Venom: Let There Be Carnage (2021)

Auf Bitten der Polizei interviewt Eddie Brock (Tom Hardy) den inhaftierten Serienkiller Cletus Kasady (Woody Harrelson). Dabei entdeckt Eddie Details, die letztlich dazu führen, dass Kasady zum Tode verurteilt wird. Kurz vor dessen Hinrichtung besucht Eddie Kasady ein weiteres Mal. Als die beiden zu streiten beginnen, beißt Kasady Eddie in die Hand, woraufhin sich in Kasady der Symbiont Carnage bildet …

Ich geb’s zu: Irgendwie mag ich den ersten Venom-Film. Ja, er ist absolut nichts Besonderes, und Venoms Wandlung vom menschenfressenden Monster zum Anti-Helden ergibt keinen rechten Sinn, aber Tom Hardys Performance macht einfach Laune, und für einen anspruchslosen Filmabend taugt der Film trotz seiner Schwächen allemal. Die Fortsetzung „Venom: Let There Be Carnage“ hingegen … nein. Einfach nur nein. Zwar gibt Tom Hardy auch hier wieder alles, doch der ganze Rest ist eine einzige Katastrophe. Na gut, vielleicht keine Katastrophe, aber noch mal deutlich schwächer als im schon nicht besonders starken Vorgänger. Die Streitereien zwischen Eddie und Venom nehmen viel zu viel Platz ein, und sind nach kurzer Zeit nicht mehr unterhaltsam, sondern eher ermüdend bis nervig. Die Handlung ist, obwohl streng genommen wenig bis gar nichts passiert, einfach nur wirr. Und abgesehen von Tom Hardy werden die an sich guten Darsteller komplett verschenkt – was insbesondere bei Woody Harrelson als Gegenspieler eine echte Schande ist. Klar, anschauen lässt sich der Film schon. Ihr verpasst aber auch absolut nichts, wenn ihr eure Zeit anders verbringt.

Meine Wertung: 5/10 (mit Tendenz zur 4)

The Forever Purge (2021)

Vor acht Jahren wurde die Purge von Präsidentin Roan abgeschafft, doch nach ihrer Wiederwahl lassen die Neuen Gründungsväter das jährliche Ereignis wieder aufleben. Als die Nacht endet, geht das Morden allerdings weiter: Radikale Nationalisten wollen sich „ihr“ Land zurückholen, und töten jeden, der sich ihnen in den Weg stellt oder ihrer Meinung nach nicht zu Amerika gehört …

Die „The Purge“-Reihe war schon immer politisch, dabei aber noch nie besonders subtil – und „The Forever Purge“ macht hier keine Ausnahme. Der Film ist deutlich von der Trump-Ära inspiriert, bleibt dabei aber leider viel zu oberflächlich, und enttäuscht durch die vertanen Chancen. Wie spannend wäre es gewesen, zu sehen, wie die Neuen Gründungsväter zurück an die Macht kommen. Oder zu erleben, wie sich die Menschen über die Jahre radikalisieren, organisieren, und so zu den Forever-Purgern werden. Kurz: Wie es zu der Situation im Film kommen konnte. All dies wird in „The Forever Purge“ nur beiläufig angedeutet (Stichwort Fake-News), oder durch ein simples Feindbild (letztlich sind die Purgers allesamt rassistische Nationalisten) stark vereinfacht. Was bleibt, ist eine durchaus kompetent gefilmte Hetzjagd mit gelungenen Actionszenen und sympathischen Figuren, die als düsterer Actionthriller gut funktioniert, als Gesellschaftskritik aber weit hinter ihren Möglichkeiten zurückbleibt.

