dank ihrer enormen Haarpracht gelingt es Rapunzel, Flynn zu überwältigen und ihm seine Beute abzunehmen. Um die Beute zurück zu bekommen, soll Flynn Rapunzel zu dem Ort bringen, an dem einmal im Jahr die Laternen angezündet werden …

Meine Meinung

Wer sich nicht innerhalb der ersten Minuten in Rapunzel verliebt, muss ein Herz aus Stein haben. Oder kein Interesse an Frauen. Doch selbst dann dürfte die lebensfrohe Rapunzel zumindest ganz schnell die neue beste Freundin werden. Ähnliches gilt für den charmanten Flynn, der mit seiner eingebildeten und doch liebenswerten Art voll ins Schwarze trifft. Überhaupt ist jede Figur so gut getroffen wie schon lange nicht mehr in einem Animationsfilm. Wobei besonders die tierischen Begleiter hervorstechen. Wer “Rapunzel – Neu verföhnt” gesehen hat, weiß, wieso das putzige Chamäleon Pascal und das aufgeweckte Pferd Maximus die heimlichen Stars des Films sind. Was umso positiver zu bewerten ist, wenn man bedenkt, dass beide Figuren ohne Sprache auskommen müssen.

Die Geschichte orientiert sich lose an dem Grimmschen Klassiker. Äußerst lose. Abgesehen von dem langen Haar, dem Turm und einigen Namen hat “Rapunzel – Neu verföhnt” nicht besonders viel mit dem Märchen gemeinsam. Was beileibe nicht negativ gemeint ist. Die Macher haben die ursprüngliche Geschichte respektvoll abgewandelt und um einige interessante Handlungsstränge ergänzt. Und auch wenn das Original selbstverständlich zeitlos ist, muss man anerkennen, dass die Änderungen der Geschichte besser ins Disney-Universum und in die heutige Zeit passen.

Auch technisch ist dem Film nichts vorzuwerfen. Die von unaufdringlichen 3D-Effekten unterstützte Optik wird einem Disney-Märchen vollends gerecht und überzeugt durch tolle Landschaften und gelungene Charakteranimationen.

Mein Fazit

“Rapunzel – Neu verföhnt” ist ein zauberhafter Animationsfilm für die ganze Familie, der mit charmanten Haupt- und extrem niedlichen Nebenfiguren begeistert. Absolut sehenswert!

Meine Wertung: 8/10

Im Kino gesehen: “Sammys Abenteuer”

SA.PL_A4_RZ.inddBereits als frisch geschlüpfte Schildkröte lernt Sammy die abenteuerlustige Shelly kennen, wird jedoch gleich am ersten Tag wieder von ihr getrennt. Auf der Suche nach Shelly haben Sammy und sein Freund Ray zahlreiche Abenteuer zu bestehen. Und auch wenn diese Abenteuer es nicht mit den großen Pixar-Vorbildern aufnehmen können und die Öko-Botschaft zuweilen etwas zu dick aufgetragen daher kommt, haben die Macher mit “Sammys Abenteuer” einen unterhaltsamen Animationsfilm mit charmanten Figuren aus dem Meeresboden gestampft. Die Geschichte orientiert sich hierbei eindeutig an den jüngeren Zuschauern. Auf unheimliche Szenen wurde verzichtet, so dass der Film auch für die Kleinen uneingeschränkt zu empfehlen ist. Ein paar Längen in der Erzählung lassen sich zwar nicht leugnen, doch werden diese durch die erstaunlich gelungene Optik in Verbindung mit den hervorragenden 3D-Effekten ausgeglichen.

