Im Alter von 24 Jahren zählt sie zu den besten Eiskunstläuferinnen der Welt – bis ihre Karriere 1994 durch einen Zwischenfall während der Vorbereitungen zur US-amerikanischen Meisterschaft jäh beendet wird. In Rückblenden erzählen Tonya Harding (Margot Robbie), ihre Mutter LaVona (Allison Janney) und ihr Ex-Mann Jeff (Sebastian Stan), wie es so weit kommen konnte …

Ihr habt mit Eiskunstlauf nichts am Hut? Macht nix, ich auch nicht – und dennoch hatte ich mit dieser schwarzhumorigen Filmbiografie extrem viel Spaß. Wobei die Geschichte diesen trotz all ihrer Absurdität eigentlich gar nicht hergibt. Tonya Harding, die der weißen Unterschicht angehört(e), erst von ihrer Mutter und später dann von ihrem Mann körperlich misshandelt wurde, hatte trotz ihres Talents wohl nie eine faire Chance. Und doch gelang es ihr, sich ganz nach oben zu kämpfen – ohne wirklich je dazuzugehören. Eine typische Aschenputtel-Geschichte, die in diesem Fall allerdings kein glückliches Ende nimmt. Die Komik entsteht dabei nicht zuletzt durch die verschiedenen Welten, die hier aufeinanderprallen: die White-Trash-Jugendliche mit dem losen Mundwerk und dem schlechten Umfeld auf der einen, die glattgebügelte Welt des professionellen Eiskunstlaufs auf der anderen Seite. Was dieser Kombination (und dem über allem stehenden Klassenkampf) entspringt, ist teilweise so absurd, dass man kaum glauben mag, dass dies wirklich so passiert ist. Und mittendrin begeistern die fantastische Margot Robbie und eine nicht minder beeindruckende Allison Janney, die es irgendwie schafft, dass man als Zuschauer für ihre eigentlich komplett unsympathische Figur irgendwie Verständnis entwickelt – grandios!

Meine Wertung: 9/10

„I, Tonya“ kann derzeit bei Netflix geschaut werden.

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