Geschaut: „The Toxic Avenger“ (2023)

Freitag. Später Nachmittag. Eine viel zu lange Woche neigt sich ihrem Ende entgegen. Und ja, ich weiß, dass jede Woche gleich lang ist. Aber ihr wisst schon, wie ich das meine. Um das Wochenende angemessen einzuläuten, habe ich es mir nach Feierabend auf der Couch gemütlich gemacht und … bin eingeschlafen. Danach habe ich dann „The Toxic Avenger“ eingelegt. Zwei Stunden später als geplant, aber was soll’s. Mich hetzt ja niemand.

Worum geht’s

Seit seine Freundin an Krebs gestorben ist, schlägt sich der so schlichte wie gutmütige Winston (Peter Dinklage) mit seinem Stiefsohn Wade (Jacob Tremblay) mehr schlecht als recht durchs Leben. Als auch bei Winston eine tödliche Krankheit diagnostiziert wird, bittet er seinen Chef Bob Garbinger (Kevin Bacon) um Hilfe. Als dieser ihn eiskalt abblitzen lässt, bricht Winston in seiner Verzweiflung bei seinem Arbeitgeber ein, um das benötigte Geld zu stehlen. Dabei kommt er J. J. (Taylour Paige) in die Quere, die gerade belastende Beweise gegen den kriminellen Garbinger besorgen möchte. Auf der Flucht wird Winston von Garbingers Auftragsmördern tödlich verletzt und in giftigem Schlamm versenkt. Doch Winston überlebt – und kehrt körperlich entstellt als Toxic Avenger zurück, um für Gerechtigkeit zu sorgen …

Meine Meinung

Es gibt schlechte Filme. Und es gibt Filme, die einerseits schlecht sind, denen man andererseits aber auch anmerkt, dass alle Beteiligten mit Herzblut dabei waren, ihren Spaß hatten und ganz genau wussten, was sie da tun. Genau so ein Film ist „The Toxic Avenger“. Und dies gilt sowohl für das 84er Original als auch für die aktuelle Neuauflage.

Um „The Toxic Avenger“ genießen zu können, sollte man schon ein gewisses Faible für B-Movie-Trash mitbringen. Und auch mal das eine oder andere Auge zudrücken können. Ja, der Film ist rund 15 Minuten zu lang. Ja, bei der Gewalt hätte gerne noch eine Schippe draufgelegt werden dürfen. Ja, das CGI fällt manchmal negativ auf. Und ja, der Humor zündet nicht immer. Insgesamt trägt „The Toxic Avenger“ das Herz aber am rechten Fleck. Die Geschichte ist so absurd wie warmherzig. Die Splatterszenen sind komplett überzogen und dementsprechend spaßigIm. Der Wortwitz erinnert In seinen besten Momenten an den guten alten ZAZ-Humor. Und die Darsteller sind über alle Zweifel erhaben. Wirklich schön, dass Größen wie Peter Dinklage, Kevin Bacon und Elijah Wood sich für so einen Quatsch nicht zu schade sind.

Doch, ich hatte mit „The Toxic Avenger“ trotz kleiner Abzüge in der B-Note definitiv meinen Spaß. Hätten die Macher bei der Gewalt mehr auf praktische Effekte gesetzt und wären generell etwas zeigefreudiger gewesen (teilweise wird tatsächlich im Off gekillt – HALLO?!?), hätte hier etwas ganz Großes entstehen können. Also relativ. Größe liegt ja oft im Auge des Betrachters. Toxie ist hierfür das beste Beispiel.

Meine Wertung: 7/10

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Kurz kommentiert: „Dante’s Peak“ (1997)

Ich habe gerade mal wieder „Dante’s Peak“ geschaut (zum ersten Mal in feinstem 4K) und ich bleibe dabei: Dieser Film gehört zu den besten Katastrophenthrillern, die die 90er hervorgebracht haben. Die Figuren sind (trotz teilweise dummer Entscheidungen) sympathisch, der eher gemächliche Einstieg macht die zweite Hälfte umso packender und die größtenteils handgemachten Effekte sind hervorragend gealtert und können auch heute noch absolut überzeugen.

Definitiv ein Film, den ich immer wieder gerne schaue. Es hat schon seine Gründe, wieso ich „Dante’s Peak“ hier auf DVD, auf Blu-ray und nun auch auf Ultra HD Blu-ray im Regal stehen habe.

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Geschaut: „The Rip“ (2026)

Meine Güte, bin ich müde. Vermutlich hängt das damit zusammen, dass ich gestern Nacht spontan die erste Staffel von „Hijack“ durchgebingt habe. Aber das ist eine Geschichte für einen anderen Blogbeitrag. Im Grunde schreibe ich das hier auch nur, weil mir einfach keine sinnvolle Einleitung für das eigentliche Thema einfallen wollte. Clever, oder?