Meine Wertung: 7/10

Im Kino gesehen: “Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 1”

Hauptplakat(497x700)Es gibt drei Dinge, die ich nicht verstehe und vermutlich auch nie verstehen werde: Die Relativitätstheorie, Frauen und das Phänomen “Harry Potter”. Dass ich mir dennoch jeden “Harry Potter”-Film angeschaut habe, dürfte zumindest meine treuen Leser nicht überraschen. Durch den an Inhaltsleere kaum zu überbietenden “Harry Potter und der Halbblutprinz” waren meine Erwartungen an den aktuellen Teil der Reihe auf ein Minimum gesenkt. Zum Glück. Denn auch wenn “Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 1” interessanter ist als die meisten seiner Vorgänger, würde ich den Film keinesfalls als rundum gelungen bezeichnen …

Worum geht’s

Harry Potter (Daniel Radcliffe) und seine Freunde Hermine (Emma Watson) und Ron (Rupert Grint) sind auf der Flucht vor Lord Voldemort (Ralph Fiennes) und dessen Gefolgschaft. Um den dunklen Lord zu vernichten, benötigen sie die sechs Horkruxe, in denen Voldemort Teile seiner Seele aufbewahrt und denen er seine Unsterblichkeit verdankt. Die Suche nach den Horkruxen erweist sich als gefährliche Reise und stellt die Freundschaft von Harry, Hermine und Ron auf eine harte Probe …

Szenenbild_08(700x293)Meine Meinung

Wie die meisten seiner Vorgänger krankt auch “Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 1” an einer Geschichte, die viel zu wenig zu erzählen hat. Und gibt es doch mal etwas zu erzählen, geschieht dies beiläufig in ein oder zwei Nebensätzen. Düstere Aspekte wie die Verfolgung unreiner Zauberer und tragische Erlebnisse wie der Verlust treuer Mitstreiter werden kurz erwähnt und dann beiseite gewischt. Statt näher auf interessante Ereignisse wie z.B. die Übernahme des Zaubereiministeriums durch Voldemorts Helfer einzugehen, verliert der Film sich in zähen und quälend langen Dialogen, welche die Geschichte in keiner Weise vorantreiben. Dass hierbei trotz inhaltlich guter Voraussetzungen keine düstere Atmosphäre aufkommen will, versteht sich von selbst. Was übrigens ebenfalls für die Spannung gilt. Diese leidet zusätzlich darunter, dass Momente drohender Gefahr grundsätzlich dadurch aufgelöst werden, dass die Protagonisten sich an einen anderen Ort zaubern. Das mag effektiv sein und vermutlich würde ich als Zauberer nicht anders handeln, doch für den Spannungsbogen eines Films ist dieses Verhalten absolut tödlich. Oh nein, ein Angriff! Duck und weg …

Szenenbild_10(700x293)Dass der Film zahlreiche inhaltliche Anschlussfehler aufweist und Figuren einführt, nur um sie ein paar Minuten später gleich wieder fallen zu lassen, ohne dass sie der Geschichte auch nur ansatzweise dienlich waren, ist zwar ärgerlich, aber verschmerzbar.

Doch genug gemeckert, denn “Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 1” hat auch seine guten Seiten. Zu allererst, und hier enttarnt sich meine Oberflächlichkeit, wäre wohl die Optik zu nennen. Denn eines muss man anerkennen: Der Film sieht einfach gut aus. Ausstattung und Effekte ergeben ein stimmiges Gesamtbild und vermitteln einen guten Eindruck der düsteren Zeiten.

Szenenbild_16(700x293)Auch die Geschichte selbst, also das Wenige, was sie zu erzählen hat, gestaltet sich interessanter als in den Vorgängern. Gleichwohl vieles, vermutlich nicht unbeabsichtigt, an das dritte Reich erinnert und zuweilen ein wenig plump wirkt.

Höhepunkt des Films ist jedoch eindeutig eine Geschichte innerhalb der Geschichte, nämlich das Märchen von den drei Brüdern und den titelgebenden Heiligtümern des Todes. Visuell toll in Szene gesetzt, vermag dieses Märchen mehr zu fesseln als der gesamte Film. Zu schade, dass die Macher nicht ebenso viel Originalität in den eigentlichen Film gesteckt haben …

Mein Fazit

“Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 1” hat sich jeglichen kindlichen Charmes entledigt und erweist sich als solides Fantasyabenteuer, ist jedoch mindestens eine halbe Stunde zu lang und leidet unter den zahlreichen und nicht selten unwichtigen Dialogen seiner jugendlichen Protagonisten.

Meine Wertung: 6/10

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