Meine Wertung: 6/10

Wolf Like Me – Staffel 1

Durch einen Autounfall lernt der alleinerziehende Gary (Josh Gad) die sympathische Mary (Isla Fisher) kennen, doch obwohl beide direkt einen Draht zueinander haben, lässt Mary ihn bereits nach dem ersten Date sitzen. Aus gutem Grund, wie Gary schon bald unfreiwillig herausfindet …

Der Titel dieser gerade mal 2 1/2 Stunden kurzen Serie lässt bereits erahnen, aus welchem Grund Mary Gary auf Distanz hält: Sie ist ein Werwolf. Dennoch handelt es sich bei „Wolf Like Me“ keineswegs um eine Horrorserie, sondern vielmehr um eine romantische Komödie, in der zwei einsame, vermeintlich kaputte Menschen trotz aller Widrigkeiten zueinander finden. Die Werwolfthematik dient lediglich als Metapher für all die Makel und Päckchen, die wir mit uns tragen, und die uns nur allzu oft glauben lassen, nicht gut genug zu sein. Dementsprechend lebt „Wolf Like Me“ auch nicht von blutigem Horror, der Wolf wird nur ein einziges Mal von der Leine gelassen, sondern von den sympathischen Figuren, der tollen Chemie zwischen Isla Fisher und Josh Gad, und nicht zuletzt von den zuweilen herrlich bissigen (entschuldigt das Wortspiel) Dialogen. Zugegeben, das alles ergibt keinen Meilenstein, aber verdammt sympathische Unterhaltung mit einer tollen Botschaft – und mehr braucht es manchmal nicht, um mich glücklich zu machen.

Meine Wertung: 8/10

Kurz abgehakt: „Better Watch Out“ (2016)

Der 12-jährige Luke (Levi Miller) ist heimlich in seine fünf Jahre ältere Babysitterin Ashley (Olivia DeJonge) verliebt. Da Ashley kurz davor steht umzuziehen und die Stadt zu verlassen, nimmt Luke kurz vor Weihnachten all seinen Mut zusammen und offenbart ihr seine Gefühle, die Ashley jedoch nicht erwidert. Als plötzlich Unbekannte vor dem Haus auftauchen und die beiden terrorisieren, sieht Luke seine große Chance gekommen, Ashley zu beweisen, dass er doch der Richtige für sie ist …

Was. Zum. Teufel. Ich habe keine Ahnung, wieso ich diesen Film erst jetzt gesehen habe, aber ich könnte mich dafür ohrfeigen, mir damit so viel Zeit gelassen zu haben. Was ich damit sagen möchte: „Better Watch Out“ ist gut, RICHTIG gut, und zählt für mich zu den größten positiven Überraschungen, die ich in den letzten Jahren gesehen habe. Nicht zuletzt, da der Film nicht wirklich das ist, was man als Zuschauer zu Beginn vermutet. Die so spannende wie wendungsreiche Geschichte ist abgrundtief böse, der makabere Humor tiefschwarz und die Darsteller haben sichtlich Spaß an ihren Rollen. Ohne Übertreibung: Ich habe mich die kompletten 90 Minuten lang köstlich amüsiert – in den letzten Minuten des Films dürfte ich so ein breites Grinsen im Gesicht gehabt haben, dass ich vermutlich auch als Joker durchgegangen wäre. Da zücke ich doch gerne vergnügt die Bestwertung! 🙂

Meine Wertung: 10/10

„Better Watch Out“ kann derzeit bei Netflix geschaut werden.

Auch wenn ich den Trailer hier wie immer verlinke: Tut euch selbst einen Gefallen und schaut ihn euch nicht an. Er verrät einfach zu viel von der Handlung …

Kurz abgehakt: „Tyler Rake: Extraction“ (2020)

Als der Sohn eines indischen Drogenbarons von einem Konkurrenten entführt wird, engagiert die Familie den erfahrenen Söldner Tyler Rake (Chris Hemsworth), um den Jungen zu befreien. Der Befreiungsversuch gelingt, doch auf dem Weg aus der Stadt wird Tyler von seinem Auftraggeber verraten. Auf sich alleine gestellt und von den Gefolgsleuten zweier Kartelle gejagt, versucht Tyler, den Jungen irgendwie in Sicherheit zu bringen …

