Im Heimkino gesehen: Outcast – Die letzten Tempelritter

Was mag wohl passieren, wenn ein Darsteller, der laut allgemeiner Meinung keine Mimik kennt, auf einen Darsteller trifft, dessen Mimik im Laufe seiner Karriere ein schon beinahe skurriles Eigenleben entwickelt hat? Haben sich die Macher von „Outcast – Die letzten Tempelritter“ dieselbe Frage gestellt? Und ist das Aufeinandertreffen von Hayden Christensen und Nicolas Cage die Antwort darauf? Fragen über Fragen …

Worum geht’s

Um den Thron besteigen zu können, ermordet der machthungrige Prinz Shing (Andy On) seinen Vater und lenkt die Tat auf seinen jüngeren Bruder Qiang (Lixin Zhao). Auf ihrer Flucht vor den königlichen Soldaten treffen Qiang und seine Schwester Lian (Yifei Liu) auf den Kreuzritter Jacob (Hayden Christensen), der in China die Gräueltaten der Kreuzzüge zu verdrängen versucht. Jacobs Kampferfahrung rettet den Flüchtlingen das Leben, doch Shings Anhänger sind zahlreich. Eine Jagd quer durch China beginnt …

Meine Meinung

Ich oute mich jetzt mal als vermutlich einzige Person auf diesem Planeten, die Hayden Christensen nicht für völlig talentlos hält. In kleineren Rollen (siehe zum Beispiel „Takers“ oder „Das Haus am Meer“) kann Christensen durchaus überzeugen. Für Hauptrollen hingegen scheint dem Mimen schlicht das nötige Charisma zu fehlen. So auch in „Outcast“, in dem Christensen zwar solide spielt und in den (seltenen) Actionszenen durchaus zu überzeugen weiß, der Figur aber insbesondere in den (noch selteneren) emotionalen Momenten nicht genug Tiefe verleiht.

Leider ist es nicht nur Hayden Christensens Figur, die oberflächlich und weit hinter ihren Möglichkeiten bleibt. Der Film als Ganzes bietet keinerlei Überraschungen, strotzt nur so vor wichtig klingenden Kalenderweisheiten und greift auf so gut wie jedes Klischee zurück, das solch eine Geschichte hergibt. Der Fremde, der ein ganzes Königreich rettet. Der abgehalfterte und gleichzeitig unschlagbare Held. Die Schüler-Meister-Schüler-Beziehung. Die obligatorische, wenn auch nur angedeutete Liebesbande. Nein, hier wird wirklich nichts ausgelassen – was den Film nicht nur arg vorhersehbar werden lässt, sondern ihm zudem jegliche Glaubwürdigkeit kostet.

Dennoch ist „Outcast“ letztlich recht unterhaltsam, was zum einen an der überraschend gelungenen und durchaus hochwertig anmutenden Optik und zum anderen an den recht flott inszenierten Actionszenen liegt. Diese wurden ordentlich choreografiert, lassen aber aufgrund der berühmt-berüchtigten Wackelkamera und teils unglücklich gesetzter Schnitte des Öfteren die Übersichtlichkeit vermissen. Bedauerlich, aber gerade noch verschmerzbar.

Falls ihr euch fragt, wieso ich bislang kein einziges Wort über Nicolas Cage verloren habe: Dieser taucht lediglich zu Beginn und am Ende des Films auf, absolviert also eher einen größeren Gastauftritt, statt die vermeintlich zweite Hauptrolle zu spielen. Enttäuschen, im Sinn des Wahnsinns, tut er aber auch dieses Mal nicht. Denn während Cage in den ersten 10 Minuten erfreulich zurückhaltend agiert, zieht er in den letzten 20 Minuten Grimassen, als müsse er seine Abwesenheit in den dazwischen liegenden 60 Minuten irgendwie wieder aufholen. In diesen Minuten fragt man sich als Zuschauer dann durchaus, ob das noch Schauspiel oder schon seine wahre Natur ist. Die Antwort auf diese Frage kennt vermutlich nicht mal mehr Nicolas Cage selbst.