Worum geht’s

Kurz nach der Ermordung ihres Captains erhält das Miami TNT einen Tipp für ein angebliches Geldversteck. Im Haus der jungen Desi (Sasha Calle) findet das Team von Lieutenant Dane Dumars (Matt Damon) und Detective Sergeant J.D. Byrne (Ben Affleck) tatsächlich Geld, allerdings weitaus mehr als ursprünglich angenommen. Satte 20 Millionen Dollar wurden hinter einer Wand versteckt. Statt den Fund direkt zu melden, ordnet Dane an, das Geld erst mal zu zählen. Das weckt das Misstrauen der übrigen Gruppe, nicht zuletzt, da das FBI einen korrupten Verräter im TNT vermutet, der auch für den Tod des Captains verantwortlich sein könnte …

Meine Meinung

Ein Actionthriller von Joe Carnahan mit Matt Damon und Ben Affleck? Hätte da überhaupt etwas schiefgehen können? Oh ja, das hätte es. Schließlich ist Joe Carnahan nicht unbedingt für seine konstante Qualität bekannt. In diesem Fall ist aber alles gut gegangen. Mehr als das. „The Rip“ ist ein erfreulich spannender Cop-Thriller und weckte bei mir Erinnerung an den ebenfalls schwer unterhaltsamen „Verhandlungssache“. Zwar geht’s hier nicht um eine Geiselnahme, aber gewisse Ähnlichkeiten lassen sich dennoch nicht leugnen. Der Mord zu Beginn. Die schwer kontrollierbare Situation im begrenzten Raum. Das wachsende Misstrauen untereinander. Und nicht zuletzt das actionreiche Finale, in dem die Karten auf den Tisch gelegt werden. Das macht schon alles eine Menge Spaß – genau so mag ich solche Filme!

Zugegeben, wer einigermaßen aufmerksam und nicht völlig auf den Kopf gefallen ist, erkennt zumindest einen der zahlreichen Bluffs direkt in den ersten Minuten. Und ja, wirklich anspruchsvoll oder innovativ ist hier im Grunde auch nichts. Das macht aber gar nix, da das Gesamtpaket einfach stimmt. Matt Damon und Ben Affleck sind gemeinsam eh immer eine sichere Bank, die anderen Darsteller machen ebenfalls einen guten Job und die Dynamik innerhalb des TNT hat mir so gut gefallen, dass ich mir glatt eine Fortsetzung wünsche. Von diesem sympathischen Team würde ich wirklich gerne noch mehr sehen!

Meine Wertung: 7/10

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Auf 3D hätte ich verzichten können, aber davon ab sieht auch der neue Trailer zu dem Survival-Thriller „Send Help“ von Sam Raimi nach ’ner Menge Spaß aus. Ich bin echt gespannt, worauf die Story letztlich hinausläuft. Und ob Bruce Campbell wirklich nur als Foto im Mülleimer landet oder auch sonst im Film auftaucht …

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Geschaut: „F*** Marry Kill“ (2024)

Nach einem langen Arbeitstag ist mein Kopf meist ziemlich leer. Also noch leerer als ohnehin schon. Und viel ist da oben im Grunde eh nie los. Zum Glück gibt’s da draußen mehr als genug Filme, die perfekt zu so einem Zustand passen. Und so fiel meine Wahl für die heutige Abendunterhaltung auf die Thrillerkomödie „F*** Marry Kill“, die zwar keine anspruchsvolle, aber immerhin lockere Unterhaltung versprach. Spoiler: Sie konnte ihr Versprechen nicht halten.

Worum geht’s

Ein Serienmörder hat es auf junge Frauen abgesehen, die er über Dating-Apps kennenlernt. Von dem True-Crime-Podcast „Mark My Murder“ hat er daher den Spitznamen „Swipe Right Killer“ erhalten. Dies kann Eva (Lucy Hale) jedoch nicht davon abhalten, sich nach ihrer Trennung wieder ins Dating-Getümmel zu stürzen. Schnell lernt sie drei vielversprechende Kandidaten kennen. Doch dann mehren sich die Anzeichen, dass jeder von ihnen der Serienkiller sein könnte …

Meine Meinung

„F*** Marry Kill“ hätte so vieles sein können. Ein kritischer Kommentar zu dem aktuellen Dating-Zeitgeist. Eine sarkastische Abrechnung mit dem True-Crime-Boom. Und eine clevere Satire, die gleichermaßen Vorurteile wie auch Thrillerklischees aufs Korn nimmt. Leider ist „F*** Marry Kill“ nichts davon. Was der Film stattdessen ist: nervig. Unfassbar nervig.

Jede, wirklich absolut jede Figur ist seltsam, unsympathisch oder nervtötend. Oder gleich alles drei zusammen. Die eine mehr, die andere weniger. Selbst vermeintliche Sympathieträger zeigen im Verlauf des Films Verhaltensmuster, die selbst mich schreiend davonlaufen lassen würden – und dabei bin ich selbst eine Red Flag auf zwei Beinen. Dementsprechend war es mir unmöglich, mit den Figuren zu lachen, geschweige denn mit ihnen mitzufiebern. Keine Ahnung, wann ich zuletzt so eine Abneigung verspürt habe.

