Im Kino gesehen: Umständlich verliebt

Hauptplakat(494x700)Ich werde vermutlich nie verstehen, was die Menschen, bevorzugt die Männer, an Jennifer Aniston finden. Okay, lächeln und liebenswerte, wenn auch leicht chaotische Frauen spielen, das kann sie. Aber hat sie noch weitere Fähigkeiten? Falls ja, war davon in den Filmen, die ich kenne, nie etwas zu sehen. “Umständlich verliebt” bildet da keine Ausnahme. Manchmal glaube ich, dass es sich bei Jennifer Aniston um einen Schauspielroboter erster Generation handelt, der so langsam von der zweiten Generation (Projektname “Katherine Heigl”) abgelöst werden soll …

Worum geht’s

Kassie (Jennifer Aniston) hört ihre biologische Uhr ticken. Da ein geeigneter Partner nicht in Sicht ist, weicht Kassie auf Plan B aus. Auf einer Befruchtungsparty möchte sie sich mithilfe des Samenspenders Roland (Patrick Wilson) endlich den Traum von einer Schwangerschaft erfüllen. Kassies bester Freund, der neurotische und heimlich in Kassie verliebte Wally (Jason Bateman), ist davon alles andere als begeistert. Als er völlig betrunken versehentlich Rolands Samenspende verschüttet, gerät Wally in Panik und füllt den Becher mit seinem eigenen Sperma wieder auf …

Szenenbild_01(700x539)Meine Meinung

Hmm, wie mag dieser Film wohl ausgehen? Na, was denkt ihr? Richtig! Genau so! Okay, ihr habt natürlich recht: Dass romantische Komödien vorhersehbar sind, liegt in der Natur der Sache. Dennoch wäre es schön gewesen, wenigstens ein oder zwei Überraschungen auf dem Weg zum Happy End zu erleben. Sieht man mal davon ab, dass das gemeinsame Kind ohne Sex und vor der Bildung des offensichtlichen Traumpaares entsteht, verläuft bei “Umständlich verliebt” alles streng nach Handbuch.

Dass der Film nicht vollends in der Bedeutungslosigkeit versinkt, verdankt er der guten Chemie zwischen Jason Bateman und Filmsohn Thomas Robinson. Während Aniston und Bateman auf der Leinwand als Paar so gar nicht harmonieren und dementsprechend kalt lassen, sorgt das neurotische Vater-Sohn-Gespann durchaus für einige Lacher und die eine oder andere rührende Szene.

Mein Fazit

Durchschnittliche Komödie ohne Überraschungen und Höhepunkte. Oder anders formuliert: Ein typischer Jennifer-Aniston-Film.

Meine Wertung: 6/10

Mini-Review: Wie durch ein Wunder

19505074.jpg-r_760_x-f_jpg-q_x-20100908_034437Charlie (Zac Efron) verliert seinen jüngeren Bruder bei einem Autounfall, kann seine Trauer nicht verarbeiten und verliert sich in seiner eigenen Welt, in der sein Bruder immer noch existent ist. Dass der Film dann doch eine ganz andere Richtung einschlägt als der Trailer vermuten lässt, gehört für mich zu den positiven Überraschungen der letzten Kinowoche. Was bin ich froh, vor dem Kinobesuch nichts über den Film gelesen zu haben. Und auch wenn die Inszenierung des Öfteren ins Kitschige abrutscht, der Story-Twist relativ früh erkennbar ist, Zac Efron zuweilen etwas hölzern spielt und ich “Wie durch ein Wunder” nach einer Zweitsichtung vermutlich deutlich abwerten würde, kann ich nicht leugnen, das Kino ziemlich begeistert verlassen zu haben.

Meine Wertung: 8/10

Im Kino gesehen: When In Rome – Fünf Männer sind vier zuviel

Ich gestehe: Ich bin ein Fan von Kristen Bell. Die junge Frau blieb mir zwar weder in “Pulse”, noch in “Nie wieder Sex mit der Ex” oder “All Inclusive” in Erinnerung, doch als schlagfertige und zynische Veronica Mars in der gleichnamigen TV-Serie konnte sie sich mein Fanherz sichern. Wer “Veronica Mars” noch nicht gesehen hat, sollte dies zügig nachholen. Bei Bells aktuellem Kinofilm “When In Rome” schaut die Sache ganz anders aus: Wer diesen noch nicht gesehen hat, sollte sich selbst einen Gefallen tun und es dabei belassen …

