Kurz abgehakt: „Ghostland“ (2018)

Gleich in der ersten Nacht werden Pauline (Mylène Farmer) und ihre beiden Töchter Beth (Emilia Jones) und Vera (Taylor Hickson) in ihrem neuen Zuhause von Unbekannten brutal überfallen. 16 Jahre später ist Beth (Crystal Reed) eine erfolgreiche Autorin von Horrorromanen, während Vera (Anastasia Phillips) unter schweren Angststörungen leidet und immer noch bei ihrer Mutter wohnt. Eines Nachts erhält Beth von ihrer Schwester einen mysteriösen Anruf und macht sich auf den Weg zu ihrer Familie – nicht ahnend, was sie dort erwartet …

Nach dem von Kritikern und Publikum gleichermaßen geschätzten „Martyrs“ und dem meiner Meinung nach stark unterschätzten „The Tall Man“ begibt sich Regisseur und Drehbuchautor Pascal Laugier abermals in die Welt menschlicher Abgründe. Und bereitet mir ein großes Problem, denn es ist beinahe unmöglich, über den Film zu schreiben, ohne zu viel zu verraten. Je weniger ihr wisst, desto mehr werdet ihr „Ghostland“ genießen können, weswegen ihr sowohl Filmbesprechungen als auch die Trailer nach Möglichkeit meiden solltet.

Was ich euch allerdings verraten kann, ist, dass Laugier erneut ein düsterer, bedrückender und extrem straff inszenierter Genrefilm gelungen ist, dessen Atmosphäre und Spannung dafür sorgten, dass ich ab der Hälfte des Films, und ich übertreibe jetzt nicht, konstant schweißnasse Hände hatte. Und obwohl „Ghostland“ nicht sonderlich blutig ausfällt, sind einige Szenen in ihrer Darstellung nur schwer zu ertragen, was nicht zuletzt den tollen Darstellerinnen und dem gelungenen Make-up zu verdanken ist.

Auch wenn er die Regeln nicht neu schreibt: definitiv ein feiner Film!

Meine Wertung: 8/10

Kurz abgehakt: „Two Night Stand“ (2014)

Um über ihre gescheiterte Beziehung hinwegzukommen, meldet sich die frustrierte Megan (Analeigh Tipton) bei einem Internet-Singleportal an und lässt sich auf einen One-Night-Stand mit Alec (Miles Teller) in dessen Wohnung ein. Am Morgen danach möchte Megan direkt verschwinden, doch ein über Nacht aufgezogener Schneesturm macht es ihr unmöglich, das Gebäude zu verlassen. Während Megan und Alec auf das Ende des Unwetters warten, kommen sich die beiden näher, als ursprünglich geplant …

Ich möchte euch nichts vormachen: Wie der Film endet, steht von Anfang an fest. Doch wie so oft bei solchen Filmen, ist der Weg das Ziel. Und dieser ist durchweg sehenswert, was insbesondere an der schlicht bezaubernden Analeigh Tipton liegt, die den Film mit ihrem Charme mehr oder weniger komplett an sich reißt. Wie sich Megan und Alec, die sich am Morgen danach nicht mal richtig ausstehen können, durch ihre Gespräche langsam einander annähern, ist sympathisch und mit viel Gespür für die Figuren inszeniert. Und wenn dabei ganz beiläufig auch noch die Werte und Erwartungen einer ganzen Gesellschaft infrage gestellt werden, entpuppt sich der Film sogar als überraschend tiefgründig.

Ja, das alles hat man irgendwo schon mal gesehen. Und ja, „Two Night Stand“ wird keine Filmgeschichte schreiben. Aber das muss der Film auch gar nicht. Er unterhält und regt, sofern gewünscht, zum Nachdenken an. Das reicht für eine Empfehlung meinerseits.

Meine Wertung: 7/10

Kurz abgehakt: „Prometheus – Dunkle Zeichen“ (2012)

Bei einer Expedition entdecken die Archäologen Elizabeth Shaw (Noomi Rapace) und Charlie Holloway (Logan Marshall-Green) Hinweise auf den Ursprung der menschlichen Existenz. In der Hoffnung, dort die „Konstrukteure“ der Menschheit zu finden, reisen Shaw und Holloway gemeinsam mit mehreren Wissenschaftlern zu dem fremden Planeten LV-223. Auf dem Planeten gelandet, findet die Gruppe jedoch nur Hinweise auf eine untergegangene Zivilisation …

Das soll er also sein, der Anfang zur Vorgeschichte des unbestrittenen Science-Fiction-Klassikers „Alien“. Mal abgesehen davon, dass ich niemanden kenne, der nach dieser Vorgeschichte gefragt hätte, was hat Ridley Scott sich dabei bloß gedacht? Klar, die Optik stimmt. Und nach einem etwas zähen Einstieg wird der Film, trotz etwas konfuser Geschichte, auch tatsächlich spannend. Aber diese Figuren. Diese Figuren. Ich habe wahrlich nichts dagegen, wenn in Filmen mal dumm und/oder egoistisch gehandelt wird, aber hier wird der Bogen definitiv überspannt. Spätestens im Finale, in dem eine Person auf freiem Feld von einem heranrollenden Objekt getötet wird, weil besagte Person lieber geradeaus davon läuft, statt einfach mal zur Seite zu springen, wusste ich nicht mehr, ob ich mir gerade einen ernst gemeinten Science-Fiction-Film oder nicht doch eher eine Parodie anschaue.