Meine Meinung

„Outcast – Die letzten Tempelritter“ ist nicht der erwartete Totalausfall, verdankt dies aber eher der gelungenen Optik und keinesfalls den Darstellern oder gar der austauschbaren und letztlich in der Summe unglaubwürdigen Geschichte. Für einen anspruchslosen Filmabend dennoch durchaus geeignet.

Meine Wertung: 5/10

Im Kino gesehen: Fast & Furious 7

Was hatte ich mich auf „Fast & Furious 7“ gefreut. Endlich sollte der meiner Meinung nach stark unterschätzte und zeitlich zwischen Teil 6 und 7 angesiedelte „The Fast and the Furious: Tokyo Drift“ in die Reihe integriert werden. Und dann war da noch der düster dreinblickende Jason Statham, der im gelungenen Cliffhanger des sechsten Films als neuer Gegner eingeführt wurde. Was könnte da schon schiefgehen? Leider eine ganze Menge …

Worum geht’s

Den Terroristen Owen Shaw (Luke Evans) konnten Dominic Toretto (Vin Diesel) und seine Freunde aufhalten, haben damit aber den Zorn von Owens Bruder Deckard Shaw (Jason Statham) auf sich gezogen. Der hervorragend ausgebildete Ex-Agent befördert Hobbs (Dwayne Johnson) ins Krankenhaus, tötet Han (Sung Kang) und sprengt das Haus der Torettos in die Luft. Um Deckard zu fassen, gehen Toretto und sein Team auf ein Angebot des mysteriösen Mr. Nobody (Kurt Russel) ein. Dieser benötigt einen Computerchip, um ein modernes Überwachungssystem, das Auge Gottes, in Betrieb nehmen zu können. Mit diesem Überwachungssystem wäre es möglich, Deckard ausfindig zu machen und vom Gejagten zum Jäger zu werden. Allerdings befindet sich der Hacker Ramsey, die einzige Person, die weiß, wo sich dieser Chip befindet, in den Händen der Terroristen Jakande (Djimon Hounsou) und Kiet (Tony Jaa) …

Meine Meinung

„Fast & Furious 7“ beginnt vielversprechend. Deckard Shaw besucht in einer friedlichen Szene seinen im Koma liegenden Bruder im Krankenhaus. Erst beim Verlassen des Gebäudes erfährt das Publikum, dass Deckard das halbe Krankenhaus in Schutt und Asche gelegt hat, um seinen Bruder besuchen zu können – und es offenbar nichts und niemanden gibt, was ihn daran hindern kann, sein Ziel zu erreichen. Genau so führt man einen ernstzunehmenden Gegner ein! Leider ist von der durch Deckard Shaw ausgehenden Bedrohung im späteren Film nicht mehr viel zu spüren, so dass nicht nur dieser gelungene Einstieg, sondern auch Jason Statham komplett verschenkt wirkt. Dasselbe gilt für Djimon Hounsou, Tony Jaa und insbesondere Ronda Rousey, die zwar allesamt böse gucken dürfen, letztlich aber nicht viel mehr als größere Gastauftritte absolvieren und dem Team nur selten ernsthaft gefährlich werden.

Deutlich interessanter als die Gegner sind die scheinbar unmöglichen Missionen, die das Team erfüllen muss, um Deckard Shaw aufhalten zu können. Mal muss ein Hacker aus einem bewachten Konvoi befreit, mal ein Chip aus dem obersten Stock eines Hochhauses in Abu Dhabi gestohlen werden – wie es der Zufall will, während einer Party der Reichen und Schönen. Es hätte mich nicht gewundert, wären Toretto und sein Team dort auf Ethan Hunt gestoßen, an dessen Abenteuer der Film in seinen besten Momenten erinnert.

Leider steht diesen durchaus unterhaltsamen Episoden der Verzicht auf jeglichen Realismus im Weg. Was sich bereits im letzten Teil andeutete, wird im siebten Film der Reihe nun auf die Spitze und darüber hinaus getrieben. Dass Autos mit Fallschirmen aus einem Flugzeug geworfen werden und wie durch ein Wunder auf der Straße landen – geschenkt. Immerhin darf diese Szene in all ihrer Absurdität für einen durchaus gelungenen Witz herhalten. Doch dass ein Sportwagen zwischen den Etihad-Türmen umherspringt, Beifahrer während der Fahrt im Drift die Autos durch die Seitenscheiben wechseln und Sprengstoff im Sprung an anderen Fahrzeugen angebracht wird (ihr erinnert euch an die ähnlich alberne Szene in „Transporter – The Mission“?), ist so dermaßen dämlich, dass es keinen Spaß mehr bereitet.