Ein aufrechter Söldner und Massen an Gegnern – manchmal braucht es nicht mehr für einen unterhaltsamen Filmabend. „Tyler Rake: Extraction“ ist ein geradliniger Actionfilm alter Schule, der das Rad sicherlich nicht neu erfindet, mir aber dennoch unheimlich viel Spaß bereitet hat. Die wuchtige und erfreulich abwechslungsreiche Action ist knüppelhart inszeniert, bleibt jederzeit erfreulich übersichtlich und speziell die scheinbar schnittlose Sequenz im Mittelteil finde ich durchaus beeindruckend choreographiert. Die Figuren bleiben bei all dem Actiongewitter zwar etwas auf der Strecke, bekommen aber dennoch den einen oder anderen kleinen Moment zugesprochen – nicht genug, um ihnen wirkliche Tiefe zu verleihen, aber genug, um einem als Zuschauer nicht völlig egal zu sein. Wobei Chris Hemsworth, völlig zu recht, die Sympathien ja eh immer auf seiner Seite hat. Und mehr Tiefe können die Macher seiner Figur dann ja immer noch in der (hoffentlich demnächst bestätigten) Fortsetzung verleihen – ich wäre definitiv wieder dabei!

Meine Wertung: 8/10

„Tyler Rake: Extraction“ kann derzeit bei Netflix geschaut werden.

Kurz abgehakt: „Die Eiskönigin: Völlig unverfroren“ (2013)

Mit acht Jahren verletzt Prinzessin Elsa, die über die Kraft verfügt, Schnee, Eis und Frost zu erzeugen, ihre kleine Schwester Anna versehentlich beim Spielen. Um andere Menschen vor Elsa zu schützen, entscheidet sich die Königsfamilie für ein zurückgezogenes Leben. Da Elsa die meiste Zeit in ihrem Zimmer verbringen muss und Anna die wahren Gründe hierfür nicht kennt, entzweien sich die Geschwister mit der Zeit. Als Elsa nach dem Tod der Eltern zur Königin gekrönt wird, kommt es während der Feierlichkeiten zwischen den Schwestern zu einem Streit, in dessen Folge Elsa unbeabsichtigt einen ewigen Winter über das Königreich ausbrechen lässt und sich in einen Eispalast zurückzieht. Nun liegt es an Anna und dem Eisverkäufer Kristoff, das Königreich zu retten …

Nachdem ich ihn nun endlich gesehen habe, muss ich leider sagen: Ich habe keine Ahnung, wieso ausgerechnet dieser Animationsfilm so unfassbar erfolgreich war. Ja, die Technik ist beeindruckend, aber davon ab bietet „Die Eiskönigin: Völlig unverfroren“ absolut nichts, was ich in anderen Film nicht schon besser gesehen hätte. Die Figuren sind sympathisch, haben aber keine echte Tiefe und wirken teilweise extrem beliebig und austauschbar. Speziell Kristoff ist nahezu eine 1:1-Kopie von Flynn aus „Rapunzel – Neu verföhnt“, wobei dessen Pferd Maximus deutlich mehr Charakter hat als Kristoffs Rentier Sven (das dafür definitiv den cooleren Namen trägt). Die Geschichte selbst reißt keine Bäume aus, der Humor ist allzu deutlich auf die Kleineren unter uns ausgelegt und die Lieder wirken stellenweise so bemüht in die jeweilige Szene integriert, als hätten die Macher zwingend möglichst viele Musical-Vorlagen schaffen wollen.

Versteht mich bei all dem Gemeckere bitte nicht falsch: Der Film ist dennoch kurzweilig, speziell für Kinder durchaus unterhaltsam und tricktechnisch wie gesagt beeindruckend – aber zu den großen Meisterwerken des Animationsgenres zählt er für mich nicht.

Meine Wertung: 6/10

„Die Eiskönigin: Völlig unverfroren“ kann derzeit bei Disney+ geschaut werden.

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