Worum geht’s

Beth (Kristen Bell) glaubt nicht mehr an die Liebe. Entsprechend skeptisch reagiert sie, als ihre jüngere Schwester Joan (Alexis Dziena) sie zu deren Hochzeit nach Rom einlädt. Während der Feier lernt Beth den so charmanten wie tollpatschigen Nick (Josh Duhamel) kennen. Die Chemie zwischen den beiden scheint vom ersten Augenblick an zu stimmen. Als Beth ihn jedoch mit einer rassigen Italienerin sieht, setzt sie sich enttäuscht an den Brunnen der Liebe. Dieser Brunnen, so heißt es, hilft den Suchenden, die wahre Liebe zu finden. Lediglich eine Münze muss hierzu im Brunnen versenkt werden. Angetrunken fischt Beth fünf Münzen aus dem Brunnen, nicht ahnend, dass die Eigentümer dieser Münzen damit in einen Liebesbann versetzt werden. Fortan versuchen alle fünf Männer, Beth von ihrer Liebe zu überzeugen. Und ausgerechnet Nick scheint einer von ihnen zu sein …

Meine Meinung

Ganz ehrlich: Es fällt mir schwer, etwas Positives in “When In Rome” zu finden. Nicht, dass ich etwas gegen romantische Komödien mit übernatürlichen Einflüssen hätte. So etwas kann funktionieren. Tut es hier aber nicht. Die zugrunde liegende und durchaus nicht uninteressante Idee wird an platte Gags und unsympathische Figuren vergeudet. Die verzauberten Verehrer sorgen nicht, wie vermutlich angestrebt, für Humor, sondern nerven in jeder Sekunde. Vom Liebesbann verzaubert, überbieten sich die Männer gegenseitig mit immer abstruseren Ideen, um Beth für sich zu gewinnen. Mögen deren Balzversuche auf dem Papier vielleicht lustig ausgesehen haben, wirken die Männer im fertigen Film wie Psychopathen mit Hormonstau. Und ich meine nicht die netten Psychopathen von nebenan, sondern diejenigen, für die diese netten kleinen Zimmer mit den weichen Wänden und die dazugehörigen Jacken ohne Ärmel erfunden wurden. Wieso Danny DeVito, der einen dieser Verehrer mimt, sich für solch eine Rolle hergibt, wird mir auf ewig ein Rätsel bleiben.

Lediglich die verzweifelnde Beth und der verliebte Nick können einige Sympathiepunkte sammeln, bleiben letztlich aber zu profillos, um das Herz der Zuschauer anzusprechen. Dass der romantische Funke zwischen den beiden Figuren zu keiner Zeit auf das Publikum überspringt, ist den Darstellern aufgrund der oberflächlichen Charakterzeichnung nicht anzukreiden. Kristen Bell und vor allem Josh Duhamel kämpfen bemüht gegen ihre flachen Rollen an, können gegen das beschränkte Drehbuch jedoch nur verlieren.

Dass “When In Rome” bei all seiner fehlenden Romantik, den entweder belanglosen oder nervigen Figuren und des nicht vorhanden Humors so vorhersehbar wie der Inhalt eines frisch gekauften Notizblocks ist, muss ich vermutlich nicht extra erwähnen.

Mein Fazit

Die Liebesgeschichte ist unromantisch, der Humor unlustig bis nervig und die Figuren bleiben stets oberflächlich. Bei solch einer Nullnummer können selbst sympathische Hauptdarsteller wie Kristen Bell und Josh Duhamel nichts retten …

Meine Wertung: 2/10

Im Kino fast totgelac… Im Kino gesehen: Männersache

maennersache_plakat Sagt ‘ne Frau zu ihrem Mann “Schatz, ich geh zum Sport und mach ein wenig Bauch, Beine, Po.”. Antwortet der Mann “Bauch, Beine, Po? Haste doch genug. Mach mal lieber mehr Titten.”. Muahaha. MUAHAHA. MUUAAH… Moment mal. Ihr lacht ja gar nicht. Was? Nur weil der Witz beschissen ist und einen längeren Bart hat als Jesus zu seinen besten Zeiten? Ich bitte euch: Das ist doch nun wirklich kein Grund – wie zahlreiche Mario-Barth-Fans* eindrucksvoll beweisen …