Hinzu gesellt sich eine im letzten Drittel ausufernde und an die „Transformers“-Reihe erinnernde Materialschlacht, die umso stärker ermüdet, je länger sie dauert. Wenn hier alles in Schutt und Asche gelegt wird, ist das weder originell noch packend. Nicht zuletzt, da die Schnitte in den Actionszenen zuweilen recht hektisch ausfallen, so dass die Übersichtlichkeit nicht immer gegeben ist, was sich insbesondere in den an sich gut choreographierten Mann-gegen-Mann bzw. Frau-gegen-Frau-Kämpfen störend auswirkt.

Die Themen Freundschaft und Familie sind selbstverständlich auch in „Fast & Furious 7“ wieder die Eckpfeiler der Geschichte, wirken stellenweise jedoch unausgereift und aufgesetzt. Dass Mia zum Beispiel ihren Brian einmal mehr in den möglichen Tod schickt, wirkt mit Blick auf die Umstände alles andere als glaubhaft. Und der durchaus sentimentale Abschied in der Endsequenz ergibt mit Blick auf Paul Walkers tragischen Tod durchaus Sinn, will aber nicht so recht in den Kontext des Films passen. Hier merkt man als Zuschauer schon recht deutlich, dass das Team sich nicht von der Figur Brian O’Conner, sondern von seinem Freund und Kollegen Paul Walker verabschiedet. Unpassend? Vielleicht. Aber auch gnadenlos ehrlich. Und ein Beweis dafür, dass das Filmteam das Herz am rechten Fleck trägt.

Mein Fazit

Hoffnungslos übertriebenes Spektakel, das nach einem gelungenen Einstieg mit Vollgas ins Absurde rast und am Ende in seiner eigenen Action untergeht.

Meine Wertung: 6/10

Im Heimkino gesehen: Cold War

Bereits seit dem 13. Mai ist der Polizei-Thriller „Cold War“ auf Blu-ray und DVD verfügbar – und zu meiner Schande muss ich gestehen, dass mir ein entsprechendes Rezensionsexemplar schon seit April vorliegt, ich den Film aber erst zeitlich nicht geschafft und danach schlicht vergessen habe. Würde ich mein Blog beruflich betreiben, wäre ich wohl schon lange pleite, doch zum Glück schreibe ich hier aus reinem Spaß an der Freude. Peinlich ist mir meine mangelhafte Organisation dennoch. Wie dem auch sei, viel wichtiger ist, dass ich „Cold War“ nun endlich gesehen habe. Und dass der Film absolut sehenswert ist!

Worum geht’s

Hongkong wird von einem Bombenanschlag auf ein Kino erschüttert, bei dem wie durch ein Wunder niemand verletzt wird. Zeitgleich wird ein Mannschaftswagen der Polizei samt Ausrüstung und fünf Polizisten entführt. Unverzüglich wird ein Sonderkommando unter dem Operationsnamen „Cold War“ ins Leben gerufen, das die Hintergründe aufdecken und die entführten Polizisten finden soll. Während Comissioner Waise Lee (Tony Leung Ka-fai), dessen Sohn sich unter den entführten Polizisten befindet, bei der Suche mit äußerster Härte vorgeht, versucht Comissioner Sean Lau (Aaron Kwok) den Fall zwar energisch, aber auch besonnen zu lösen. Als es zu Kompetenzstreitigkeiten zwischen Lee und Lau kommt, schalten sich plötzlich auch noch interne Ermittler in den Fall ein. Schon bald wird allen Beteiligten klar, dass nicht alles so ist, wie es zu sein scheint …