Leider funktioniert „F*** Marry Kill“ auch abseits der Figuren nicht sonderlich gut. Für eine Komödie sind die Gags zu lau, für einen Liebesfilm fehlt den Figuren die Chemie untereinander und für einen Thriller bietet die Geschichte nicht genug Spannung. Zumal die Identität des Killers komplett hanebüchen ist. Zwischendurch gibt’s auch noch ein paar vermeintlich zeitgeistkritische Szenen (Stichwort Wokeness oder Not all Men), aber die wirken genauso deplatziert wie die unlustigen Texteinblendungen, mit denen im Film neue Figuren vorgestellt werden.

Zugegeben, die Grundidee ist ganz interessant. Und ja, ich habe schon schlechtere Filme gesehen. Aber das alleine ist noch lange kein Qualitätsmerkmal.

Meine Wertung: 4/10

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Geschaut: „The Astronaut“ (2025)

Wie das immer so ist: Zwei Wochen lang kommen hier gar keine neuen Filme an, und dann gleich zwei am selben Tag, die ich beide am liebsten sofort schauen würde. Entschieden habe ich mich letztlich für „The Astronaut“. Zum einen, weil ich Kate Mara immer gerne (und leider viel zu selten) in einem Film sehe, und zum anderen, weil der Science-Fiction-Film sehr … kontrovers aufgenommen wird. Was ich bislang gelesen habe, reicht von „absoluter Müll“ bis hin zu „cleveres Meisterwerk“. Klar, dass meine Neugierde da geweckt wurde.

Worum geht’s

Die Astronautin Sam Walker (Kate Mara) wird nach einer Bruchlandung aus ihrer Kapsel gerettet. Außer Erinnerungslücken und einem Bluterguss an ihrer Hand scheint es ihr zum Glück gut zu gehen. Zur Erholung und für weitere Untersuchungen wird Sam in einem abgelegenen Haus einquartiert. Doch irgendwas scheint nicht zu stimmen. Sam leidet unter wiederkehrenden Tinnitus-Schüben, Nasenbluten und seltsamen Halluzinationen. Und dann ist da noch dieses Gefühl, als würde sie irgendjemand beobachten. Oder irgendetwas …

Meine Meinung

Nachdem ich „The Astronaut“ nun gesehen habe, kann ich absolut nachvollziehen, dass dieser Film das Publikum spaltet. Und um ehrlich zu sein, bin ich mir nicht sicher, was ich selbst von ihm halten soll. Dabei beginnt er durchaus vielversprechend. Das riesige, fast schon klinisch saubere Haus ist eine tolle Location. Die Atmosphäre ist angespannt, unheimlich und herrlich mysteriös. Kate Mara spielt souverän wie immer. Neben ihr veredeln auch noch Laurence Fishburne, Gabriel Luna und Ivana Milicevic den Film. Das ist alles schon verdammt stark. Doch dann kommt nach knapp einer Stunde die Auflösung. Und ich sag’s mal so: Originell ist diese zweifellos, nur ergibt sie leider keinen Sinn. Und mit „keinen“ meine ich: absolut keinen.

Versteht mich bitte nicht falsch: Ich bin der Letzte, der verlangt, dass Filme eine durchgängig schlüssige Geschichte erzählen müssen. Wenn ein Film als Ganzes (für mich) funktioniert, sehe ich gerne über die eine oder andere Unstimmigkeit oder Logiklücke hinweg. Aber egal wie ich es drehe und wende und wieviel guten Willen ich auch aufwende: Die Story von „The Astronaut“ funktioniert nicht. Ja, das Ende ist überraschend, absolut nicht vorherzusehen, und ich müsste lügen, wenn ich behaupten würde, es nicht irgendwie cool gefunden zu haben. Es passt nur einfach nicht zu dem, was in der Stunde davor passiert ist. So gar nicht. Und je länger ich darüber nachdenke, desto unsinniger wird das Ganze.

Vielleicht versteht ihr nun, wieso ich so hin- und hergerissen bin. Ich meine, im Grunde hat mir Film wirklich gut gefallen. Die erste Stunde ist atmosphärisch und spannend. Das Ende ist originell und hat definitiv interessante Ansätze. Doch beide Teile ergeben leider kein Ganzes. Schlimmer noch, sie stehen sich gegenseitig im Weg. Ein seltsam unstimmiger Film. Apropos seltsam unstimmig: Die CGI-Effekte … ach, egal. So viele gibt’s davon zum Glück ja nicht.

Wie dem auch sei: Science-Fiction-Fans dürfen gerne mal einen Blick riskieren – und sei es nur, um bei dem Ende mitreden zu können.

Meine Wertung: 5/10

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Sven Kietzke
Sven Kietzke
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Chroniken eines fotografierenden Filmnerds

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