Worum geht’s

Der erfolglose Möchtegern-Komiker Paul (Mario Barth) hat endlich ein gutes Thema für seine Bühnenshow gefunden: Schamlos erzählt er Geschichten aus dem Leben seines besten Freundes Hotte (Dieter Tappert) und dessen Freundin Susi (Anja Kling). Dass die Zurschaustellung den beiden nicht gefällt, nimmt Paul billigend in Kauf. Doch wird er die jahrelange Freundschaft zu Hotte wirklich seiner Karriere opfern?

maennersache_szene1 Meine Meinung

Ich ziehe meine Review zu “Der Rosarote Panther 2” zurück: Der Film ist ein Meisterwerk. Jedenfalls im Vergleich zu “Männersache”. War Steve Martins Komödie einfach nur nicht lustig, ist Mario Barths Kinoausflug nicht nur nicht lustig, sondern erschreckend unlustig. Und nervig. Wenn Mario Barth sich als beleidigter Paul unzählige Frikadellen in den Mund stopft, nur um seinem besten Freund Hotte keine abgeben zu müssen, ist das genau so dämlich, wie es sich jetzt gerade liest. Und wenn Sido als Hiwi einem vorbeigehenden Künstler mit Sido-Maske sagt, dass man mit solch einem dämlichen Outfit niemals erfolgreich sein wird, ist das keineswegs selbstironisch, sondern einfach nur plump und dumm. Nicht minder unlustig sind auch die zahlreichen Verkleidungen, in die Mario Barth und Dieter Tappert im Lauf des Films schlüpfen. Schlimmer noch: Als polnischer Bauarbeiter oder russischer Mafiapate nerven Barth und Tappert noch mehr als ohnehin schon. Und dafür, dass Tappert sich erdreistet, als Jerry Lewis aufzutreten, gehört er eigentlich verhaftet und zu drei Monaten “Familie Klumps und der verrückte Professor” ohne Bewährung verurteilt.

maennersache_szene2 Dass die Geschichte sich ohne jegliche Überraschungen entwickelt und am Ende selbstverständlich eitler Sonnenschein herrscht, dürfte niemanden wirklich überraschen. Auch nicht, dass Mario Barth während seiner Auftritte als Paul wieder einmal all jene ollen Kamellen zum Besten gibt, die selbst ein Neandertaler nicht mehr zu erzählen wagen würde. Oder für die er zumindest mit der Keule einen über die Rübe gezogen bekäme.

Mein Fazit

Menschen mit dem Humorverständnis einer Amöbe** mögen unter genügend Alkoholeinfluss den einen oder anderen bemühten Witz entdecken, ich konnte es nicht. Selbst die Outtakes im Abspann konnten mir kein Lächeln entringen. Ein Armutszeugnis. Ob für mich oder den Film sei jetzt mal dahingestellt …

Meine Wertung: 1/10 (gefühlt: –2/10)

* Ich möchte mich hiermit offiziell bei Mario Barth und all ihm seinen Fans entschuldigen. Nehmt’s nicht persönlich. Ich tu’s auch nicht.

** Ich möchte mich hiermit offiziell bei allen Amöben entschuldigen, die sich ob dieser Äußerung in ihrer Ehre gekränkt fühlen, da sie über Mario Barth auch nicht lachen können. Tut mir leid, ich wollte ich euch nicht beleidigen!

Mini-Review: Effi Briest

effi_briest_plakat Worum geht’s

Preußen, spätes 19. Jahrhundert. Die siebzehnjährige Effi Briest (Julia Jentsch) heiratet auf Wunsch ihrer Eltern den fast 20 Jahre älteren Geert von Instetten (Sebastian Koch). Glück findet sie jedoch in einer Affäre mit dem lebensfrohen Major von Crampas (Misel Maticevic). Eine Affäre mit Folgen …

Meine Meinung

Der Film beginnt bedrückend und optisch höchst atmosphärisch. Die gesellschaftlichen Zwänge und ihre Auswirkungen auf die jungen Effi fesseln und berühren. Doch je länger der Film lief und je weiter die Handlung voran schritt, umso mehr verlor ich das Interesse an dem Schicksal der Figuren. Zu unsympathisch sind sie gezeichnet, zu belanglos sind ihre Erlebnisse inszeniert. Lediglich das Ende, welches von Theodor Fontanes Roman abweicht, konnte mich wieder überzeugen. Erstaunlich, wie viel Symbolik im Anzünden einer Zigarette stecken kann …

Mein Fazit

Solide inszenierte Romanverfilmung mit guten Darstellern und gelungenen Anfangs- und Schlussminuten, die mich im Mittelteil jedoch nicht zu überzeugen wusste.

Meine Wertung: 5/10

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