Meine Meinung

Auch wenn ich sie zugegeben eher selten schaue, bin ich durchaus ein Freund asiatischer Filme, bieten sie doch oft einen schönen Kontrast zu den westlichen Sehgewohnheiten. So auch „Cold War“, der mit seiner elegant-kühlen Inszenierung nicht nur optisch gefällt, sondern auch inhaltlich einiges zu bieten hat – sofern man als Zuschauer dem Geschehen folgen kann. Denn, und damit komme ich auch gleich zum großen Kritikpunkt des Films, die Geschwindigkeit, in der neue Figuren eingeführt und neue Handlungsstränge eröffnet werden, ist so rasant, dass einem schwindelig werden kann. Wer hier auch nur kurz nicht aufpasst, hat bereits verloren und sollte lieber ein paar Szenen zurückspringen, statt darauf zu hoffen, den Faden wiederzufinden. Als Belohnung für die Aufmerksamkeit winkt dafür ein durchweg interessantes und überraschend komplexes, von Loyalität und Verrat geprägtes Machtspiel innerhalb der Polizei Hongkongs, dessen zahlreiche Lügen und Intrigen ihre wahren Ziele erst zum Schluss offenbaren.

Auf allzu viel Action solltet ihr dabei übrigens nicht hoffen, denn auch wenn „Cold War“ durchaus zwei drei sehenswerte, wenn auch teilweise etwas CGI-lastige Actionszenen zu bieten hat, zieht der Film seine Spannung nicht aus den körperlichen, sondern vielmehr aus den verbalen Auseinandersetzungen. Dass diese wunderbar funktionieren, verdankt der Film nicht zuletzt seinen beiden Hauptdarstellern Aaron Kwok und Tony Leung Ka Fai, die ihre Figuren trotz fehlender Hintergrundgeschichte glaubhaft und voller Hingabe mit Leben füllen und denen nicht mal die teils übertrieben dramatische Musik während der Dialoge etwas anhaben kann.

Mein Fazit

Optisch gelungener und inhaltlich grundsolider Polizei-Thriller mit tollen Darstellern, dessen etwas zu rasante Inszenierung den einen oder anderen Zuschauer im Regen stehen lassen dürfte. Fans des modernen Hongkong-Kinos machen hier aber definitiv nichts verkehrt – und auch alle anderen dürfen gerne einen Blick riskieren!

Meine Wertung: 7/10

Im Kino gesehen: The Raid 2

Der Überraschungserfolg „The Raid“ wird, obwohl erst drei Jahre alt, schon jetzt gerne als Klassiker des Actionfilms bezeichnet. Und das meiner persönlichen Meinung nach völlig zu recht. Mit der Reduzierung auf das Nötigste und den perfekt choreografierten Actionszenen hat „The Raid“ das Rad zwar nicht neu erfunden, mir als Genre-Fan aber das gegeben, was ich in den meisten Hollywood-Actionproduktionen vermisse: handgemachte Action, die bereits beim Zuschauen weh tut. Dementsprechend hohe Erwartungen hatte ich dann auch an die direkte Fortsetzung „The Raid 2“. Und wurde nicht enttäuscht. Ganz im Gegenteil …

Worum geht’s

Nachdem er das Massaker in der Verbrecherhochburg überlebt hat, wird Rama (Iko Uwais) von dem Polizisten Bunawar (Cok Simbara) um Hilfe gebeten. Rama soll die Bande des einflussreichen Gangsterbosses Bangun (Tio Pakusodewo) unterwandern und Bunawar Beweise für korrupte Polizisten liefern. Zu diesem Zweck wird Rama in das Gefängnis eingeschleust, in dem Banguns Sohn Uco (Arifin Putra) eine Haftstrafe verbüßt. Als es ihm gelingt, einen Mordanschlag auf Uco zu vereiteln, ist dies Ramas Eintrittskarte in Banguns Syndikat. Doch der aufkeimenden Konflikt zwischen Bangun und der japanischen Goto-Familie sowie die intriganten Spiele des aufstrebenden Gangsters Bejo (Alex Abbad) lassen Ramas Suche nach Beweisen zu einen brutalen Kampf auf Leben und Tod werden …

