Im Kino gesehen: Stirb langsam – Ein guter Tag zum Sterben

14. Februar 2013 | Filme und Serien | 5 Kommentare

Ich verehre „Stirb langsam“. Ich liebe „Stirb langsam 2“. Und ich halte sowohl „Stirb langsam – Jetzt erst recht“ als auch „Stirb langsam 4.0“ fĂŒr zwei ausgezeichnete Actionfilme, die zwar deutlich von der Ausgangssituation der ersten beiden Teile abweichen, aber dennoch (oder auch gerade deswegen) wĂŒrdige Fortsetzungen darstellen und sich stimmig in das Gesamtbild einfĂŒgen. Wieso ich das schreibe? Damit ihr meine Review richtig einschĂ€tzen könnt und nicht denkt, ihr hĂ€ttet es mit dem Verriss eines frustrierten Actionfans zu tun, der in den 80ern feststeckt und Fortsetzungen seiner Lieblinge generell ablehnt … Worum geht’s John McClane (Bruce Willis) reist nach Moskau, um seinem dort des Mordes angeklagten Sohn Jack (Jai Courtney) beizustehen. Noch nicht mal im GerichtsgebĂ€ude angekommen, gerĂ€t John mitten in den Kugelhagel einer schwer bewaffneten Gruppe von Profikillern. Diese hat es auf den ebenfalls vor Gericht stehenden Yuri Komarov (Sebastian Koch) abgesehen, der Kenntnis von einer geheimen Akte mit brisanten Informationen hat, die den korrupten Politiker Chagarin (Sergei Kolesnikov) zu Fall bringen könnten. Komarov kann dem Anschlag dank Jack, der in Wirklichkeit CIA-Agent ist und dessen Verhaftung Teil eines Befreiungsplans war, entkommen. Kaum sitzen sie in ihrem Fluchtfahrzeug, treffen Jack und Komarov auf John, der sich den beiden ohne zu zögern anschließt. Nun ist es an Vater und Sohn, Komarov vor seinen Verfolgern zu schĂŒtzen und mit seiner Hilfe an die geheimnisvolle Akte zu gelangen … Meine Meinung Nein, ich möchte diesen Verriss nicht schreiben. Ich möchte nicht schreiben, dass bei „Stirb langsam – Ein guter Tag zum Sterben“ alles misslungen ist, was nur misslingen konnte. Viel lieber wĂŒrde ich schreiben, dass es sich bei dem nunmehr fĂŒnften Teil der Reihe um einen tollen Actionfilm handelt. Um eine wĂŒrdige Fortsetzung, die den Titel „Stirb langsam“ zu recht trĂ€gt. Doch das kann ich leider nicht. Denn dieser Film ist genau der Totalausfall, den ich nie fĂŒr möglich gehalten hĂ€tte. Um ehrlich zu sein, weiß ich noch nicht mal, wo ich eigentlich anfangen soll. Die Story ist so hanebĂŒchen, so konstruiert, so voller offener Fragen und Logiklöcher, dass sich jeder B-Actionfilm dafĂŒr schĂ€men wĂŒrde. Und als wĂ€re dies nicht schon schlimm genug, wird die ohnehin nicht schlĂŒssige Geschichte auch noch so holprig erzĂ€hlt, dass jegliche Entstehung eines roten Fadens im Keim erstickt wird. So mĂŒssen HandlungssprĂŒnge oder Motivation der handelnden Figuren ohne große ErklĂ€rung einfach akzeptiert werden. Und seien sie noch so abstrus. Auch bei den Figuren versagt „Stirb langsam – Ein guter Tag zum Sterben“ auf ganzer Linie. Aus dem ehemals verletzlichen Polizisten John McClane, der immer wieder zur falschen Zeit am falschen Ort aufschlĂ€gt, ist eine Comicfigur geworden, die jede noch so lebensgefĂ€hrliche Actionszene ohne große Blessuren ĂŒbersteht. Damit ist John McClane zu einer Karikatur seiner