Wirklich schade um die zweifellos vorhandenen guten Ansätze …

Meine Wertung: 5/10

Kurz abgehakt: „Showgirls“ (1995)

Die junge Nomi (Elizabeth Berkley) reist nach Las Vegas und tanzt bzw. schläft sich hoch – von der einfachen Stripperin zum gefragten Showgirl. Ende der Geschichte.

In „Scream 2“ beantwortet Filmfreak Randy die Frage nach seinem Lieblingshorrorfilm mit „Showgirls. Wirklich beängstigend!“. Und jetzt weiß ich endlich auch, was er damit meint. Denn auch wenn „Showgirls“ kein Horrorfilm ist, gruselig ist er definitiv.

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Die Darsteller, allen voran Elizabeth Berkley und Kyle WTF? MacLachlan, spielen, als stünden sie unter Drogen. Unter schlechten Drogen. Unter extrem schlechten Drogen. Eine Story ist praktisch nicht vorhanden – und falls doch mal so etwas wie eine Handlung durchschimmert, ist diese schlicht dämlich und nur selten nachvollziehbar. Der Film besteht praktisch nur aus Provokationen, Arschlöchern (im charakterlichen Sinn), schlechten Dialogen, unfreiwillig komischen Sexszenen (der Pool, DER POOL!) und Brüsten. Zugegeben, aus vielen und sehr schönen Brüsten. Das ist allerdings, und war es auch schon in der Zeit vor YouPorn, für einen unterhaltsamen oder gar interessanten Film schlicht nicht genug. Zumindest nicht für diejenigen unter uns, die ihre Pubertät bereits hinter sich haben.

Erschreckend, was für einen Unfug Paul Verhoeven und Joe Eszterhas da zusammengezimmert haben …

Meine Wertung: 2/10

Kurz abgehakt: „Das Grauen kommt um Zehn“ (1979)

Immer wieder ruft ein Unbekannter bei der Babysitterin Jill (Carol Kane) an und fragt sie, ob sie nach den Kindern gesehen habe. Jill alarmiert die Polizei, doch als diese herausfindet, dass die Anrufe aus demselben Haus kommen, ist es bereits zu spät. Zwar erscheint die Polizei gerade noch rechtzeitig, um Jill vor dem Angriff des Psychopathen zu retten und ihn festzunehmen, doch die Kinder sind bereits tot. Sieben Jahre später kann Curt (Tony Beckley) aus des psychiatrischen Anstalt fliehen – und dann klingelt bei Jill, inzwischen selbst Mutter, wieder das Telefon …

Der auch unter dem Originaltitel „When a Stranger Calls“ bekannte „Das Grauen kommt um Zehn“ ist definitiv ein merkwürdiger Zwitter von einem Film. So ist er in den ersten 20 und den letzten 15 Minuten ein extrem spannender Thriller und gehört in diesen Minuten definitiv zu dem Fesselndsten, was ich bislang aus dieser Zeit gesehen habe. In der Stunde dazwischen hingegen ist der Film ein behäbiges, schon beinahe analytisches Psychogramm eines sich von der Gesellschaft ausgeschlossen fühlenden Mörders und seines Jägers. Leider wollen diese beiden Geschichten nicht wirklich ineinandergreifen, so dass „Das Grauen kommt um Zehn“ zwar definitiv ein ambitionierter Film ist, mich als Gesamtwerk trotz interessanter Ansätze und guter Darsteller jedoch weder als Thriller noch als Drama überzeugen konnte.

Ich geb’s nur ungern zu, aber das 2006er-Remake hat mir mit seiner schnörkellosen Art deutlich besser gefallen.

Meine Wertung: 5/10

Kurz abgehakt: „Dying Breed“ (2008)

Auf der Suche nach einer seltenen Tigerart streifen die vier Freunde Nina (Mirrah Foulkes), Matt (Leigh Whannell), Jack (Nathan Phillips) und Rebecca (Melanie Vallejo) durch die Tasmanische Wildnis. Dabei geraten sie in die Fänge inzestuöser Kannibalen, die nicht nur auf der Suche nach Nahrung sind, sondern auch frisches Blut benötigen, um ihre Fortpflanzung zu sichern …

Ach, was soll ich schreiben … 50 Minuten lang passiert einfach mal gar nichts, dann wird die Geschichte dumm, dümmer und, nun ja, noch dümmer. Als wäre dies nicht schon Grund genug, sich diesen Film unter keinen Umständen anzuschauen, gibt’s als „Helden“ vier unsympathische bis einfach nur unfassbar nervige Figuren, die gleichzeitig so blass und belanglos sind, dass man ihnen nicht mal beim Sterben zuschauen möchte. Und als Bonus gibt’s speziell für die deutschen Zuschauer noch eine Synchronisation, die so miserabel ist, dass sich dafür sogar ein Pornofilm schämen würde.

Ne ne, Leute, bei aller Liebe für Backwood-Slasher: Das war mal so gar nix.

Meine Wertung: 2/10

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