Meine Meinung

Was für eine Fortsetzung wäre wohl entstanden, hätte es sich bei „The Raid“ um eine Hollywoodproduktion gehandelt? Vermutlich wäre Rama erneut in ein (noch höheres) Hochhaus geschickt worden und hätte es dort erneut mit (noch größeren) Verbrecherhorden zu tun bekommen. Glücklicherweise handelt es sich weder bei „The Raid“ noch bei dessen Fortsetzung um eine Hollywoodproduktion, so dass Regisseur und Drehbuchautor Gareth Evans mehr oder weniger freie Hand hatte – und mit „The Raid 2“ kurzerhand ein 150 Minuten langes Gangster-Epos voller ruhiger Dialoge, aber auch faszinierender Actionszenen geschaffen hat.

Letztere haben es abermals in sich und können in Sachen Choreografie, Härte und vor allem Abwechslung nicht nur mit dem Vorgänger mithalten, sondern übertreffen diesen sogar. Während sich „The Raid“ situationsbedingt auf Schießereien und waffenlose Kämpfe in engen Räumen und Korridoren konzentrierte, dürfen sich die Beteiligten in der Fortsetzung unter anderem in einem Gefängnishof, einer Diskothek und sogar während einer Verfolgungsjagd auf den Straßen Jakartas austoben, bis Rama sich dann im packenden Finale erneut durch ein Gebäude voller Verbrecher kämpfen muss. Dieses Finale, in dem sich Rama nicht nur unzähligen Handlangern, sondern gleich drei ebenbürtigen Gegnern stellen muss, ist an fesselnder und perfekt choreografierter Action kaum zu überbieten und dürfte auf lange Sicht die Messlatte für kommende Filme darstellen.

Auch wenn die Kamera in den Actionszenen zeitweise etwas zu sehr wackelt, bleibt die Übersichtlichkeit glücklicherweise stets gewahrt. Dies ist auch bitter nötig, denn insbesondere die Kampfszenen sind so schnell und dynamisch, dass jedes Blinzeln bedeuten kann, etwas zu verpassen. Die Geschwindigkeit, in der sich Hauptdarsteller Iko Uwais durch die Gegnerhorden kämpft, ist erneut faszinierend. So wie die handgemachten Stunts erneut wesentlich fesselnder sind, als es jede CGI-Actionszene jemals sein wird.

Obwohl „The Raid 2“ mehr Action als der Vorgänger zu bieten hat, fühlt sich der Film aufgrund der enorm gesteigerten Laufzeit von 100 auf 150 Minuten weniger wie ein Actionfilm an. Das macht aber gar nichts, da auch die ruhigen Szenen mit überraschend talentierten Darstellern, gelungener Bildsprache und toller musikalischer Untermalung überzeugen können. Gareth Evans gestaltet nicht nur die Action, sondern auch die ruhigen Szene mit so viel Stil, dass die teils etwas in die Länge gezogenen (und ehrlich gesagt nicht besonders originellen) Dialoge nur äußerst selten negativ auffallen. Positiv fällt dafür auf, dass Evans nicht nur die Figuren (bis hin zur kleinsten Nebenfigur) fest im Griff hat, sondern auch Spannung und Dramatik während der 150 Minuten kontinuierlich zu steigern versteht. Wenn Evans diese Qualitäten beibehält, darf „The Raid 3“ gerne kommen!

Mein Fazit

Perfekt choreografiertes Actionmeisterwerk mit fantastischen Bildern und grandioser musikalischer Untermalung, dem lediglich etwas Feinschliff in den Dialogen fehlt. Trotzdem lege ich mich schon jetzt fest und behaupte ganz dreist, dass dies der Actionfilm des Jahres sein wird!

Meine Wertung: 9/10

Im Kino gesehen: 22 Jump Street

Eigentlich ist das Wetter viel zu schön, um am Rechner zu sitzen und eine Review zu schreiben. Doch ich habe mir fest vorgenommen, mein Blog wieder mit mehr Leben zu füllen. Also muss das Wetter hintenanstehen – braune Haut und eine gesunde Gesichtsfarbe werden ohnehin stark überschätzt. Außerdem habe ich gestern in der Sneak „22 Jump Street“, die Fortsetzung zum Reboot der 80er-Jahre-Teenager-Krimiserie „21 Jump Street“, sehen dürfen. Ein toller Film, der es verdient, in meinem Blog verewigt zu werden!