selbst verkommen. Nicht mal der fĂŒr McClane typische zynische Humor mag hier zĂŒnden, sondern muss platten Kommentaren weichen, die nicht nur nicht lustig sind, sondern oft erschreckend deplatziert wirken und sich zudem stĂ€ndig wiederholen. Die weiteren Figuren trifft’s kaum besser. Jai Courtney kann als Jack McClane zwar krĂ€ftig austeilen, bleibt als Figur jedoch blass und uninteressant. Von einer gelungenen Chemie zwischen Vater und Sohn kann keine Rede sein, was dazu fĂŒhrte, dass mich die gemeinsame Hatz quer durch Russland komplett kalt gelassen hat. Wenig ĂŒberraschend kommt hinzu, dass es sich bei den zahlreichen Gegnern der beiden grĂ¶ĂŸtenteils um namenlose Zielscheibenfiguren handelt und selbst der Drahtzieher hinter der ganzen Chose absolut beliebig bleibt. Insbesondere letzteres ist einfach nur enttĂ€uschend. Falls ihr euch nun fragt, ob denn wenigstens die Actionszenen gelungen sind: Nein, sind sie nicht. Die hoch gelobte Verfolgungsjagd zu Beginn bietet zwar enorme BlechschĂ€den, ist aber viel zu hektisch und unĂŒbersichtlich geschnitten, als dass man sie wirklich vollumfĂ€nglich genießen könnte. Die zahlreichen Schießereien sind solide, fallen letztlich jedoch uninspiriert und unspektakulĂ€r aus. Und das Finale ist so dermaßen ĂŒberzogen, dass ich den Kinosaal am liebsten vorzeitig verlassen hĂ€tte. Als trauriger Höhepunkt sei an dieser Stelle die Szene genannt, in der John McClane in Zeitlupe aus einem Fenster springt und seinen Gegnern, die sich in einem abstĂŒrzenden Kampfhubschrauber befinden, im Sprung den Mittelfinger entgegen streckt. WĂŒrdeloser geht’s kaum. Positiv kann ich dem Film lediglich anrechnen, dass Bruce Willis trotz allem irgendwie eine coole Sau ist. Und dass das Elend nach 97 Minuten bereits vorbei ist. Yippie-Ya-Yeah, Schweinebacke! Mein Fazit Völlig misslungene Fortsetzung, die all das vermissen lĂ€sst, was wir an der „Stirb langsam“-Reihe lieben und schĂ€tzen. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Meine Wertung: 3/10 (mit ganz viel gutem Willen und Bruce-Willis-Bonus) Weitere Meinungen aus der deutschen BlogosphĂ€re: ChristiansFoyer.de

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5 Kommentare

  1. Schon öfter gelesen die Tage. Wird bis zur DVD vernachlĂ€ssigt. Danke fĂŒr die Warnung. 😉

    Reply
    • Na, Hauptsache du machst mich nachher nicht fĂŒr den verpassten Kinobesuch verantwortlich, sollte dir der Film auf DVD dann doch gefallen. 😉

    • Oh, könnte passieren. Dich merk ich mir vor! 😀

  2. Sorry, komme gerade aus dem Kino, kann deine Meinung so nicht teilen und ich hatte auch das GefĂŒhl, dass der Film bei den anderen auch recht positiv angekommen ist.
    Bin jetzt auch kein Kritiker aber ich fand den gar nicht so ĂŒbel und hĂ€tte sicher 7 Punkte gegeben…aber so sind die GeschmĂ€cker 😉

    Reply
    • Ja, so sind sie, die GeschmĂ€cker. Es soll ja sogar Menschen geben, denen „Taken 2“ gefallen hat. 😉

      P.S.: Bei mir im Blog muss sich niemand fĂŒr eine abweichende Meinung entschuldigen. 😉

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