Worum geht’s

Nachdem sie ihren ersten Undercover-Einsatz an der Highschool überraschend erfolgreich gemeistert haben, werden die beiden Polizisten Jenko (Channing Tatum) und Schmidt (Jonah Hill) ans College geschickt. Dort ist eine Studentin der neuen Designerdroge WhyPhy zum Opfer gefallen, weswegen Jenko und Schmidt den Dealer und durch diesen die Quelle der Droge ausfindig machen sollen. Im Laufe der Ermittlungen steigt Jenko zum Star des Football-Teams auf – und beginnt, den Fall sowie seinen Partner zu vernachlässigen …

Meine Meinung

Was für ein sympathischer Blödsinn! „22 Jump Street“ schafft es mühelos, den Überraschungserfolg „21 Jump Street“ in jeglicher Hinsicht zu übertreffen. Und das, obwohl sich die Geschichte, wenn auch mit vertauschten Rollen, beinahe 1:1 wiederholt. Den Film als Abklatsch zu bezeichnen, wäre dennoch nicht gerechtfertigt, denn die Wiederholung ist durchaus gewollt, hat System und dient nicht nur als Grundlage zahlreicher Anspielungen auf typische Hollywood-Sequels, sondern spielt auch inhaltlich im richtigen Moment mit der Erwartungshaltung des Publikums, nur um es letztlich dann doch an der Nase herumzuführen.

Wie bereits im Vorgänger, sind die Dialoge auch in „22 Jump Street“ oft weniger auf die eigentliche Handlung, sondern vielmehr auf den Film selbst bezogen. Der überraschend erfolgreiche erste Einsatz, das verdoppelte Budget, die nach zerstörerischen Momenten erforderlichen Sparmaßnahmen – die beiden Regisseure Phil Lord und Christopher Miller („Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen“, „Lego“, „21 Jump Street“) nutzen jede nur denkbare Möglichkeit, um sich über die typischen Regeln und Klischees einer Fortsetzung und somit über ihren eigenen Film lustig zu machen. Und sind die Dialoge mal nicht auf die Produktion des Films bezogen, dann auf die latent homoerotische Beziehung zwischen Jenko und Schmidt. So gut wie jeder Satz lädt zur Doppeldeutung ein, so dass es schier unmöglich sein dürfte, alle Anspielungen beim ersten bzw. einmaligen Anschauen zu erkennen. Dass der Film dennoch nie in peinliche Lächerlichkeiten abdriftet und die Figuren trotz absurder Szenen mit Respekt behandelt, ist dabei vermutlich die eigentliche Meisterleistung. Lediglich die beiden Auftritte von Dave Franco und Rob Riggle (bitte auch den Abspann abwarten!) bewegen sich ein wenig unterhalb der lädierten Gürtellinie und hätten in dieser Form nun wirklich nicht sein müssen.

Von diesen beiden Szenen einmal abgesehen, glänzt „22 Jump Street“ neben den bereits erwähnten Dialogen und Anspielungen mit gelungenen Actionszenen und unzähligen popkulturellen Anspielungen. Dass die Beteiligten allesamt einen an der Klatsche zu haben scheinen (ja, das ist absolut positiv gemeint) und ihren Spaß hatten, merkt man dem Film dabei in jeder Minute an. Insbesondere Channing Tatum und Jonah Hill harmonieren einmal mehr perfekt miteinander und drehen zeitweise auf, als gäbe es kein Morgen mehr. Und auch Ice Cube darf dieses Mal ein wenig mehr von seinem durchaus vorhandenen komödiantischen Talent zeigen – und für die lustigsten Szenen des Films sorgen.

Mein Fazit

Exzellent aufgelegte Darsteller, eine extrem hohe Gagdichte und zahlreiche Anspielungen auf den Hollywood-Wahnsinn machen „22 Jump Street“ zu einem der besten Sequels der letzten Jahre. Ich freue mich schon jetzt auf „23 Jump Street“! Und auf „24 Jump Street“! Und auf „25 Jump Street“! Und auf …

Meine Wertung: 9/10